Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    15.589,23
    +132,84 (+0,86%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.122,43
    +46,49 (+1,14%)
     
  • Dow Jones 30

    34.217,81
    +343,57 (+1,01%)
     
  • Gold

    1.777,20
    -6,20 (-0,35%)
     
  • EUR/USD

    1,1935
    +0,0001 (+0,01%)
     
  • BTC-EUR

    29.314,92
    +1.378,60 (+4,93%)
     
  • CMC Crypto 200

    840,58
    +53,97 (+6,86%)
     
  • Öl (Brent)

    73,18
    +0,10 (+0,14%)
     
  • MDAX

    34.343,84
    +444,03 (+1,31%)
     
  • TecDAX

    3.536,81
    +58,11 (+1,67%)
     
  • SDAX

    15.922,73
    +4,49 (+0,03%)
     
  • Nikkei 225

    28.875,23
    +0,34 (+0,00%)
     
  • FTSE 100

    7.109,97
    +35,91 (+0,51%)
     
  • CAC 40

    6.631,15
    +80,08 (+1,22%)
     
  • Nasdaq Compositive

    14.368,32
    +96,59 (+0,68%)
     

Neue Studie: Auch über 60-Jährige haben nach einer AstraZeneca-Impfung erhöhtes Risiko einer Hirnvenenthrombose

·Lesedauer: 3 Min.

Der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca wird in Deutschland nur für Personen über 60 Jahren empfohlen. Der Grund: In Einzelfällen sind nach den Impfungen vor allem bei jüngeren Frauen Hirnvenenthrombosen aufgetreten. Eine neue Studie gibt nun Hinweise darauf, dass auch bei über 60-Jährigen ein erhöhtes Risiko einer Hirnvenenthrombose nach einer Impfung mit AstraZeneca besteht. Steht die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) nun infrage?

Die von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) veröffentlichte Studie stellt fest, dass Sinus- und Hirnvenenthrombosen nach einer Impfung mit AstraZeneca neunmal häufiger auftreten als nach der Impfung mit einem mRNA-Vakzin. Frauen sind demnach dreimal häufiger betroffen als Männer. Die Studie wurde als Preprint publiziert, muss also noch durch andere Fachexperten und Wissenschaftler überprüft werden.

Die DGN hat in ihrer Studie im April alle neurologischen Kliniken in Deutschland dazu aufgerufen, alle Hirnvenenthrombosen, Schlaganfälle und Hirnblutungen zu melden, die innerhalb von einem Monat nach einer Corona-Impfung bei den betroffenen Personen aufgetreten waren. Dem DGN wurden daraufhin 62 Fälle im Zusammenhang mit einer Impfung gemeldet. Bei 45 davon traten Venenthrombosen auf. Der Altersmedian der betroffenen Patienten lag bei 47 Jahren.

Risiko nach Infektion zehnmal höher

Von den 62 gemeldeten Fällen traten 53 im Zusammenhang mit AstraZeneca auf und neun nach einer Impfung mit dem Vakzin von Biontech. Nach Berechnungen eines Teams der Charité Universitätsmedizin traten Sinus- und Hirnvenenthrombosen bei Frauen unter 60 Jahren dreimal häufiger nach einer AstraZeneca-Impfung auf.

Die Berechnungen der Studie zeigten jedoch auch, dass das Risiko einer Hirnvenenthrombose nach einer AstraZeneca-Impfung bei Frauen über 60 Jahren fast genauso hoch ist wie bei jüngeren Patientinnen. Während es bei den Frauen unter 60 Jahren 24,24 Fälle pro 100.000 beobachteter Personen im Jahr gab, waren es bei den Frauen über 60 Jahren 20,52.

Die Mediziner geben in der Studie allerdings auch Entwarnung: "Wir denken, dass der AstraZeneca-Impfstoff mit einem sehr geringen Risiko für zerebrale Sinus- und Venenthrombosen bei Männern einhergeht. Bei Frauen aller Altersklassen traten zwar mehr Fälle thrombotischer Ereignisse auf, die Rate war aber in Anbetracht der vielen Millionen verimpften Dosen insgesamt immer noch sehr gering", sagt Prof. Diener, Pressesprecher der DGN. "Bei der Abwägung muss auch berücksichtigt werden, dass das Risiko einer Sinus-Venenthrombose bei einer Covid-19-Infektion um den Faktor 10 erhöht ist, die Erkrankung führt verhältnismäßig häufig zu thrombotischen Ereignissen mit Todesfolge, die Impfung nur extrem selten", heißt es weiter.

Studienautoren hoffen auf Aufklärung

Die tatsächlichen Zahlen könnten jedoch noch höher liegen. Nicht alle neurologischen Kliniken haben mit der DGN ihre Daten geteilt. Teilweise werden die Patienten auch in anderen Abteilungen behandelt, womit sie nicht erfasst wurden. Betroffene, die vor einer Behandlung verstarben, gingen ebenfalls nicht in die Studie mit ein. Es ist mittlerweile außerdem bekannt, dass Thrombose-Fälle nach einer Impfung nicht nur im Gehirn, sondern auch in anderen Teilen des Körpers auftreten können.

Die Studienautoren möchten jedoch auch klarstellen, dass sie mit ihren Ergebnissen keine Panik schüren möchten. "Wir stellen damit nicht die Impfung infrage, auch nicht das AstraZeneca-Vakzin, denken aber, dass alle Personen, vor allem Frauen vor der Impfung über dieses Risiko aufgeklärt werden sollten, gerade auch im Hinblick darauf, auf welche Symptome sie im Nachgang zu achten haben", erklärt Prof. Christian Gerloff, Präsident der DGN.

Stiko-Mitglied Rüdiger von Kries sieht indessen in der Studie keine Belege für ein erhöhtes Risiko bei über 60-Jährigen. Demnach wurden in der Studie nur wenige Fälle der Altersgruppe Ü60 ausgewertet. Außerdem seien nach der Altersempfehlung für AstraZeneca auch die Meldungen von Hirnvenen- und anderen Thrombosen zurückgegangen, rechtfertigt Kries im "Spiegel". "Würde es vermehrt Fälle bei über 60-jährigen Frauen geben, müssten wir die sehen", so das Stiko-Mitglied.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.