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Neun Dinge, die für Anleger heute wichtig sind

US-Banken dürften mit ihren Zahlen das Marktgeschehen bestimmen. Aber auch im Handelsstreit zwischen USA und China könnte es Signale für Investoren geben.

Der Dax ist in Reichweite seines Rekordhochs von Anfang 2018 mit 13.596 Punkten. Foto: dpa

Der Dax könnte an diesem Mittwoch erneut Anlauf auf ein Rekordhoch nehmen. Am Dienstag verfehlte der deutsche Leitindex mit einem mageren Plus von 0,04 Prozent auf 13.456 Punkte die bisherige Bestmarke von 13.597 Zählern. Auf vorbörslichen Handelsplattformen notiert der Dax gut zwei Stunden vor der Eröffnung aber bei 13.406 Zählern und damit 50 Punkte tiefer gegenüber dem Vortagesschluss.

Impulse könnten von der Unterzeichnung eines Teilabkommens im Handelsstreit zwischen den USA und China kommen. Der Konflikt hatte das Geschehen an den Märkten im vergangenen Jahr bestimmt. Investoren hoffen auf weitere Signale, wie es um den geplanten umfassenden Handelspakt bestellt ist.

Daneben dürften sich die Anleger mit der Berichtssaison befassen, die allmählich Fahrt aufnimmt. Mit den US-Banken Goldman Sachs, Morgan Stanley und Bank of America öffnen gleich drei Schwergewichte von der Wall Street ihre Bücher. In Deutschland legt der Handelskonzern Metro aktuelle Umsatzzahlen vor, der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport veröffentlicht die Verkehrszahlen für 2019.

1 – Vorgaben aus den USA

Vor der Unterzeichnung einer Handelsvereinbarung zwischen den USA und China hat die Wall Street uneinheitlich geschlossen. Im späten Geschäft am Dienstag konnten die New Yorker Börsen ihre Rekordstände nicht halten. Marktteilnehmer verwiesen zur Begründung auf einen Medienbericht, wonach die USA die milliardenschweren Sonderzölle auf chinesische Waren bis nach der Präsidentenwahl im November beibehalten wollen. US-Finanzminister Steve Mnuchin bestätigte nach Handelsschluss, dass die Zölle bis zum Abschluss einer zweiten Vereinbarung erhoben werden.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent höher auf 28.939 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab dagegen 0,2 Prozent auf 9251 Punkte nach. Der breit gefasste S & P 500 büßte ebenfalls 0,2 Prozent auf 3283 Punkte ein.

Für Gesprächsstoff sorgten zudem erste Geschäftszahlen in der Bilanzsaison. Den Auftakt machten die US-Großbanken JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo. Sie profitieren von einem starken Handelsgeschäft – und stellen Europas Banken in den Schatten.

2 – Handel in Asien

Vor der Unterzeichnung einer Handelsvereinbarung zwischen den USA und China konnten die asiatischen Börsen am Mittwoch ihren Optimismus vom Vortag nicht halten. Die Stimmung wurde durch die Ankündigung des US-Finanzministers Mnuchin getrübt.

Die Börse in Tokio hat sich am Mittwoch zunächst schwächer gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,4 Prozent tiefer bei 23.926 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,6 Prozent und lag bei 1731 Punkten.

Die Börse in Schanghai lag 0,7 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Schanghai und Shenzen verlor 0,8 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,1 Prozent.

3 – USA und China unterzeichnen erstes Handelsabkommen

Nach fast zwei Jahren Handelskrieg unterzeichnen Vertreter der USA und China im Rahmen einer Zeremonie im Weißen Haus erstmals ein Handelsabkommen. An der Zeremonie soll auch US-Präsident Donald Trump teilnehmen. Der Vertrag ist nach Lesart der US-Regierung nur die erste Phase eines umfassenden Handelspakts. Die Gespräche für eine zweite Stufe sollen noch in diesem Jahr beginnen.

4 – Statistisches Bundesamt veröffentlicht BIP-Daten für 2019

Ökonomen rechnen wegen Handelskonflikten, kriselnder Autobranche und Brexit-Chaos nur noch mit einem schwachen Wirtschaftswachstum. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Volkswirten von 13 Banken rechnen die befragten Wirtschaftswissenschaftler mit einem Wachstum von 0,6 Prozent im vergangenen Jahr. Ein kleineres Plus gab es zuletzt 2013. Zum Vergleich: 2018 hatte es in Deutschland noch zu einem Wachstum von 1,5 Prozent gereicht.

5 – Weltwirtschaftsforum stellt Risikobericht vor

Knapp eine Woche vor Beginn seines 50. Jahrestreffens in Davos stellt das Weltwirtschaftsforum (WEF) in London seinen Weltrisikobericht vor. Der Report unterstreiche die Notwendigkeit eines „Multi-Stakeholder-Ansatzes“ – also einer übergreifenden Zusammenarbeit aller Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft –, um die weltweit größten Herausforderungen zu meistern, kündigte das WEF an. „Der Weltrisikobericht 2020 zeigt die größten Risiken auf, mit denen die Welt in diesem Jahr konfrontiert sein wird.“ Im Vorjahr hatte die Studie Klimawandel und Datenkriminalität als größte Gefahren genannt.

6 – US-Großbanken legen ihre Quartalsergebnisse vor

Goldman Sachs, Morgan Stanley und Bank of America legen am Mittag deutscher Zeit ihre Bilanzen vor. Genau hinsehen dürften Anleger diesmal auch vor allem bei den Zahlen von Goldman Sachs. Das Institut hat seine Sparten neu organisiert und gibt erstmals Einblick in den neu aufgebauten Privatkundenbereich um die Onlinebank Marcus. Anleger werden auch darauf schauen, wie viele Erträge die US-Banken aus dem Investmentbanking geschöpft haben. Die Unsicherheiten um den Handelsstreit zwischen den USA und China belasten die Kapitalmärkte seit Monaten, zuletzt kam noch die Angst vor einer Eskalation im Nahen Osten hinzu.

7 – Metro legt Zahlen für das erste Quartal vor

Investoren werden das mit Interesse verfolgen. Kurz vor dem geplanten Verkauf der Supermarktkette Real an Finanzinvestoren warnte der Betriebsrat zuletzt vor einem Kahlschlag beim Personal. Fast jede dritte Stelle bei Real sei in Gefahr. Derzeit beschäftigt Real etwa 34.000 Mitarbeiter. Metro plant, die 277 Real-Märkte in Deutschland Ende Januar an das deutsch-russische Konsortium X-Bricks zu verkaufen.

8 –Fraport präsentiert Verkehrszahlen für das Jahr 2019

uletzt hatte der Flughafenbetreiber aus Frankfurt vor allem mit Streiks zu kämpfen. Aber auch der Ausfall der Boeing 737 und die steigenden Kerosinpreise machen der Luftfahrtbranche zu schaffen. Viele Airlines denken darüber nach, ihre Flugpläne für 2020 weiter auszudünnen. Fraport hatte deswegen bereits im Dezember seine Wachstumspläne kassiert. Die gesamte Branche rechnet mit einem Abschwung: Die Passagierzahl an deutschen Flughäfen soll gemessen am Vorjahr um 0,7 Prozent schrumpfen.

9 – Putin hält Rede zur Lage der Nation

Der russische Präsident hält am Mittwoch seine jährliche Rede zur Lage der Nation. Dabei wird erwartet, dass der Staatschef erklärt, wie er die soziale Lage in dem größten Land der Erde verbessern will. Die Unzufriedenheit der Menschen ist Umfragen zufolge groß. Viele erhoffen sich von Putin, der seit mehr als 20 Jahren – davon zeitweise als Regierungschef – an der Macht ist, Veränderungen. In Russland wird 2021 ein neues Parlament gewählt.

Termine Unternehmen am 14. Januar

  • 07:00 Uhr, Deutschland: Fraport, Verkehrszahlen 12/19
  • 07:30 Uhr, Deutschland: Metro, Q1 Umsatz
  • 10:00 Uhr, Deutschland: Hypoport, ao Hauptversammlung, Berlin
  • 11:55 Uhr, USA: UnitedHealth Group, Q4-Zahlen
  • 12:45 Uhr, USA: Bank of America, Q4-Zahlen
  • 12:45 Uhr, SA: PNC Financial Services, Q4-Zahlen
  • 13:30 Uhr, USA: Goldman Sachs, Q4-Zahlen
  • 22:10 Uhr, USA: Alcoa, Q4-Zahlen

Termine Unternehmen ohne Zeitangabe

  • Deutschland: Spitzentreffen zum Strukturwandel in der Autoindustrie im Kanzleramt.
  • USA: U.S. Bancorp, Q4-Zahlen
  • USA: Blackrock, Q4-Zahlen

Termine Konjunktur am 14. Januar

  • Deutschland: Bundeswirtschaftsministerium, Monatsbericht 01/20
  • 00:50 Uhr, Japan: Geldmenge M2/M3 12/19
  • 07:00 Uhr, Japan: Maschinenwerkzeugaufträge 12/19 (vorläufig)
  • 08:00 Uhr, Deutschland: Erzeugerpreise 12/19
  • 08:45 Uhr, Frankreich Verbraucherpreise 12/19 (endgültig)
  • 09:00 Uhr, Spanien: Verbraucherpreise 12/19
  • 10:00 Uhr, Deutschland: Pk zum BIP 2019
  • 10:30 Uhr, Großbritannien: Erzeugerpreise 12/19
  • 10:30 Uhr, Großbritannien: Verbraucherpreise 12/19
  • 11:00 Uhr, Euro-Raum: Handelsbilanz 11/19
  • 11:00 Uhr, Euro-Raum: Industrieproduktion 11/19
  • 11:30 Uhr , Deutschland: Anleihe, Laufzeit: 30 Jahre, Volumen: 1,5 Mrd EUR
  • 14:30 Uhr, USA: Erzeugerpreise 12/19
  • 14:30 Uhr, USA: Empire State Index 01/20
  • 15:00 Uhr, Belgien: Handelsbilanz 11/19
  • 16:30 Uhr, USA: Energieministerium, Ölbericht (Woche)
  • 20:00 Uhr, USA: Fed, Beige Book

Sonstige Termine

  • 09:30 Uhr, Deutschland: Investmenthaus Jefferies Pk zum Ausblick auf 2020, Frankfurt
  • 10:00 Uhr, Schweiz: Das Weltwirtschaftsforum stellt seinen Weltrisikobericht vor
  • 10:00 Uhr, Deutschland: PK EY Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt 2020
  • Russland: Der russische Präsident Wladimir Putin hält seine Rede zur Lage der Nation gut ein Jahr vor der Parlamentswahl
  • USA: USA und China unterzeichnen erstes Handelsabkommen

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