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Markus Rieß bleibt Ergo-Chef bis 2025

Nach der erfolgreichen Restrukturierung von Ergo genießt Rieß ein hohes Ansehen bei der Konzernmutter Munich Re. Nun kommen neue Herausforderungen auf ihn zu.

Im Jahr 2015 wechselte Rieß vom Konkurrenten Allianz zur Ergo. Foto: dpa

Markus Rieß steht weitere fünf Jahre an der Spitze des Düsseldorfer Erstversicherers Ergo. Das gab die Ergo-Mutter Munich Re an diesem Freitag bekannt. Man habe sich im Aufsichtsrat einvernehmlich darauf geeinigt, Rieß einen weiteren Vertrag über die volle Laufzeit von fünf Jahren anzubieten, hieß es aus dem Unternehmen. Rieß habe zugesagt.

Der 54-jährige kam im Jahr 2015 vom Konkurrenten Allianz zu Ergo. Sein Auftrag dort war klar definiert: Er sollte den angeschlagenen Erstversicherer wieder auf Kurs bringen. Sowohl im Lebens- als auch im Sachgeschäft durchlief Ergo damals eine schwere Zeit. Entwicklungen waren versäumt worden, zudem galt die Personalausstattung als zu groß.

Rieß setzte in vielen Bereichen an. Der neue Online-Versicherer Nexible ging an den Start, für hochverzinsliche Altverträge von Lebensversicherungen wurde eine eigene Plattform geschaffen, das Personal wurde in einem schmerzhaften Schritt reduziert und die IT für einen hohen dreistelligen Millionenbetrag neu aufgestellt.

Inzwischen verdient Ergo wieder gutes Geld. 339 Millionen Euro standen nach neun Monaten im vergangenen Jahr in den Büchern. Das angepeilte Jahresziel von 400 Millionen Euro dürfte somit erreicht werden. Genaue Zahlen soll es am 28. Februar geben.

Eines der wenigen Problemfelder ist im Moment noch die deutsche Sparte Leben und Gesundheit, die mit lediglich acht Millionen Euro nach neun Monaten zuletzt kaum noch Geld verdient hat.

Neue Belegschaft aus Düsseldorf

Doch nicht nur Rieß genießt bei der Munich Re hohes Ansehen. Zuletzt wurden gleich mehrere Top-Positionen in der Zentrale mit Kandidaten aus Düsseldorf besetzt. Finanzvorstand Christoph Jurecka ist seit Anfang vergangenen Jahres dort. Zum 1. Mai folgt Achim Kassow als Vorstand unter anderem für die Bereiche Asien, Pazifik und Afrika.

Seit November führt zudem der vorherige Ergo-Vorstand Andree Moschner den hauseigenen Vermögensverwalter MEAG. Auch Kommunikationschef Andreas Lampersbach kam von der Erstversicherer-Tochter. Ergo-Chef Rieß sitzt seit fünf Jahren ebenfalls im Vorstand der Munich Re.

Die enge Verbindung der Töchter mit der Mutter ist seit dem Jahresende auch in den Formenlogos erkennbar. „A Munich Re Company“ steht nun hinter den Töchtern Ergo und MEAG. Vom Tisch ist damit die lange Diskussion, ob Ergo überhaupt zum Geschäftsmodell des Rückversicherers passe. Munich Re-Chef Wenning hatte das zwar wie schon sein Vorgänger Nikolaus von Bomhard stets bejaht, gerade in Zeiten der wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Ergo war jedoch auch lange von einer möglichen Trennung die Rede.

Das Amt als Ergo-Chef und als Vorstand der Munich Re bleiben künftig jedoch nicht die einzigen Aufgaben von Markus Rieß. Der Konzern hatte Ende vergangenen Jahres beim amerikanischen Insurtech Next seine bis dato kleine Beteiligung deutlich aufgestockt und 250 Millionen Dollar investiert.

Der Anteil der Münchener an Next wuchs damit auf 27,5 Prozent. Der Versicherer aus Palo Alto im Silicon Valley ist auf kleine und mittlere Gewerbekunden spezialisiert und wird mittlerweile mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet. Markus Rieß ist inzwischen der Vertreter der Munich Re im Aufsichtsrat des Insurtechs. Mindestens vier Mal im Jahr sei er direkt vor Ort, um einen Eindruck über das rasch wachsende Unternehmen zu bekommen, heißt es im Unternehmen.