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Kinderschutzbund und Kinderhilfswerk begrüßen Kinderbonus

BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Kinderschutzbund und das Deutsche Kinderhilfswerk begrüßen den im milliardenschweren Konjunkturpaket der Bundesregierung vorgesehenen Kinderbonus. Die 300-Euro-Prämie sei "ganz gut gestaltet", weil sie nicht auf Hartz-IV angerechnet werde und mit steigendem Einkommen abschmilze, sagte der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, der Deutschen Presse-Agentur. "Trotzdem ist das keine Bekämpfung der Kinderarmut", sagte er. "Die bleibt auf der Tagesordnung. Denn dieses riesige Schuldenpaket, das muss von unseren Kindern und unseren Enkeln getragen werden und abgetragen werden."

Das Deutsche Kinderhilfswerk befürworte ebenso eine stärkere finanzielle Unterstützung von Familien, sagte Kinderhilfswerk-Präsident Thomas Krüger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dabei sei es zentral, "nicht nach dem Gießkannen-Prinzip vorzugehen, sondern nach dem Prinzip der sozialen Gerechtigkeit". "Das Geld muss dort ankommen, wo es besonders gebraucht wird." Letztlich sollten nur Familien im Hartz-IV-Bezug oder mit kleinen und mittleren Einkommen profitieren. Krüger betonte allerdings auch, dass der Kinderbonus für viele Familien nicht reiche.

Die Spitzen von Union und SPD einigten sich für das Konjunkturpaket auf den Kinderbonus von einmalig 300 Euro pro Kind, der mit dem Kindergeld ausgezahlt werden soll. Die Extrazahlung für Familien mit Kindern soll "aller Wahrscheinlichkeit nach" in drei Raten in Höhe von jeweils 100 Euro überwiesen werden, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Donnerstag.

Die als Teil des Konjunkturprogramms geplante vorübergehende Erhöhung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende könne zu einer "spürbaren Verbesserung" der finanziellen Situation vieler Alleinerziehender führen, sagte Krüger. "Die jetzige Erhöhung darf aber nicht das Ende der Fahnenstange sein, langfristig sollte der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende an den Grundfreibetrag für Erwachsene gekoppelt werden."

Auch Hilgers sei froh, "dass etwas für die Alleinerziehenden geschieht", sagte er - "leider nur befristet auf zwei Jahre." Hier sollte dringend überlegt werden, diese Förderung beizubehalten. Das sei nicht nur eine Frage der Konjunktur, sondern eine Frage der Gerechtigkeit.