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Neue Studie: Es gibt einen tieferen psychologischen Grund, warum wir so gern Selfies machen

Die Wahl der Kameraperspektive hängt vom Ziel des Fotos ab, so die Wissenschaftler. - Copyright: Carlos Barquero Perez / Getty Images
Die Wahl der Kameraperspektive hängt vom Ziel des Fotos ab, so die Wissenschaftler. - Copyright: Carlos Barquero Perez / Getty Images

Ob alleine oder mit Freunden, gemütlich auf dem Sofa oder im Urlaub vor dem Eiffelturm – das Selfie ist aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Bei scheinbar jeder Gelegenheit zücken wir schnell unser Smartphone aus der Hosentasche und drücken auf den Auslöser.

Mittlerweile geht der Selbstporträt-Wahn sogar so weit, dass die Schweizer Gemeinde Iseltwald Notmaßnahmen ergreift. Fortan müssen Besucher dort Geld für ein Selfie zahlen – zumindest am Drehort der koreanischen Netflixserie "Crash Landing on You". Der globale Erfolg der Serie hat dazu geführt, dass sich das Dorf kaum noch vor Touristen retten kann. In Massen strömen sie an einen Steg am Ufer des Brienzersees, um da zu posieren, wo es die Serienprotagonisten taten. Doch nun trennen ein Drehkreuz und Gebühren in Höhe von etwa fünf Euro die Fans von der ikonischen Selfie-Kulisse.

Warum wir eigentlich so gern Selfies machen, untersuchten kürzlich Wissenschaftler der Universität Tübingen, der kanadischen University of Waterloo und der Ohio State University. Sie führten dazu sechs Studien mit insgesamt 2113 Teilnehmern durch. Dabei erforschten sie, wann Menschen eher aus der ersten Perspektive fotografieren – also nur die Kulissen selbst – und wann sie die dritte Perspektive einnehmen, bei der sie selbst mit im Bild sind. Ihre Ergebnisse präsentieren die Forscher im Fachjournal "Social Psychological and Personality Science".

Die Untersuchung ergab, dass die Wahl der Kameraperspektive vom Ziel des Fotos abhängt. Demnach wählen Menschen eher die Selfie-Perspektive, wenn sie die tiefere Bedeutung eines Moments erfassen möchten. Wenn es ihnen aber lediglich darum geht, die physische Erfahrung festzuhalten, fotografieren sie nur die Landschaft selbst.

Als Beispiel für diesen Unterschied nennen die Forscher einen Ausflug zum Strand. Wer nur die physische Erfahrung dieses schönen Tages festhalten möchte, würde demnach eher ein Foto von der Strandkulisse machen. Wenn es jedoch darum geht, die tiefere Bedeutung dieses Moments festzuhalten, etwa die gemeinsame Zeit mit nahestehenden Personen, wählen die Menschen lieber die Selfie-Perspektive.

Die Wahl der Kameraperspektive kann jedoch auch unsere spätere Reaktion auf unsere Fotos beeinflussen. So bevorzugen wir laut der Studie die Fotos, bei denen wir unseren gewünschten Effekt erzielen konnten. Außerdem haben Menschen eine stärkere Verbindung zu vergangenen Erlebnissen, wenn sie selbst auf dem Foto zu sehen sind. Sie festigen dadurch auch ein bestimmtes Selbstnarrativ, so die Forscher.

stm