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ROUNDUP 2: Auto-Sparte und Euro-Schwäche beflügeln Infineon - Aktie im Plus

(neu: Details aus der Telefonkonferenz, Aktienkurs, Analysten)

NEUBIBERG (dpa-AFX) - Ein brummendes Automobil-Geschäft, ein schwacher Euro und ein starker Preismix sorgen beim Chiphersteller Infineon <DE0006231004> für noch mehr Zuversicht. Der Dax-Konzern <DE0008469008> übertraf im dritten Quartal die Erwartungen der Experten und erhöht wie bereits in den beiden Quartalen zuvor seine Prognose. Im schwächelnden deutschen Leitindex ging es für Infineons Papiere bergauf. Am späten Vormittag legte der Kurs um 2,6 Prozent zu. Die Aktien setzten damit die Erholung der vergangenen Wochen fort.

"In einer schwierigen Großwetterlage ist Infineon dank seines differenzierenden Portfolios weiterhin gut unterwegs", sagte Konzernchef Jochen Hanebeck laut Mitteilung am Mittwoch. In einigen verbrauchernahen Märkten spüre Infineon zwar, dass sich die Nachfrage abkühle. "Die strukturellen Treiber Dekarbonisierung und Digitalisierung sorgen jedoch nach wie vor für hohen Halbleiterbedarf". Etwa in den Bereichen erneuerbare Energien sowie Ladestationen für E-Autos sei der Konzern bestens positioniert.

Vor diesem Hintergrund erhöhte der Konzern seine Jahresziele erneut. Für das Ende September endende Geschäftsjahr geht Infineon nun von einem Umsatz von etwa 14 Milliarden Euro aus. Zuvor hatte der Konzern aus Neubiberg 13 bis 14 Milliarden angepeilt. Die Marge gemessen am Segmentergebnis, also dem operativen Gewinn des Konzerns, soll bei über 23 Prozent liegen, nach zuvor mehr als 22 Prozent. Die angepeilten Kennziffern liegen über den Erwartungen der Analysten.

Infineon geht in seiner neuen Prognose von einem Euro-Dollar-Kurs von 1,05 aus, nachdem das Management zuvor mit einem Kurs von 1,10 US-Dollar kalkuliert hatte; ein Niveau, das der Euro seit vier Monaten nicht mehr erreicht hat. Der Konzern erwirtschaftet rund zwei Drittel seiner Erlöse in Dollar, seit er den US-Konzern Cypress übernommen hat. Bei den in Dollar gestellten Rechnungen bleibt so mehr in Infineons Gewinn- und Verlustrechnung hängen. Dass der Konzern seine Prognose anheben konnte, gehe zu gut einem Viertel auf diesen Effekt zurück, hieß es in der Mitteilung.

Die künftige Geschäftsentwicklung sei derweil schwer vorauszusagen. Grund seien geopolitische und gesamtwirtschaftliche Faktoren wie der Krieg in der Ukraine und die Sorgen vor Energieengpässen. Zudem scheine sich die Halbleiterindustrie dem Ende ihres Aufschwungs zu nähern, sagte Hanebeck in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Doch während sich die Nachfrage in einigen Märkten abkühlt, bleibt sie in anderen ungebrochen hoch". Infineon behalte Anzeichen für einen möglichen Abschwung im Blick, um im Fall der Fälle schnell zu reagieren.

Ein Indikator für die zukünftige Entwicklung ist der Auftragsbestand - und der lag auch im dritten Quartal in luftigen Höhen. Sein Wert steigerte sich im Vergleich zum zweiten Quartal um weitere 13 Prozent auf 42 Milliarden Euro - nahezu das Vierfache des vergangenen Jahresumsatzes. Mehr als die Hälfte des Auftragsbestands gehe auf das Konto des Automobil-Segments, erläuterte Finanzvorstand Sven Schneider. Allerdings trieben auch hier Währungs- und Preiseffekte den Wert in die Höhe. "Wenn der Auftragsbestand um die Hälfte schrumpfen würde, würde mich das noch nicht nervös machen", fügte Konzernchef Hanebeck hinzu.

Von einer starken neuen Prognose sprach Sandeep Deshpande, Analyst der US-Bank JPMorgan. "Alle Halbleiterkonzerne im Bereich Automobil und Industrie legen starke Zahlen und Prognosen hin, weshalb auch Infineons Zahlenwerk niemanden überraschen dürfte", ist sich der Analyst sicher. Allerdings stünden der Branche im zweiten Halbjahr deutlich mehr Kapazitäten zur Verfügung. Die Frage sei nun, wann ein gesättigter Markt sich bei Aufträgen und Preisen bemerkbar mache.

In den Monaten April bis Juni kletterte der Umsatz zum Vorquartal um zehn Prozent auf 3,62 Milliarden Euro. Der Treiber der Entwicklung war abermals das Automobil-Segment, dessen Umsatz um 14 Prozent anstieg und das mittlerweile fast die Hälfte des Konzernumsatzes ausmacht. Hier profitierte Infineon von hohen Preisen und neu geschaffenen Produktionskapazitäten. Überdurchschnittlich legte auch das Segment Power & Sensor Systems zu, das unter anderem das Energiemanagement und die Datenverarbeitung von Geräten optimiert.

Das Segmentergebnis stieg im dritten Quartal um knapp elf Prozent auf 842 Millionen Euro, was einer Marge von 23,3 entspricht. Sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis lagen damit über den Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich fuhr der Konzern 517 Millionen Euro als Gewinn ein, nach 469 Millionen Euro im Vorquartal. Im laufenden Schlussquartal rechnet Infineon mit einem Umsatz von 3,9 Milliarden Euro. Ein Viertel davon soll als Segmentergebnis-Marge hängen bleiben.

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