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Neben Supermärkten und Discountern: Wo die Preise in den kommenden Monaten noch weiter steigen werden

In Supermärkten und Discountern müssen Kunden auch in den kommenden Monaten mit steigenden Preisen rechnen, wie aus einer Studie des Ifo-Instituts hervorgeht. - Copyright: picture alliance / pressefoto_korb | Micha Korb
In Supermärkten und Discountern müssen Kunden auch in den kommenden Monaten mit steigenden Preisen rechnen, wie aus einer Studie des Ifo-Instituts hervorgeht. - Copyright: picture alliance / pressefoto_korb | Micha Korb

Seit Monaten treibt die Inflation die Preise. Doch nach den Rekordwerten im Oktober stiegen die Verbraucherpreise im November voraussichtlich weniger stark. Zehn Prozent Inflation prognostiziert das Statistische Bundesamt – und damit rund 0,5 Prozent weniger als im Vormonat.

Zunnächst wenig Entwarnung gibt es für Verbraucher allerdings bei den Lebensmitteln. Dort kletterte die Inflation weiter auf 21 Prozent – und die Preise in Supermärkten und Discountern dürften auch in den kommenden Monaten weiter steigen. Das geht aus einer Studie des Ifo-Instituts München hervor. Die Preiserwartung aus der Analyse zeigt, ob Firmen Preise erhöhen oder reduzieren wollen.

Im Lebensmitteleinzelhandel lag der Wert bei 95,1. Er ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn ausnahmslos alle Unternehmen die Preise erhöhen wollen, läge der Wert also bei 100.

Insgesamt sank die Preiserwartung im November aber auf den niedrigsten Wert des Jahres. Mit 46,7 lag er rund 4,6 Punkte unter dem Vormonat. In den Jahren vor der Corona-Krise lag er meistens um oder unter 20 Punkten.

Auch Spielwaren, Schreibwaren und Kosmetik werden teurer

Ausreißer sind neben dem Lebensmitteleinzelhandel auch die Spielwarenhändler (94,4), der Schreibwarenhandel (96,1) und die Drogerien (92,4). Auch hier sind also besonders häufig Preiserhöhungen geplant. Gerade bei den Einzelhändlern dürften die oft zum Jahreswechsel anstehenden Preiserhöhungen bei Strom und Gas eine Rolle spielen, sagt Ifo-Experte Timo Wollmershäuser.

Für den Verbraucher sei noch nicht absehbar, wann die Inflation spürbar zurückgehe, sagte Wollmershäuser. Gerade im Bereich der Vorprodukte sehe man aber, dass die Werte niedriger geworden seien. Hier sei viel schon durchgereicht worden.

Und es gibt auch Branchen mit besonders hohen Rückgängen der Preiserwartungen: In der Gastronomie fiel der Wert beispielsweise von 80,5 auf 58,2, im Fahrradeinzelhandel von 81,9 auf 64,5. Und das Papiergewerbe weist inzwischen mit minus 10,7 sogar einen negativen Wert auf - hier werden also häufiger Preissenkungen als Preissteigerungen geplant.

Mit Material der dpa/sb