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Jan Marsalek: Spur in die Türkei

·Lesedauer: 2 Min.

Bei der Fahndung nach dem flüchtigen ehemaligen Wirecard-Manager Jan Marsalek verfolgt die Staatsanwaltschaft München nun eine Spur in die Türkei. Was dahintersteckt.

Die Staatsanwaltschaft München wirft Jan Marsalek und vier weiteren ehemaligen Top-Managern vor, Wirecards Bilanzen aufgebläht zu haben, um Investoren zu täuschen. Foto: dpa
Die Staatsanwaltschaft München wirft Jan Marsalek und vier weiteren ehemaligen Top-Managern vor, Wirecards Bilanzen aufgebläht zu haben, um Investoren zu täuschen. Foto: dpa

Bei der Fahndung nach dem flüchtigen ehemaligen Wirecard-Manager Jan Marsalek verfolgt die Staatsanwaltschaft München nach Informationen der WirtschaftsWoche eine Spur in die Türkei. Ausgangspunkt ist die Münchner Beteiligungsgesellschaft IMS Capital, deren Geschäfte Marsalek wesentlich mitbestimmt haben soll, ohne ein offizielles Amt inne gehabt zu haben. Die IMS hatte knapp 20 Millionen Euro für Investitionen von zwei türkischen Gesellschaften erhalten, die miteinander verbunden sind.

Laut dem türkischen Handelsregister werden die Geschäfte der beiden Gesellschaften von dem früheren Chef des libyschen Geheimdienstes Rami El Obeidi geführt. Er gilt als enger Vertrauter von Jan Marsalek und hatte vor einigen Monaten Investoren und Journalisten ausspähen lassen, um Wirecard zu helfen. Die türkischen Gesellschaften äußerten sich nicht dazu, ob die bei der IMS investierten Mittel von Marsalek stammten.

Nach der Flucht des ehemaligen Wirecard-Vorstands hatten die türkischen Firmen ihr Geld von der IMS zurückgefordert und im Spätsommer eine Zivilklage eingereicht sowie Strafanzeige gegen den offiziellen Geschäftsführer der IMS erstattet, um an das Geld zu kommen. Die Staatsanwaltschaft hat daraufhin das Vermögen der IMS arrestiert. Das geht aus einem Dokument hervor, das der WirtschaftsWoche vorliegt. Die Staatsanwaltschaft München äußert sich zu dem gesamten Themenkomplex nicht.

Die Beteiligungsfirma hatte unter anderem in das Start-up Blinq investiert, dessen geschäftsführender Gesellschafter der Sohn des russischen Generalkonsuls in München ist. Zu den Co-Investoren anderer Firmen, denen IMS Geld gegeben hat, wie der Goomo Europe und Acomodeo, einem Buchungsportal für Appartements, zählen Personen beziehungsweise Firmen aus dem Wirecard-Umfeld. Insgesamt soll IMS rund 17,5 Millionen Euro investiert haben. Teilweise hatten die Start-ups zusätzlich auch Kredite von Wirecard erhalten.

Wirecard meldete im Sommer Insolvenz an, nachdem sich herausstellte, dass Treuhandkonten auf denen knapp zwei Milliarden Euro hätten liegen sollen, leer sind. Marsalek ist seitdem auf der Flucht. Die Staatsanwaltschaft München wirft ihm und vier weiteren ehemaligen Top-Managern vor, Wirecards Bilanzen aufgebläht zu haben, um Investoren zu täuschen.

Mehr zum Thema: Geschäfte von Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek lenken den Blick der Ermittler auf die Türkei. Bei Deals wirkten mit: ein libyscher Exagent, die Frau eines Milliardentreuhänders und der Sohn eines russischen Konsuls. Lesen Sie hier die Hintergründe.