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Das ist der neue Chef von Benetton

Patriarch Luciano Benetton beruft den Luxus-Manager zum CEO. Das italienische Modeunternehmen ist in einer schwierigen Phase.

Mitte April tritt er sein neues Amt in Ponzano Veneto im Hauptquartier von Benetton in Venetien an. Der 50-jährige Manager Massimo Renon wird CEO des angeschlagenen Modeimperiums Benetton. Mit seiner Berufung soll der Neustart der Gruppe vorangetrieben werden, den Verwaltungsratschef Luciano Benetton 2018 angestoßen hatte, lautet eine Mitteilung.

Der Manager mit Studium an der Mailänder Wirtschaftsuni Bocconi und an der Columbia University in New York kommt vom Optikkonzern Marcolin, wo er seit 2017 Chef war. Zuvor hatte er beim Brillenkonzern Luxottica und beim Autobauer Ferrari gearbeitet. Später war er beim Brillenhersteller Safilo und dem französischen Luxuskonzern Kering tätig. Zwei weitere Spitzenmanager sollen Renon zur Seite stehen.

Luciano Benetton, der 84-jährige Patron des Familienunternehmens, war vor zwei Jahren an die Spitze des Textilunternehmens zurückgekehrt, das er 1965 mit seiner Schwester Giuliana gegründet hatte. Er wollte den Niedergang der Marke Benetton, die für ihre bunten Pullover bekannt ist, stoppen. Nach Jahren der Verluste plant der Patron mit neuen Konzepten für die Läden und die Marke den Weg zurück in die Gewinnzone. Dabei soll nun Renon helfen.

Im Benetton-Führungsteam sitzt seit 2018 auch der französische Designer Jean-Charles de Castelbajac als Kreativdirektor. Nicht mehr dabei ist der berühmte Fotograf Oliviero Toscani. Der Patriarch entließ ihn im Februar fristlos nach einer despektierlichen Äußerung über die Opfer des Brückeneinsturzes in Genua, bei dem 43 Menschen starben.

Der Hintergrund: Die Familie Benetton ist über ihre Holding Edizione Hauptaktionär von Atlantia, dem Infrastrukturkonzern, der den Autobahnbetreiber Autostrade per l’Italia kontrolliert. Der war für das kollabierte Brückenstück zuständig. Die Regierungspartei Bewegung Fünf Sterne wirft Autostrade vor, schuld am Unglück zu sein, und will dem Konzern die Konzession entziehen. Bis heute ist die Schuldfrage nicht geklärt.