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Kreative Ideen: So sichern Restaurants den Mindestabstand

Mit dem kursierenden Coronavirus müssen Restaurants auf den Mindestabstand ihrer Gäste achten. Da das viel Mikromanagement bedeutet, kommen teils kuriose und kreative Ideen zustande.

Gute Idee oder einfach nur ein Design-Fauxpas? Glocken im einem Pariser Restaurant. (Bild: Getty Images)

Bundesweit gelten Abstandsregeln, insbesondere in geschlossenen Räumen müssen Bürger vorsichtig sein. Das trifft Restaurants und Lokale schwer: Die Abstandsregeln bedeuten weniger offene Tische, damit weniger Gäste, weniger Umsatz und so haben sich inzwischen viele Lokale schon wieder dazu entschlossen, zu schließen.

Andere aber halten tapfer die Stellung. Das ist für die Mitarbeiter nicht nur ein gewisses gesundheitliches Risiko, sondern auch eine Menge zusätzliche Arbeit. Kein Wunder also, dass viele Restaurants nach Möglichkeiten suchen, ihre Gäste nicht ständig an den Mindestabstand erinnern zu müssen.

Viele Restaurants legen “Hier nicht”-Schilder auf ihre Tische oder zweckentfremden die bekannte “Reserviert”-Karten. Funktional, aber nicht besonders hübsch. Es geht auch anders.

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Grüne Drachen und Pandas als Abstandhalter

Da wäre zum Beispiel dieses Restaurant aus Bangkok. Hier hat der Besitzer kurzerhand grüne Drachen auf jede zweite Bank gesetzt, die ganz klar signalisieren, dass hier Abstand zu halten ist. Ebenfalls in Bangkok wurden kleine Pandas zwischen den Gästen platziert. Das ist auch funktional, aber sieht um einiges cooler aus - vom Effekt auf Social Media mal ganz abgesehen.

Über einen riesigen Social-Media-Effekt durfte sich das Restaurant “Mediamatic Eten” aus Amsterdam freuen. Dort hatten die Inhaber schnell reagiert und sich einige kleine Gewächshäuser gesichert. Diese dienen jetzt als Schutz vor Viren, Regen und Wind im Außenbereich. Diese kreative Idee brachte Publicity bis auf die Philippinen.

Gummiringe und Glocken über dem Kopf

Schon Mitte Mai machte das Restaurant “Fish Tales” aus Ocean City, Maryland auf sich aufmerksam. Die Eigner sind offensichtlich Autoscooter-Fans und sicherten ihre runden Tische kurzerhand mit einem dicken Gummiring. Die Gäste können so gar nicht anders als Abstand zu halten. Wie sicher die Lösung aber wirklich ist, sei an dieser Stelle angezweifelt. Forscher gehen teilweise davon aus, dass der Abstand von 1,5 Metern bei einigermaßen sportlichen Aktivitäten sowie Singen, Sprechen oder Lachen gar nicht mehr ausreicht - lachen dürften die Gäste im “Fish Tales” des Öfteren.

Definitiv sicher, dafür aber nicht sonderlich einladend sind die Lösungen mit Plastik zwischen den Gästen. Das funktioniert entweder als Scheibe oder sogar als Glocke, die von der Decke hängt. Spaß ist hier eindeutig zweitrangig.

Im Penguin Eat Shabu aus Bangkok, Thailand wird streng getrennt gegessen. (Bild: AFP)
 Der Designer Christophe Gernigon hat diese *hust* hübschen Helfer erfunden. Eingesetzt werden sie bislang nur in Paris. (Bild: Getty Images)

Dinner for One in Schweden

Wer beim Essen etwas mehr Freiheit genießen möchte, wird mit den folgenden zwei Restaurants sicher glücklicher. Das “Bord för En” aus Schweden empfängt täglich nur einen einzigen Gast. Dieser bekommt seine Mahlzeit per Korb direkt aus der Küche zugeschickt. Der Abstand ist hier mal gar kein Problem. In Holtenau, einem Stadtteil von Kiel, lässt ein Café Essen und Trinken in einem Flaschenzug zu den Gästen hinab.

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Fast schon gruselig wird es bei den nächsten Ideen. Das “Inn at Little Washington” hat (Virginia, USA) Puppen auf die leer bleibenden Plätze verfrachtet. Das macht den Raum direkt etwas voller. Im “Hotel Haase” in Hannover sitzen auch Puppen auf den freien Plätzen - die Idee macht also durchaus Schule. Im “Five Dock Dining” in Australien hat es nicht zu Puppen gereicht, dafür sitzen Pappaufsteller unter den echten Gästen.

Als ob das noch nicht genug an eine neue Folge “Black Mirror” erinnern würde, wird zudem über die Lautsprecher die Geräuschkulisse eines vollen Restaurants eingespielt.


Angesichts mancher Ideen hängt der Boden im Fass sprichwörtlich schon am seidenen Faden, doch dann kommt da noch Burger King um die Ecke. Das “Café Rothe” aus Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern kennt auch gar keine Gnade.

Angesichts solcher Lösungen erscheint uns die klassische “Hier nicht”-Karte doch plötzlich doch wieder ganz sympathisch.