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Myanmars Junta entlässt mehr als 23.000 Gefangene

·Lesedauer: 2 Min.
Frauen zünden während einer Zeremonie in Yangon Kerzen an, um den Opfern zu gedenken, die bei Massendemonstrationen gegen die Junta getötet wurden.
Frauen zünden während einer Zeremonie in Yangon Kerzen an, um den Opfern zu gedenken, die bei Massendemonstrationen gegen die Junta getötet wurden.

Zum Neujahrsfest in Myanmar lässt die Militärjunta Zehntausende Gefangene frei. Bei Protesten gegen das Regime werden währenddessen weiter Menschen getötet.

Naypyidaw (dpa) - Zum ersten Tag des traditionellen Neujahrsfests in Myanmar hat die Militärjunta nach eigenen Angaben landesweit mehr als 23.000 Gefangenen Amnestie gewährt. Das berichtete der staatliche Sender MRTV unter Berufung auf die zuständige Behörde.

Die ersten Inhaftierten wurden am Morgen freigelassen, weitere sollten im Laufe des Tages folgen. Es blieb jedoch zunächst unklar, ob sich darunter Gegner des Militärcoups vom 1. Februar befanden.

Seither gibt es täglich landesweite Proteste, gegen die die Junta brutal vorgeht. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden seit dem Putsch mindestens 728 Menschen getötet. Mit Stand Freitag saßen demnach mehr als 3000 Junta-Gegner in Haft.

Auch am Samstag demonstrierten zahlreiche Menschen in mehreren Regionen gegen das Militärregime, darunter auch in der größten Stadt Yangon. Viele begrüßten dabei die «Regierung der nationalen Einheit» (National Unity Government), die Gegner der Junta tags zuvor ausgerufen hatten. Ihnen gehören von den Generälen abgesetzte Abgeordnete, Anführer der Protestbewegung und Vertreter ethnischer Minderheiten an. Demokratische Kräfte arbeiten seit Wochen daran, die Militärführung zu untergraben und eine neue Verfassung für das frühere Birma auf den Weg zu bringen.

Wie die Zeitung «The Irrawaddy» berichtete, starben mindestens zwei Menschen bei Protesten am Samstagvormittag in der Stadt Mogoke nördlich von Mandalay, nachdem Einsatzkräfte das Feuer auf Zivilisten eröffnet hatten. Weitere Personen seien von Schüssen getroffen worden.

Die im Hausarrest sitzende faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi hatte die Parlamentswahl im November klar gewonnen. Das Militär, das sich per Verfassung eine Machtposition im Parlament und mehrere Ministerposten gesichert hatte, sprach aber später von Wahlbetrug und putschte sich Anfang Februar an die Macht.