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ROUNDUP 2: Bei Aixtron nimmt Unsicherheit für Jahrsziele zu - Aktie fällt

(neu: Äußerungen aus Analysten-Telefonkonferenz in ersten und letzten Absatz)

HERZOGENRATH (dpa-AFX) - Aixtron DE000A0WMPJ6 versucht Anlegersorgen über eine mögliche Nachfragedelle bei Siliziumkarbid (SiC)-Halbleiter-Fertigungsanlagen zu mildern. Weitere neue Kunden in diesem Bereich seien gewonnen worden, insbesondere einer aus dem Kreis der Top-5-Hersteller, wie der Chipindustrieausrüster am Donnerstag im Zuge der Vorlage von Quartalszahlen mitteilte. Gleichwohl sank der Auftragseingang im ersten Quartal. Die Ziele für 2024 bestätigte die Aixtron-Führung um Chef Felix Grawert. Unter bestimmten Umständen richten sich die Blicke aber nun nun auch auf das untere Ende der Jahreszielspanne.

Der Aktienkurs von Aixtron drehte nach einem anfänglichen Anstieg bis auf 23,18 Euro ins Minus. Am Nachmittag waren die Papiere mit einem Abschlag von 4,3 Prozent auf 21,85 Euro unter den größten Verlierern im MDax DE0008467416. Es muss sich nun zeigen, ob eine Fortsetzung der Bodenbildung bei 21 bis 23 Euro gelingt.

Das Bestellvolumen fiel im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf gut 120 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Im Vergleich zum Vorquartal war das Minus noch deutlich größer. Allerdings hatte Aixtron 2023 noch stark vom Kapazitätsausbau durch Chipkonzerne profitiert.

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Elektronikchips auf SiC-Basis sind effizienter und temperaturbeständiger als klassische Siliziumchips, was Voraussetzung etwa für Schnellladetechnik für E-Autos ist. Und auch mit Blick auf den Ausbau der Alternativen Energien werden Hochvolt-SiC-Bauelemente interessanter. Thema sind aber auch Leistungs- und Hochfrequenz-Elektronikchips auf Basis von Galliumnitrid (GaN). Diese haben klassische Siliziumteile in Schnelllade-Netzteilen etwa von Smartphones mittlerweile ersetzt. Weitere Anwendungen dürften folgen.

Laut Aixtron war der Auftragseingang im ersten Quartal über alle Endmärkte hinweg ausgeglichen. Starke Impulse habe es dabei für Anlagen zur Herstellung von MicroLED gegeben, die mehr als ein Drittel des Auftragseingangs ausgemacht hätten. Hier stecken Kunden Geld vor allem in Entwicklungs- und Pilotanlagen.

Nachdem im Februar eine MicroLED-Projektstreichung beim Kunden AMS-Osram AT0000A18XM4 Experten nervös gemacht hatte, könnte dies nun womöglich als positives Signal gesehen werden. Allerdings versprechen MicroLED laut Branchenkennern erst längerfristig größeres Potenzial, da sich die Technologie erst noch durchsetzen muss. Der Fokus der Anleger liegt daher vor allem auf der konkreten Nachfrage nach SiC-Anlagen.

Analystin Olivia Honychurch vom Investmenthaus Jefferies hält die Sorgen in puncto Marktanteilsverlusten bei SiC-Anlagen für übertrieben und verwies auf die vom Unternehmen genannten Neukunden. Gleichwohl habe der Auftragseingang die Markterwartungen im ersten Quartal verfehlt. Das dürfte daran liegen, dass bestehende SiC-Kunden ihre Expansionspläne zurückgeschraubt haben dürften.

Den Umsatz steigerte der MDax-Konzern von Januar bis Ende März im Jahresvergleich um gut die Hälfte auf rund 118 Millionen Euro. Allerdings hatte das Fehlen von Exportlizenzen dem Unternehmen den Vorjahresauftakt verhagelt. Im Vergleich zum Schlussviertel 2023 sackten die Erlöse denn auch um fast die Hälfte ab.

Als Gewinn vor Zinsen und Steuern blieben 9,9 Millionen Euro hängen und als Überschuss 10,8 Millionen. Das ist jeweils in etwa dreimal so viel wie vor einem Jahr, aber ebenfalls deutlich weniger als im Schlussquartal 2023. Analysten hatten nicht ganz so viel Umsatz, aber mehr Gewinn auf dem Zettel.

Für 2024 stehen weiterhin Erlöse von 630 bis 720 Millionen Euro im Plan. Davon sollen etwa 24 bis 26 Prozent als Gewinn vor Zinsen und Steuern hängen bleiben. Für das zweite Quartal erwartet Vorstandschef Grawert Umsätze von 120 bis 140 Millionen Euro.

Ende Februar hatte der Manager gesagt, dass sich die Lage bei den Exportgenehmigungen gegen Ende 2023 normalisiert habe. Da aber nicht ausgeschlossen werden könnte, dass sich dies noch einmal ändere sowie wegen der Unsicherheiten rund um die Folgen des langsameren Wachstums der Elektromobilität sei der Jahresausblick weit gefasst. Wenn alles "normal" laufe, dürfte die obere Hälfte der avisierten Umsatzspanne erreicht werden, so Grawert damals.

Das relativierte der Aixtron-Chef am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten auf Nachfrage nun ein Stück weit. Beim Jahresziel werde nicht nur auf die Exportlizenzen geschaut. Falls die gewisse Auftragsschwäche bei bestimmten Anlagen für Leitungshalbleiter andauere, könnte das eher das untere Ende des Jahresziels in den Blick rücken.