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OECD-Chef fordert Länder zur Zusammenarbeit auf

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PARIS (dpa-AFX) - Der Chef der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Ángel Gurría, hat die Industrieländer in der Corona-Krise zur stärkeren Zusammenarbeit aufgefordert. Zwar hätten die OECD-Länder für sich genommen schon zahlreiche Krisenmaßnahmen ergriffen und hohe Investitionen in Zukunftsbereiche wie Digitalisierung oder umweltfreundliche "grüne" Projekte angekündigt. Dies sei aber nicht genug, sagte Gurría am Montag zur Eröffnung einer mehrtägigen Diskussionsrunde hochrangiger Politiker. Es sei eine multilaterale Antwort erforderlich.

Gurría bezeichnete die Corona-Pandemie als die schlimmste Gesundheitskrise der jüngeren Zeit. Kein Land sei verschont geblieben, kein Land könne sie alleine bezwingen. Für das laufende Jahr sei mit einer um 4,5 Prozent schrumpfenden Weltwirtschaft zu rechnen, bekräftigte Gurría die aktuelle Prognose der OECD. Es handele sich dabei um die schlimmste Rezession in der Geschichte der OECD. Ihr Vorkrisenniveau werde die globale Wirtschaft voraussichtlich erst im Jahr 2022 wieder erreichen.

Gurría forderte die Staaten auf, ihren fiskalischen Spielraum zu nutzen, um die konjunkturelle Entwicklung zu stützen. Schon jetzt haben viele Staaten, so auch Deutschland, ihre Neuverschuldung stark ausgeweitet, um Unternehmen und Arbeitnehmer in der Krise zu unterstützen.