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Mit dieser Kräuterlimo will Russland Cola und Pepsi ersetzen. Wir haben sie getestet!

Baikal ist eine Kräuterlimonade aus Russland und gilt dort als Kultgetränk. - Copyright: Lisa Kempke
Baikal ist eine Kräuterlimonade aus Russland und gilt dort als Kultgetränk. - Copyright: Lisa Kempke

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben sich viele westliche Unternehmen aus dem Land zurückgezogen – darunter auch die Getränkehersteller Pepsico und Cola. Liebhaber der Brausegetränke in Russland dürfte das schwer getroffen haben. Doch: Das russische Unternehmen Chernogolovka hat angekündigt, mit ihrer Kräuterlimo Baikal die neue Nummer eins am Markt werden zu wollen.

In Russland hat Baikal bereits Kultstatus und könnte jetzt sein Comeback erleben. Doch ob sie geschmacklich an Cola und Pepsi herankommt? Alexandra Habdank, Leo Ginsburg und Tristan Filges aus der Wirtschaftsredaktion von Business Insider haben die Kräuterlimo für euch getestet.

Wirtschaftsredakteur Leo Ginsburg hält das Design der Flasche für gelungen. - Copyright: Lisa Kempke
Wirtschaftsredakteur Leo Ginsburg hält das Design der Flasche für gelungen. - Copyright: Lisa Kempke

Zumindest optisch ist Baikal schon mal ansprechend, da sind sich alle Redakteure einig. Die Flasche mit dem bunten Etikett, der Abbildung des Baikalsee und einrahmenden Tannenzweigen gibt zumindest den Anschein, dass es gesünder sein könnte als Cola oder Pepsi. Insgesamt enthält das Getränk allerdings zehn Gramm Zucker auf 100 Milliliter. Zum Vergleich: Cola enthält neun Gramm Zucker, Pepsi fast elf Gramm.

Säure überwiegt den Geschmack, was nicht jedem gefällt

Das Getränk an sich ist deutlich heller als Cola und Pepsi und erinnert eher an Eistee – und mit diesem Gedanken liegen wir gar nicht so falsch. Die Hauptzutat des Getränks ist nach Wasser und Zucker nämlich Schwarzteeextrakt. Außerdem enthält Baikal eine Menge Aromen und Särungsmittel – und die schmeckt und riecht man.

Kritische Probe in der Redaktion – die Meinungen gehen auseinander. - Copyright: Lisa Kempke
Kritische Probe in der Redaktion – die Meinungen gehen auseinander. - Copyright: Lisa Kempke

Der Geruch ist intensiv – "Erinnert sofort an Hustensaft" kommentiert unsere Testerin Alexandra – und man riecht deutlich die Säure, die man dann auch beim ersten Schluck direkt schmeckt. Daneben mischt sich ein etwas bitterer und unüblicher Geschmack. Die Meinungen spalten sich sofort: Alexandra und Tristan sind eher skeptisch, müssen noch mehr Schlucke nehmen, um sich ein Urteil zu bilden. "Ganz einordnen, wonach Baikal schmeckt, kann ich nicht. Würzig und ein wenig bitter: Mir persönlich schmeckt es weder gut noch schlecht", so Alexandra.

Leo hingegen ist deutlich zufriedener mit dem Geschmack. Auch der Kohlensäuregehalt konnte ihn überzeugen. "Beim Probieren der russischen Cola fiel mir sofort auf, dass hier der Sprudel-Gehalt besonders hoch ist. Das erwarte ich aber auch von einem Erfrischungsgetränk", sagt Leo.

Mischung aus Almdudler, Mate und Cola

Ganz unähnlich ist der Geschmack zu Cola nicht. Tristan erinnert der Geschmack an eine Mischung aus Almdudler, Mate und Cola. Schaut man im Internet nach, welche Aromen Baikal enthalten soll, findet man ein buntes Potpourri aus Geschmäckern wie Taigawurzel, Kardamomöl, Eukalyptusöl, Süßholz oder Lorbeer. Genau das macht es so schwierig zu sagen, wonach Baikal eigentlich schmeckt.

Selbstverständlich haben wir bei unserem Geschmackstest auch nochmal Cola und Pepsi probiert, um einen Vergleich ziehen zu können. Und siehe da: Hier waren sich alle einig, dass Cola und Pepsi deutlich besser schmecken. Sie sind zwar deutlich süßer, aber im Geschmack auch runder. Leos Fazit: "Baikal kann die amerikanische Cola nicht ersetzen, aber wenn es in dem Land keine Original-Versionen mehr gibt, kann die russische Variante auf jeden Fall eine Alternative sein."

Auch andere Redakteure haben im Nachgang ein Glas Baikal probiert – und die unterschiedlichen Urteile bleiben. Für den einen Redakteur wurde das Getränk mit jedem Schluck schlimmer, eine andere Redakteurin konnte von dem Geschmack voll überzeugt werden. Unklar bleibt, ob Baikal tatsächlich die neue Nummer eins in Russland werden kann. Das Unternehmen hinter Baikal will es aber scheinbar unbedingt probieren - und hat im Mai bereits ein neues Getränk gelauncht, das noch näher an Coca-Cola heranreichen soll.

Wer Baikal in Deutschland probieren will, muss etwas länger suchen. Eine Bestellung im Internet ist aktuell nicht möglich, man muss stattdessen in Supermärkten mit Fokus auf russische und osteuropäische Lebensmittel suchen. In einem solchen haben wir pro Flasche 1,50 Euro gezahlt.