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Millionenstrafen für JPMorgan wegen Messenger-Kommunikation unter Mitarbeitern

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NEW YORK (dpa-AFX) - Eine ungeregelte Kommunikation über Messenger-Dienste wie WhatsApp kommt die US-Großbank JPMorgan teuer zu stehen. Weil sich Mitarbeiter per Smartphone-App über dienstliche Angelegenheiten ausgetauscht hatten, verhängten zwei US-Behörden am Freitag Strafen in Höhe von insgesamt 200 Millionen US-Dollar (177 Mio Euro). Denn die Bank konnte ihre Kommunikation dadurch nicht wie vorgeschrieben archivieren.

Laut der Börsenaufsicht SEC und der für die Future- und Optionsmärkte zuständigen Behörde CFTC entzogen sich sogar Manager und andere Führungspersonen von JPMorgan durch die Nutzung von Messenger-Diensten und privaten E-Mail-Adressen der Kontrolle. Die Bank räumte selbst ein, dass sie Regeln verletzt hat.

Firmen an den US-Börsen müssen die geschäftliche Kommunikation ihrer Mitarbeiter schon seit Jahrzehnten kontrollieren und speichern. Dies wurde durch die Verbreitung von Mobiltelefonen und Messenger-Apps seit einigen Jahren komplizierter. Seit viele Banken ihre Mitarbeiter wegen der Pandemie ins Homeoffice schickten, war die Nutzung privater Geräte und Apps für Vorgesetzte und Kollegen zudem noch schwieriger zu erkennen.

Die Fehler von JPMorgan hätten mehrere Untersuchungen der Behörde erschwert, sagte der stellvertretende Chef der SEC-Vollzugsabteilung, Sanjay Wadhwa. Die Geldstrafe solle die Schwere der Verstöße verdeutlichen. "Unternehmen müssen die Bedeutung des Investorenschutzes vermitteln, statt ihn zu behindern."

Wegen der Ermittlungen der beiden Behörden hatte JPMorgan in diesem Jahr Händler, Banker, Finanzberater und sogar einige Filialmitarbeiter aufgefordert, Nachrichten auf ihren privaten Geräten zu sichern für den Fall, dass sie später untersucht werden müssten.

Der CFTC zufolge reichen die Verstöße bis ins Jahr 2015 zurück. Die SEC konzentrierte sich auf die Zeit von Januar 2018 bis November 2020. SEC-Vertreter sprachen von mehr als 100 Mitarbeitern und zehntausenden Nachrichten, die an der normalen Kontrolle durch JPMorgan vorbeigegangen seien. Dabei sei es etwa um das Geschäft, um Treffen mit Kunden, Anlagestrategien und Marktanalysen gegangen. Inzwischen habe JPMorgan aber Schritte unternommen, um dem entgegenzuwirken.

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