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Lidl testet neue Art des Böller-Verkaufs

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Trotz Corona wird es ein generelles Böllerverbot in diesem Jahr nicht geben. Einschränkungen und Apellen zum Verzicht zum Trotz darf also auch dieses Jahr mit Feuerwerk verabschiedet werden. Auch der Discounter Lidl wird 2020 also Böller und Raketen verkaufen - wenn auch auf andere Art und Weise wie sonst. Kunden können sich ihre Feuerwerkskörper nun reservieren.

MASSA, ITALY - JULY 26, 2018 - The main entrance to a Lidl grocery store in Italy
Lidl testet einen neuen Service an seinen Kunden - mithilfe von Böllern (Symbolbild: Getty Images)

Immer wieder gibt es Debatten um ein Böllerverbot, und gerade im Corona-Jahr 2020 bekamen diese erneut Nachdruck. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov zufolge wären 64 Prozent der Deutschen für ein solches Verbot von Feuerwerkskörpern.

Im Kontrast dazu steht die ungetrübte Nachfrage nach Feuerwerk. Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurden von Januar bis September 30.700 Tonnen Feuerwerkskörper im Wert von 75,6 Millionen Euro nach Deutschland importiert. Und obwohl laut “Chip.de” Baumärkte wie Obi oder Hagebau auf den Verkauf von Böllern verzichten wollen, nehmen andere Einzelhändler wie Kaufland oder Aldi das Geschäft gern mit.

Lidl-Kunden können ihre Böller ab Anfang Dezember reservieren

Auch Lidl wird Feuerwerkskörper ins Angebot nehmen und hat sich für den Verkauf, der erst ab 29. Dezember erlaubt ist, eine besondere Vorgehensweise überlegt. So können Kunden ihre Knaller und Raketen ab 7. Dezember reservieren und diese dann ab 30. Dezember in der Filiale abholen.

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Möglich ist dies ausschließlich über die neue App “Lidl Plus”, die Kunden auf ihrem Smartphone installieren müssen. Nach der Anmeldung in der App taucht in den kommenden Tagen dann die Option für die Feuerwerks-Reservierung auf.

Ein Schritt in Richtung “Click & Collect”?

Für Lidl hat diese Vorgehensweise gleich zwei Vorteile. Zum einen wird damit der Ansturm auf die Böller kurz vor Silvester in den Filialen reduziert, was in Zeiten des Coronavirus die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen einfacher einhalten lässt. Zudem kann die Discounter-Kette damit ein “Click & Collect”-System testen, das Konkurrenten wie Rewe, Netto oder die Drogerie-Kette dm bereits anbieten.

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