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Laschet-Nachfolge: CDU-Vize Breher zeigt sich offen für die Idee einer Doppelspitze – und fordert mehr Frauen-Förderung

·Lesedauer: 3 Min.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Silvia Breher kann sich eine Doppelspitze in ihrer Partei vorstellen. „Ich stehe dem grundsätzlich offen gegenüber“, sagte Breher der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Sie sehe dafür derzeit zwar keine Mehrheit. Die Frage müsse man aber diskutieren. Sie selbst steht für Führungsämter in der CDU bereit. „Ich möchte mich gerne weiter einbringen und die Modernisierung der CDU aktiv mitgestalten“, sagte die 48-Jährige. Doppelspitzen haben aktuell die SPD, die Grünen, die AfD und die Linke.

In einem Interview des Nachrichtenportals „t-online“ machte Breher aber deutlich, dass sie nicht für den Parteivorsitz zur Verfügung stehe. Das stehe für sie „aktuell nicht zur Diskussion“. Der Grund sei, dass ihre Kinder auch „mindestens ein Recht“ auf Zeit mit ihr als Mutter hätten.

Breher kritisierte mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen in ihrer Partei. „Wir hatten über Jahre oft Frauen in Spitzenpositionen, die eher keine Kinder hatten. Ursula von der Leyen war eine Ausnahme. Aber viele Frauen in der Partei haben komplett auf ihre Karriere gesetzt. Und es darf doch einfach nicht sein, dass man sich innerhalb der Partei entscheiden muss, ob man jetzt Karriere oder Kinder will.“ Und das sei „teilweise auch das Problem der CDU“.

„Ein Mitgliederentscheid ist nicht allein der große Heilsbringer“

Für sie sei aber nicht entscheidend, „ob wir am Ende einen Mann oder eine Frau an der Spitze haben, sondern dass wir endlich zum Team-Gedanken zurückfinden“, sagte Breher weiter der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Wir brauchen jetzt Teamgeist“, mahnte sie. Es gehe um ein Team, dass die Strömungen der Partei widerspiegele und in dem auch Frauen vertreten seien. Inhaltlich müsse die Partei „wieder zu klaren Positionen finden, die über Formelkompromisse hinausgehen“. Sollte die Union in der Opposition sein, werde es einfacher sein, Unterschiede aufzuzeigen.

Eine mögliche Mitgliederbefragung für das Amt des Parteichefs sieht Breher skeptisch. „Ein Mitgliederentscheid ist nicht allein der große Heilsbringer. Das zeigt sich an der SPD, die damit zweifelhafte Erfahrungen gemacht hat“, sagte die CDU-Vizechefin, „t-online“.

Der Chef der Jungen Union, Tilman Kuban, betonte dagegen: „Wer Vorsitzender wird, muss aber die gesamte Partei entscheiden.“ Die CDU brauche einen Kandidaten, hinter dem sich die ganze Partei versammeln könne, sagte Kuban dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er bekräftigte seine Forderung nach einem Generationenwechsel. „Gerade jetzt ist es an der Zeit, neuen Köpfen eine Chance zu geben.“

„Wir haben tolle junge Frauen, die jetzt sichtbarer werden müssen“

Kuban forderte die Union zu einer neuen Diskussionskultur und auch Kompromisskultur auf. „Wir müssen wieder lernen, strittige Themen intern auszudiskutieren und den dann gefundenen Kompromiss oder die Entscheidung gemeinsam nach außen zu vertreten.“ Die Junge Union trifft sich von Freitag bis Sonntag in Münster zu ihrem Deutschlandtag. Dort erwartet werden auch mehrere Spitzenpolitiker der CDU, die als mögliche Bewerber für die Parteispitze gehandelt werden. Kuban betonte aber: „Wir haben tolle junge Frauen, die jetzt sichtbarer werden müssen.“

Die CDU will nach dem historischen Wahldebakel der Union mit dem Kanzlerkandidaten Armin Laschet auf einem Sonderparteitag den kompletten Bundesvorstand neu wählen. Ob der Parteitag noch im Dezember oder erst im Januar stattfinden wird, ist offen.

Als mögliche Bewerber für die CDU-Spitze gelten vor allem der Wirtschaftsexperte Friedrich Merz, Gesundheitsminister Jens Spahn, der Außenpolitiker Norbert Röttgen, Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus und der Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann.

Mehrere CDU-Ministerpräsidenten haben bereits abgewunken. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte der „Sächsischen Zeitung“ (Donnerstag): „Ich bleibe Sachsen treu.“ Der 46-Jährige betonte: „Ich habe in Sachsen eine wichtige Aufgabe, die ich nicht nur erfüllen muss, sondern erfüllen will.“ Auch Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther hatte erklärt, er helfe gern bei der Neuaufstellung der CDU, „aber nicht an vorderster Front“.

dpa/tf

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