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Produktflops und ihre Geschichte: Der Cosmopolitan-Joghurt

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

Die “Cosmopolitan” ist eines der bekanntesten Lifestyle-Magazine der Welt. Alleine in Deutschland erreicht sie laut Media-Analyse rund 1,5 Millionen Leser. Was die wenigsten wissen: Mit einem Ausflug in den Nahrungsmittel-Sektor erhoffte sich die renommierte Marke einen weiteren Durchbruch. Doch die Idee entpuppte sich als Flop.

Auch Joghurt kann zum Flop werden - diese Erfahrung musste die "Cosmopolitan" machen. (Symbolbild: Getty Images)

Mit dem Frauenmagazin “Cosmopolitan” verbinden die meisten von uns Mode, Beauty und Beziehungstipps. “Joghurt” käme wohl den wenigsten in den Sinn. Und doch gab es diese Verbindung mal – wenn auch nur für sehr kurze Zeit.

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Aufgrund ihres Erfolgs entschieden sich die “Cosmopolitan”-Macher im Jahr 1999, einen eigenen Joghurt auf den Markt zu bringen. Die Idee dahinter? Das Magazin wollte Essen und Sex miteinander verbinden. Wieso das? Einer damaligen Cosmo-Umfrage zufolge benutzten 65% aller britischen Leser nämlich Lebensmittel im Schlafzimmer, um ihr Sexleben aufzupeppen.

Keine Werbung, kein Marketing, kein Erfolg

Die Verpackung war aufwändig gestaltet und der Preis höher als bei den Produkten der meisten etablierten Joghurt-Anbieter. Die Verantwortlichen vertrauten voll und ganz auf die Strahlkraft des Namens “Cosmopolitan”. Ihr Vertrauen in die Marke war so groß, dass sie sogar auf Werbung und Marketing verzichteten, um ihr neues Produkt zu promoten.

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Doch der Erfolg blieb aus: Der Joghurt floppte – und wurde nach nur 18 Monaten wieder vom Markt genommen.

“Cosmopolitan” versuchte sich auch im Käse-Sektor

Sie sei nicht überrascht, dass der Cosmo-Joghurt scheiterte, schrieb Unternehmensberaterin Jane Wentworth im Buch “Brand Failures”. “Jede Markenerweiterung muss glaubwürdig sein. Unternehmen erweitern ihre Produktpalette, um neue Kunden zu erreichen, aber das Wichtigste ist, die Original-Marke nicht zu beflecken.” In diesem Fall ging das ordentlich daneben.

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Das Joghurt-Projekt (zum Vergessen) war nicht das einzige Neuland, das die Magazin-Macher betraten. Sie brachten auch noch zwei Käse-Sorten auf den Markt. Auch diese wollte niemand haben. Seitdem schenkte sich der Verlag Ausflüge in neue Bereiche.