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"Als ich jung war, gab es keine Schwarzen Menschen im deutschen TV", erinnert sich Schauspieler und Produzent Tyron Ricketts

In seiner Kindheit fehlten ihm die Vorbilder, mit denen er sich als Schwarze Person identifizieren konnte, erzählt Schauspieler und Tyron Ricketts. Längst dürfte er selbst ein Vorbild für BIPOC in der Medienwelt sein. - Copyright: Lisa Kempke / Business Insider
In seiner Kindheit fehlten ihm die Vorbilder, mit denen er sich als Schwarze Person identifizieren konnte, erzählt Schauspieler und Tyron Ricketts. Längst dürfte er selbst ein Vorbild für BIPOC in der Medienwelt sein. - Copyright: Lisa Kempke / Business Insider

Im deutschen Fernsehen hat es in seiner Jugend keine ernstzunehmenden Vorbilder für ihn gegeben, sagt Schauspieler und Produzent Tyron Ricketts: keine Schwarze Menschen, mit denen er sich hätte identifizieren können. Da waren höchstens der Sportler Carl Lewis und der Comedian Eddie Murphy, der auf Deutsch komplett albern synchronisiert gewesen sei. Über die vergangenen drei Jahrzehnte wurde Ricketts, Sohn einer Österreicherin und eines Jamaikaners, selbst eine der ersten BIPOC in der deutschen Medienlandschaft.

Ricketts spielte jahrelang den Kriminalkommissar Patrick Diego Grimm bei "Soko Leipzig" (ZDF), rappte schon in den 90ern mit seiner Band Blackstreet Batallion, später mit Mellowbag, Freundeskreis und Brothers Keepers. Er moderierte jahrelang die Rap-Sendung "Wordcup" auf Viva und interviewte Größen wie Lauryn Hill, Ice-T, De La Soul. Zuletzt verfilmte er als Produzent die deutsch-deutsche Migrationsgeschichte des Ex-Polizisten Samuel Meffire für Disney+. Die Serie heißt "Sam – Ein Sachse".

Repräsentation war Ricketts dabei immer wichtig. Seine Produktionsfirma Panthertainment gründete er in Zeiten, in der Menschen mit Migrationshintergrund noch Ausländer genannt wurden und Inklusion, Diversität und Mikroaggressionen noch nicht geläufig waren. Erst produzierte er über Panthertainment seine Viva-Sendung, später dann "Sam – Ein Sachse". Dabei habe er großen Aufwand betrieben, um angefangen beim Drehbuch, Darstellerinnen und Darstellern bis hin zu Menschen hinter der Kamera BIPOC und Menschen aus der ehemaligen DDR einzubeziehen. Denn Ricketts ist überzeugt: "Wenn Geschichte immer nur aus einer Perspektive erzählt wird, stellen sich die Geschichtenerzähler selbst auch als die Helden dar."

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"Es scheint so, als ob du das alles in deiner Karriere ohne Angst angegangen bist", sagt Derman Deniz im Podcast-Interview zu Ricketts. Wie er kühn Viva die Moderation seiner eigenen Sendung pitchte, scheinbar angstfrei ohne Erfahrung Redaktion und Produktion für "Wordcup" übernahm oder ohne Schauspielausbildung Rollen spielte. "Ich glaube, die Furchtlosigkeit habe ich von meiner Mutter", sagt der Künstler. Seine Mutter sei eine sehr geschäftstüchtige Frau gewesen, die immer ihre Wege gefunden habe, sich zu verwirklichen. "In ihrem Fall über die Geschäfte, die sie dann gemacht hat. Und das habe ich mir bestimmt abgucken können von zuhause, dieses ‚Probier es doch einfach aus! Was soll passieren?‘"

Und auch seiner Großmutter ist Ricketts rückblickend dankbar. Bei ihr hat er eine Weile als Kind gelebt, sie habe ihm Wichtiges fürs Leben mitgegeben. In Österreich sei sie bei der Hitlerjugend gewesen, "Mein Kampf" habe noch bei ihr im Regal gestanden, ein Heft vom Bund Deutscher Mädchen. "Irgendwann hat meine Oma zu mir gesagt: ‚Bub, schau, dass du was wirst, weil wenn’s was wirst, dann bist du der Herr Ricketts. Und wenn du nix wirst, dann bist du nur der N****.‘“ Auch wenn das hart klingen möge, der Satz habe für ihn schon damals Sinn ergeben.

Im Podcast geht es noch um vieles mehr aus dem Leben und der Karriere von Tyron Ricketts, etwa den Zauber, den sein erstes Mix-Tape mit Rap-Musik auf ihn hatte. Die Zeit als Rapper, geprägt von einer Welle des Rechtsextremismus, in der Morddrohungen erhielt, wie er trotz dieser Erfahrungen konstruktiv bleibt.

Über den Podcast "Cousengs und Cousinen"

Im Podcast "Cousengs und Cousinen" spricht Derman Deniz mit Persönlichkeiten, die verdammt gut sind in dem, was sie tun. Menschen aus der deutschen Wirtschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft. Sie alle eint, dass sie eine Migrationsgeschichte haben.

Wie sind sie aufgewachsen, zwischen mehreren Welten? Welche Werte haben sie geprägt? Wie sind diese Menschen groß geworden in Leben und Beruf in einer Mehrheitsgesellschaft, für deren Anerkennung von manchen weit mehr Erfolg gefordert wird als von anderen?

Um das und viel mehr geht es jeden zweiten Donnerstag ab dem 1. Februar 2024 bei „Cousengs und Cousinen“. Hört rein auf Spotify, Apple Podcasts, Amazon und Google.

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