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Wer nur eine Stunde früher aufsteht, senkt sein Depressionsrisiko um 23 Prozent

·Lesedauer: 3 Min.

Dass Schlafenszeiten einen großen Einfluss auf die psychische Gesundheit haben, ist schon länger bekannt. Etliche psychische Erkrankungen sind auch dadurch gekennzeichnet, dass sie mit Schlafproblemen einhergehen. Eine Studie der University of Colorado kam nun zu dem Ergebnis, dass die Vorverlegung der Schlafenszeit um nur eine Stunde das Risiko einer Depression um ganze 23 Prozent senken kann.

Die Studie mit 840.000 Personen, die von Forschern der University of Colorado Boulder und des Broad Institute des MIT und Harvard durchgeführt wurde, wurde am 26. Mai in der Zeitschrift "JAMA Psychiatry" veröffentlicht.

Schon frühere Studien hatten gezeigt, dass Nachteulen ein doppelt so hohes Risiko haben, an Depressionen zu leiden wie Frühaufsteher – und zwar unabhängig davon, wie lange sie schlafen. Doch die konkrete Auswirkung einer Stunde früheren Aufstehens ließ sich bisher nur schwer bestimmen, da sehr viele Faktoren eine Rolle spielen.

"Um wie viel müssen Menschen ihren Schlafrythmus verschieben, um einen Nutzen zu sehen?"

Für diese umfangreiche Studie haben Forscher Daten von 850.000 Personen ausgewertet, einschließlich der Daten von 85.000 Personen, die sieben Tage lang Schlaftracker getragen hatten. Etwa ein Drittel der Befragten bezeichnete sich selbst als Morgenmensch, neun Prozent waren erklärte Nachteulen – und der Rest lag in der Mitte. Insgesamt lag der durchschnittliche Schlafmittelpunkt bei 3 Uhr morgens, was bedeutet, dass die meisten Menschen um 23 Uhr im Bett lagen und um 6 Uhr morgens aufstanden.

"Wir wissen schon seit einiger Zeit, dass es eine Beziehung zwischen dem Schlafzeitpunkt und der Stimmung gibt, aber eine Frage, die wir oft von hören, lautet: Um wie viel müssen Menschen ihren Schlafrythmus verschieben, um einen Nutzen zu sehen?", erklärt Senior-Autorin Celine Vetter, Assistenzprofessorin für integrative Physiologie an der CU Boulder. "Wir fanden heraus, dass sogar ein nur eine Stunde früherer Schlafzeitpunkt mit einem signifikant geringeren Risiko für Depressionen verbunden ist."

"Wir leben in einer Gesellschaft, die für Morgenmenschen konzipiert ist"

Konkret fanden sie heraus: Jede Stunde, die Teilnehmer früher schlafen gingen – und demzufolge auch früher aufstanden – korrespondierte mit einem um 23 Prozentpunkte geringeren Risiko für eine schwere depressive Störung. Das heißt: Wer statt um ein Uhr nachts schon um Mitternacht schlafen ging und dann gleich lange schlief, hatte dadurch statistisch betrachtet ein deutlich niedrigeres Risiko an einer schweren Depression zu erkranken.

Ginge diese Person sogar schon um 23 Uhr ins Bett und stünde zwei Stunden früher auf als gewohnt, würde dies das Risiko gar um 40 Prozent senken. Ob diejenigen, die bereits Frühaufsteher sind, von einem noch früheren Aufstehen profitieren könnten, geht aus der Studie allerdings nicht hervor.

Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass ein größerer Lichteinfluss dazu führt, dass bei Frühaufstehern eine Reihe hormoneller Prozesse ablaufen, die deren Stimmung beeinflussen können. Hinzu kämen psychologische Effekte, sagt der leitende Wissenschaftler der Studie, Iyas Daghlas: "Wir leben in einer Gesellschaft, die für Morgenmenschen konzipiert ist, und Abendmenschen haben oft das Gefühl, dass sie sich in einem ständigen Zustand der Schieflage mit dieser gesellschaftlichen Uhr befinden".

"Halten Sie sich an den natürlichen hell-dunkel-Rhythmus"

Er betont jedoch, dass eine große randomisierte klinische Studie notwendig ist, um definitiv zu zeigen, ob frühes zu Bett gehen auch bereits akute Depressionen reduzieren kann. "Aber diese Studie bietet Grund zur Annahme eines kausalen Effekts der Schlafzeit auf die Depression."

Die Untersuchung hat aktuell eine besondere Relevanz. Da viele Menschen infolge der Pandemie von zu Hause arbeiten bedeutet dies häufig auch ein eher späteres Zubettgehen und Aufstehen. Denjenigen, die sich selbst auf einen früheren Schlafplan umstellen wollen, bietet Wissenschaftlerin Vetter folgenden Rat an:

"Halten Sie sich an den natürlichen hell-dunkel-Rhythmus", erklärt sie. "Trinken Sie Ihren Morgenkaffee auf der Veranda im Sonnenlicht. Gehen Sie zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit, wenn Sie können – und dimmen Sie Lichter und all elektronischen Geräte, sobald es dunkel wird."