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Inflationsrate in Euro-Zone fällt auf 0,3 Prozent – tiefster Stand seit 2016

Die erste Schätzung hatte bei 0,4 Prozent gelegen. Die EU-Kommission geht im Jahresschnitt davon aus, dass sich die Teuerung gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert.

Für Lebensmittel, Alkohol und Tabak mussten die Verbraucher wieder tiefer in die Tasche greifen. Foto: dpa

Ölpreisverfall und Coronakrise drücken die Inflation im Euro-Raum weit unter die Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Verbraucherpreise zogen im April binnen Jahresfrist nur noch um 0,3 Prozent an und damit so wenig wie seit August 2016 nicht mehr, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte.

Damit revidierte sie eine erste Schätzung von 0,4 Prozent leicht. Im März hatte die Teuerung bei 0,7 Prozent gelegen. Volkswirte hatten mit einer Bestätigung der ersten Schätzung gerechnet. Die EZB strebt eine Inflation von knapp zwei Prozent an, verfehlt dieses Ziel jedoch seit Jahren.

Energie verbilligte sich im April um 9,7 Prozent zum Vorjahresmonat. Für Lebensmittel, Alkohol und Tabak mussten die Verbraucher hingegen wieder tiefer in die Tasche greifen. Hier gab es einen Preisanstieg von 3,6 Prozent.

Die Preise unverarbeiteter Nahrungsmittel stiegen im Schnitt um 7,6 Prozent zum Vorjahresmonat. Dienstleistungen und Industriegüter verteuerten sich dagegen deutlich schwächer. Die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel betrug 0,9 Prozent.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Inflation in der Euro-Zone im Jahresschnitt 2020 auf 0,5 Prozent fällt, nach 1,2 Prozent im vorigen Jahr. Die erwartete starke Rezession drückt auf die Ölpreise.