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NFT-Hype: Darum steigt der VfL Wolfsburg in das Geschäft mit digitalen Sammelkarten ein

·Lesedauer: 5 Min.
Digitale Sammelkarten von Spielerinnen und Spielern
Digitale Sammelkarten von Spielerinnen und Spielern

Der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg steigt in das NFT-Geschäft mit digitalen Sammelkarten ein. Über die Plattform und eine App des Berliner Startups "Fanzone" sollen die digitalen Sammelkarten mit Bildern der Spielerinnen und Spieler des Vereins bald erhältlich sein. Auch der Tausch und Weiterverkauf soll möglich sein.

Bei NFTs ("Non-Fungible Tokens") handelt es sich um "nicht austauschbare Wertmarken", mit denen sich digitale Originale erschaffen lassen, die über eine Blockchain verkauft werden. Die digitalen Sammelbilder erhalten eine digitale Signatur und werden so zu einer Handelsware. Digitale Kunst oder Güter wie etwa Memes werden bereits für hunderttausende Euros verkauft. In der Sportwelt sind NFTs bislang vor allem aus der amerikanischen Profibasketballliga (NBA) bekannt. Hier sammeln Fans digitale Spielszenen, etwa besonders spektakuläre Dunks oder Blocks. Die Szenen sind in Packungen ab neun Dollar erhältlich. Besonders spektakuläre und seltene Szenen wurden aber auch schon für über 200.000 US-Dollar verkauft.

Business Insider hat mit dem Leiter der Unternehmensentwicklung des VfL Wolfsburg, Juppi Lee, über den Einsteig des Vereins in den NFT-Hype gesprochen. Wir wollten wissen, warum der Verein auf das Krypto-Geschäft setzt, was er sich davon erhofft und welche Zielgruppe er damit ansprechen will.

"In den digitalen Raum verlagern"

Wer sich mit Lee unterhält, der vergisst schnell, dass es sich bei dem Unternehmen, von dem er spricht, eigentlich um einen Fußballverein handelt. Lee feuert mit Begriffen aus der Welt des Marketings regelrecht um sich. Etwa, wenn er davon spricht, dass sich das Fanverhalten in der Zukunft ändern wird. Er denkt dabei an die Generation Y und Z. "Wir haben doch früher auf dem Schulhof Panini-Bilder getauscht, das wird sich in Zukunft in den digitalen Raum verlagern." Entsprechend müsse der Verein die "User-Journey" weiterentwickeln.

Als Leiter der Unternehmensentwicklung verantwortet Lee die Abteilungen Digitalisierung sowie Strategie & Innovation. Zu seinem Job gehört es, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dafür müsse er den Markt nach zukunftsfähigen neuen Produkten scannen. Das Thema NFTs sei dabei nicht ganz neu, sagt Lee und nennt die NBA als Beispiel. Im Bereich Sport und NFT sieht Lee ein Milliardengeschäft. Deshalb wollten er und sein Team die NFTs "strukturiert, aber auch schnell über die Bühne bringen". Lee sagt: "Manchmal muss man schnelle und mutige Entscheidungen treffen, um Vorreiter zu sein und die First-Mover-Vorteile mitnehmen zu können."

VfL Wolfsburg will "ein innovativer Vorreiter der Fußballszene" sein

Sehr viele Bundesligisten hätten das Thema NFTs auf dem Schirm, sagt Lee. "In den nächsten Wochen und Monaten werden wir sicher von mehreren Vereinen hören, dass sie in das Geschäft mit NFTs einsteigen." Der VfL Wolfsburg wolle "ein innovativer Vorreiter und Mitgestalter der Fußballszene sein", so Lee. "Wir wollen uns auf den Weg machen zu einer innovationsgetriebenen Unternehmung, die ihren Blick auch über den Fußball hinaus hat."

In Deutschland steht der VfL Wolfsburg damit noch weitestgehend alleine da. Auf "Fanzone", zu deren Portfolio bislang nur der Deutsche Fußball-Bund zählte, ist der VfL Wolfsbrug bislang der erste und einzige Bundesligist. Bei "Sorare", einem Fantasy-Football-Spiel, bei dessen Spielkarten es sich auch um NFTs handelt, sind laut der Webseite aus Deutschland der FC Bayern München, Bayer 04 Leverkusen und der FC Schalke 04 vertreten.

Von der Kooperation mit "Fanzone" und dem Geschäft mit NFTs erhoffe sich Lee eine "bessere Servicequalität und Kundenbindung". Er wolle dem Kunden ein weiteres Angebot machen und die Möglichkeit geben, "sich auszutoben oder sich auch auszuprobieren". In Zukunft soll der Fan eben nicht nur digital im Fan-Shop ein Trikot kaufen können, sondern auch NFTs. "Ob er das Angebot annimmt, ist ihm überlassen", sagt Lee.

"Natürlich wollen wir mit den NFTs auch neue Zielgruppen gewinnen", sagt Lee. Jüngere Fans wollten Interaktion. "Wir werden also das Engagement steigern und wollen bei jedem Spiel Gamification-Anteile haben. Das heißt: Die Fans sollen nicht nur die NFTs sammeln und zur Seite legen, sondern auch etwas mit ihnen machen können, etwa tauschen oder weiterverkaufen", so Lee. Zum Beispiel könnte der Verein die Fans fragen, welche drei Spieler am Spieltag die meisten Kilometer laufen werden. "Wenn ein Fan dann seine Tipps nicht in seiner Sammlung hat, könnte er sie sich kaufen oder tauschen", sagt Lee. Für die Gewinner gäbe es dann Preise.

"Natürlich wollen wir damit auch Geld verdienen"

Der Verein sehe aber auch eine "Business-Perspektive" in den NFTs. "Natürlich wollen wir damit auch Geld verdienen", sagt Lee. Auch wenn das "sicherlich nicht der Hauptgrund für die Kooperation gewesen" sei. Mit "Fanzone" habe der Verein ein Lizenzmodell abgeschlossen. "Das heißt, wir erhalten eine Lizenzgebühr und wenn der Umsatz bei Fanzone diese Summe übersteigt, dann werden wir über ein Revenue-Share-Model prozentual an jedem weiteren Bild, das verkauft wird, beteiligt", sagt Lee. Über die Höhe der Lizenzgebühr wollte der Verein gegenüber Business Insider keine Angaben machen.

Von den Bildern der Spielerinnen und Spielern werde es verschiedene Seltenheitsstufen geben. "Die Limitation macht das für die Fans interessant. Bei den prominenteren Spielern wird es weniger Bilder geben, so wird das Angebot künstlich verknappt und der Wert steigt", sagt Lee. Perspektivisch wolle der Verein nicht nur Porträtbilder anbieten, sondern auch Bewegtbilder tokenisieren.

Was die konkreten Preise für die Sammelbilder angeht, befindet sich der Verein laut Lee noch in Diskussionen. Man wolle rund um den Saisonbeginn damit starten. Nur so viel: "Die Bilder sollen auf jeden Fall erschwinglich sein und die Fans nicht abschrecken."

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