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ROUNDUP 2: Conti nimmt sich beim Sorgenkind Autozulieferung mehr vor - Kursminus

(neu: Aussagen Management, Kurs aktualisiert, weitere Analystenstimmen.)

HANNOVER (dpa-AFX) - Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental DE0005439004 nimmt sich nach deutlichen Verbesserungen im abgelaufenen Jahr in der schwächelnden Autozulieferung erneut mehr vor. Das eingeläutete Sparprogramm mit Stellenabbau in der Sparte soll ebenso Rückenwind geben wie höhere Verkaufspreise und Effizienzverbesserungen. Erstmals seit 2019 schrieben die Hannoveraner in dem Bereich im vergangenen Jahr wieder schwarze Zahlen. Für den Gesamtkonzern konnte Conti-Chef Nikolai Setzer am Donnerstag unter dem Strich einen Gewinnsprung präsentieren. Die Conti-Aktie fiel dennoch.

Das Papier verlor am Nachmittag 2,4 Prozent auf 71,08 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 7,6 Prozent zu Buche. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach von starken Resultaten und einem positiven Ausblick. Hohe Sonderausgaben belasteten allerdings die Aussichten für den freien Mittelzufluss (Free Cashflow). George Galliers von Goldman Sachs bezeichnete das Abschneiden im vierten Quartal in der Autozulieferung allerdings als enttäuschend. Stifel-Fachmann Alexander Wahl geht von sinkenden Marktschätzungen für den operativen Gewinn des Gesamtkonzerns aus.

Im vergangenen Jahr lief es in der Autozuliefersparte besser als im Jahr davor, auch weil die immer noch schwierige Versorgungslage mit Elektronikchips sich lockerte und weniger Sonderfrachten zu Buche schlugen. In dem seit langem kriselnden Geschäft hat das Management den Rotstift angesetzt, Tausende Stellen werden gestrichen. Rund 7150 Stellen stehen zur Disposition, davon 5400 in der Verwaltung. Bis 2025 sollen die jährlichen Kosten der Sparte dadurch um 400 Millionen Euro sinken, wenn es nach Spartenchef Philipp von Hirschheydt geht. Obendrauf kommt noch der Stellenabbau in Forschung und Entwicklung.

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Vergangenes Jahr blieben im Autozuliefergeschäft dank eines Schlussspurts 1,9 Prozent vom Umsatz als operativer Gewinn vor Sondereffekten sowie Zinsen und Steuern hängen. Vorgenommen hatte sich der Konzern rund 2 bis 3 Prozent. Vorstandschef Setzer sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, im großen Markt China sei der Konzern bei den aufstrebenden heimischen Autobauern noch unterrepräsentiert. Diese wachsen derzeit vor allem im Elektroautobereich stark und nehmen etablierten Herstellern wie den deutschen Konzernen Marktanteile weg.

Finanzchefin Katja Garcia Vila zufolge sah es bei den Bestellungen aus China aber bereits 2023 schon besser aus. "In unserem aktuellen Auftragseingang in China verzeichnen wir einen wachsenden Anteil von chinesischen Herstellern", sagte sie im Gespräch mit den Nachrichtenagenturen dpa-AFX und dpa. "Wir werden deshalb sicher auch ein gefragter Partner sein, sollten sich gewisse Player in Zukunft auch in anderen Regionen der Welt stärker mit Produktionskapazitäten beschäftigen."

Für das laufende Jahr peilt Conti eine weitere Verbesserung der Profitabilität im Autogeschäft an. So soll die operative Gewinnmarge in diesem Jahr auf zwischen rund 3,0 und 4,0 Prozent steigen. Analysten hatten bisher mit einem Wert am unteren Ende der Bandbreite gerechnet.

Im Gesamtkonzern lieferte Contis Reifensparte erneut den Löwenanteil des Gewinns. So konnte der DaxDE0008469008-Konzern insgesamt einen Sprung beim Nettogewinn auf 1,16 Milliarden Euro verbuchen. Ein Jahr zuvor waren es nur knapp 67 Millionen Euro gewesen.

Die Dividende soll um 70 Cent auf 2,20 Euro steigen. Das sind in Summe rund 440 Millionen Euro. Der Großteil davon geht an die Industriellenfamilie Schaeffler, die über ihre Beteiligungen 46 Prozent der Anteile hält.

Der Umsatz kletterte um 5,1 Prozent auf 41,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis zog um knapp ein Drittel auf 2,52 Milliarden Euro an. Das entsprach einer Marge von 6,1 Prozent. Im neuen Jahr peilt Chef Setzer hier einen Wert von 6,0 bis 7,0 Prozent an. Wie in den Vorjahren rechnet das Management mit steigenden Kosten, diesmal dürften für höhere Löhne und Gehälter rund 500 Millionen Euro an Belastung gegenüber dem Vorjahr anfallen. Rund die Hälfte davon trifft die Autozuliefersparte.

Der Gesamtumsatz soll auf Basis der Wechselkurse von Anfang des Jahres bei 41,0 bis 44,0 Milliarden Euro landen. "2024 werden wir erneut tatkräftig anpacken und unsere Jahresziele beharrlich verfolgen", sagte Setzer laut Mitteilung. Rückenwind von einer steigenden Weltproduktion bei Autos und leichten Nutzfahrzeugen erwarten die Niedersachsen dabei nicht.

Bei dem um Übernahmen und Spartenverkäufen bereinigten Mittelzufluss (Free Cashflow) nimmt sich Finanzchefin Garcia Vila einen Wert von 0,7 bis 1,1 Milliarden vor. Das ist trotz der besser eingeschätzten Gewinnentwicklung weniger als die 1,3 Milliarden Euro aus dem Vorjahr.

Dabei verwies die Managerin allerdings auf hohe Sonderausgaben von rund einer Milliarde Euro. Diese resultieren den Angaben zufolge einerseits aus dem Rückkauf von Firmenanteilen von einem Conti-Pensionsfonds. Zudem verselbstständigt Conti bestimmte Geschäftsbereiche aus der Kunststofftechnik- und der Autozuliefersparte, die auf dem Prüfstand stehen. Auch für den Konzernumbau dürfte Geld abfließen.