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Meyer Burger stürzt ab - Finanzloch, Schließung wegen Solarkrise

(Bloomberg) -- Meyer Burger könnte eins der größten europäischen Solarmodulwerke in Sachsen schließen und seinen Schwerpunkt in die USA verlegen, nachdem der Preisverfall in der Branche zu einem Finanzloch geführt hat. Für seinen Umbau braucht der Schweizer Hersteller eine Kapitalerhöhung, was zu einem Kurseinbruch an der Börse führte.

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Eine endgültige Entscheidung über die Aufgabe des Werks in Freiberg mit rund 500 Mitarbeitern ist für die zweite Februarhälfte geplant, teilte der Solarhersteller aus Thun im Berner Oberland am Mittwoch mit. Die Fabrik könnte bereits im April geschlossen werden.

Meyer Burger rechnet mit einem Finanzierungsbedarf von rund 450 Millionen Franken, bis das Unternehmen im Jahr 2025 einen positiven Cashflow erzielt. Für 2023 wird mit einem Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von mindestens 126 Millionen Franken gerechnet. Neues Eigenkapital könnte über eine Bezugsrechtsemission, Privatplatzierungen und andere Wege aufgebracht werden.

Verwässerungsbefürchtungen brachten Meyer Burger in Zürich unter Druck; die Aktie brach um bis zu 47% ein und handelten zuletzt noch 27% schwächer bei 0,0957 Franken, der tiefste Stand seit 2020. Damit haben die Papiere in dem noch jungen Jahr schon 51% an Wert verloren.

Die Preise für Solarmodule in Europa sind im vergangenen Jahr eingebrochen, nachdem chinesische Produkte den Markt überschwemmt hatten. Dieses “Dumping” hat zur Folge, dass es in Europa “keinen fairen Markt” gibt, sagte Vorstandsvorsitzender Gunter Erfurt in einer Telefonkonferenz. Von Indien verhängte Handelsschranken und ein US-Importverbot für chinesische Paneele, die im Verdacht stehen, in Zwangsarbeit hergestellt worden zu sein, führten dazu, dass Module nach Europa umgeleitet wurden.

Dagegen habe der Inflation Reduction Act die USA zum “attraktivsten Markt” für dortige Photovoltaik-Unternehmen gemacht, sagte Meyer Burger.

“Sie sorgen dafür, dass sich Unternehmen schnell niederlassen können”, sagte der CEO in der Telefonkonferenz. “Wir werden ermutigt, sehr schnell zu wachsen. Auch die Kunden dieser Produkte werden unterstützt.”

Die Europäische Union will einheimischen sauberen Technologien den Vorzug geben, aber weniger als 2% der Nachfrage wird durch Solarprodukte aus der Region gedeckt, während etwa 90% der Komponenten aus China stammen. Die Branche wartet auf eine ähnliche Unterstützung durch die Politik wie das Paket der EU-Kommission für den angeschlagenen Windkraftsektor.

Überschrift des Artikels im Original:Swiss Solar Panel Maker Weighs Closing German Unit Amid US Shift

--Mit Hilfe von Allegra Catelli und Paula Doenecke.

©2024 Bloomberg L.P.