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'Menschenverachtend': CDU-Sozialflügel rügt Äußerungen von Merz

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STUTTGART (dpa-AFX) - Die Äußerungen von Friedrich Merz zur Arbeitsmoral in Corona-Zeiten stoßen beim CDU-Sozialflügel CDA auf heftige Kritik. "In der Corona-Krise haben viele Menschen nicht weniger, sondern mehr gearbeitet", sagte der stellvertretende CDA-Bundesvorsitzende Christian Bäumler der Deutschen Presse-Agentur. "In den Krankenhäusern und Pflegeheimen, in Lebensmittelhandel, der Logistik und überall dort, wo die Daseinsvorsorge aufrecht erhalten wurde." Die Äußerungen von Merz seien menschenverachtend, sagte Bäumler. "Die meisten Menschen, die nicht arbeiten durften, haben darunter gelitten, finanziell und mental." Bäumler ist auch baden-württembergischer CDA-Landeschef.

Der für den Parteivorsitz kandidierende CDU-Politiker Merz hatte zuvor davor gewarnt, sich angesichts der Corona-Krise an ein Leben ohne Arbeit zu gewöhnen. "Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können", hatte der frühere Aufsichtsratschef des US-Vermögensverwalters Blackrock am Sonntagabend im "Bild"-Politiktalk "Die richtigen Fragen" gesagt. "Wir müssen zurück an die Arbeit." Merz ließ durchblicken, dass aus seiner Sicht vor allem Lehrkräfte ohne triftigen Grund nicht mehr zum Schulunterricht erscheinen. "Es bleiben einfach zu viele Lehrer Zuhause", sagte er. Wer nicht ernsthaft erkrankt sei, müsse auch in die Schule kommen.