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Intensivmediziner plädieren für Intensivierung der Impfkampagne

·Lesedauer: 2 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts der hohen Corona-Neuinfektionen haben Mediziner vor einer Überlastung von Intensivstationen gewarnt und konsequente Auffrischungsimpfungen sowie eine erneute Intensivierung der Impfkampagne gefordert. "Wir sehen gerade in den Bundesländern mit hohen Inzidenzen, in Bayern, Thüringen und Sachsen, dass die Notfallversorgung und Intensivversorgung teilweise nicht mehr gewährleistet werden kann, dass einzelne Krankenhäuser Notfälle nicht mehr versorgen können", sagte Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin an der Uniklinik Hamburg-Eppendorf, bei einem Expertenbriefing des Science Media Centers Germany zur Lage auf den Intensivstationen.

Ein Grund für die angespannte Situation auf den Intensivstationen sei neben der niedrigen Impfquote unter anderem auch der Personalmangel in den Krankenhäusern. "Uns stehen insgesamt leider weniger Intensivbetten zur Verfügung als noch im letzten Jahr. Wie kommt das? Das ist einfach das Nadelöhr Personal, insbesondere Pflegepersonal", sagte Kluge. Bis zu 30 Prozent der deutschen Intensivbetten könnten nicht betrieben werden können, weil das Personal fehle.

Damit sich die Lage nicht noch weiter verschlimmert, forderten Kluge sowie Reinhard Busse, Leiter des Fachgebiets Management im Gesundheitswesen an der TU Berlin, und Michael Hallek, Direktor der Klinik für Innere Medizin an der Uniklinik Köln, Booster-Impfungen konsequent durchzuführen. "Gerade bei älteren, bei immun geschwächten Patienten ist diese Auffrischimpfung lebensrettend", sagte Kluge.

Kritik übten die Mediziner an der schleppenden Impfkampagne und den vielerorts niedrigen Impfquoten. "Ohne die Impfung wäre unser Gesundheitssystem jetzt kollabiert. Das muss man ganz klar sagen mit dieser Delta-Variante", sagte Kluge. Dennoch seien zu viele Menschen nicht erreicht worden. "Ich glaube hier hätte man mehr tun müssen, wenn ich mir diese doch wirklich sehr schlechten Quoten angucke in vielen Bundesländern". Die Mediziner forderten die Politik auf, die Impfkampagne erneut zu intensivieren - noch sei es nicht zu spät.

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