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Kreml: Ölcrash ist bislang keine Katastrophe für Russland

MOSKAU (dpa-AFX) - Der Einbruch der Ölpreise ist aus Sicht des Kremls bislang keine Katastrophe für Russland. "Natürlich ist die Preissituation nicht sehr angenehm", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Agentur Tass zufolge. "Mittelfristig kann man aber auf keinen Fall von einer Katastrophe für Russland sprechen." Die Regierung und Präsident Wladimir Putin hätten mit einer ausreichenden Sicherheitsmarge auf mehrere Jahre vorgesorgt. Man könne deshalb an allen sozialen Verpflichtungen und Entwicklungsplänen festhalten.

In Russland hatte sich Anfang März die wirtschaftliche Lage sehr verschärft durch den Crash der Ölpreise. Neben den wirtschaftlichen Folgen der Viruskrise belastet ein Preiskrieg der führenden Ölstaaten Saudi-Arabien und Russland den Ölmarkt. Der Rubel verlor daraufhin gegenüber dem Euro und dem US-Dollar stark an Wert. Noch im Januar gab es für einen Euro in den Wechselstuben 68 Rubel, zuletzt mehr als 87. Das war der schwächste Rubel-Wert seit rund vier Jahren. Die Zentralbank in Moskau entschied am Freitag, den Leitzins unverändert bei 6 Prozent zu belassen. Der Rubel stieg dabei wieder auf rund 84 zum Euro.

Peskow betonte, dass man sich in keinem Preiskrieg mit Riad befinde. Es gebe "gute, partnerschaftliche Beziehungen". Niemand solle sich in diese Beziehungen einmischen, sagte der Kremlsprecher.