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ROUNDUP: Ärzteverbandschefs uneins über Corona-Impfpflicht

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BERLIN (dpa-AFX) - Nach Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wirbt auch der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank-Ulrich Montgomery, für eine Impfpflicht gegen das Coronavirus. "Für Pflegekräfte und medizinisches Personal ist eine berufsspezifische Impfpflicht gegen Corona sinnvoll", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wer Umgang mit vulnerablen Gruppen hat, muss immunisiert sein" - entweder durch eine überstandene Covid-19-Erkrankung oder durch eine Schutzimpfung.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, lehnt eine solche Impfpflicht hingegen ab. "Gerade in der Pflege ist das Personal knapp", erklärte er der "Rheinischen Post" (Mittwoch). "Wenn die Corona-Impfung zu einer Voraussetzung für eine Tätigkeit in diesem Bereich gemacht wird, muss auch geklärt werden, wie die Fachkräfte ersetzt werden, die nicht zu einer Impfung bereit sind."

Montgomery will eine verpflichtende Impfung aber langfristig nicht einmal auf einzelne Berufsgruppen beschränken: "Auf Dauer brauchen wir eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona." Dafür müssten jedoch genügend Erkenntnisse über langfristige Nebenwirkungen der Impfstoffe vorliegen.

Zuvor hatte bereits CSU-Chef Söder eine Impfpflicht für Pflegepersonal ins Gespräch gebracht, war mit diesem Vorschlag jedoch auf breite Kritik gestoßen. Auch der Humangenetiker Wolfram Henn vom Deutschen Ethikrat plädiert für eine freiwillige Lösung: "Wir sollten positiv motivieren", sagte er im RBB-Inforadio und wies auf die höhere Impfbereitschaft bei Ärzten hin. "Wenn die Ärztin nicht nach der Impfung zusammengeklappt ist - und das wird sie nicht tun - dann wird das auch für die Pflegekräfte motivierend sein."