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Indiens Marine befreit von somalischen Piraten gekapertes Frachtschiff

NEU DELHI (dpa-AFX) -Die indische Marine hat eigenen Angaben zufolge ein von somalischen Piraten vor knapp drei Monaten gekapertes und entführtes Frachtschiff gestoppt und die Besatzung aus den Händen ihrer Entführer befreit. 35 Piraten hätten sich ergeben, 17 Besatzungsmitglieder seien am Samstagabend unverletzt gerettet worden, teilte die indische Marine auf der Plattform X (ehemals Twitter) mit. Das Schiff "MV Ruen" sei im Arabischen Meer rund 2600 Kilometer von der indischen Küste entfernt abgefangen und zum Anhalten gezwungen worden. Es sei auch nach illegalen Waffen, Munition und Schmuggelware durchsucht worden. Gekapert worden war der Frachter bereits am 23. Dezember.

Ein Kriegsschiff habe die Piraten 40 Stunden lang verfolgt und ihren gekaperten Frachter schließlich gestoppt. Die Piraten hätten dabei zunächst auf das Kriegsschiff geschossen, bevor sie sich nach Gegenwehr der indischen Schiffsbesatzung ergeben hätten, hieß es.

Die Küste vor dem Krisenstaat Somalia war einst Schauplatz häufiger Piratenangriffe. Im Zuge der seit 2008 laufenden EU-Mission "Atalanta" zur Bekämpfung der Piraterie dort gingen die Attacken aber deutlich zurück. Allerdings kam es nach Angaben des IMB-Meldezentrums für Piraterie bereits am 14. Dezember zu einer Entführung, als ein Frachter gekapert und nach Somalia gesteuert wurde. Ende Januar hatte die indische Marine nach eigenen Angaben innerhalb von 36 Stunden die Besatzungen von zwei Fischerbooten aus der Hand somalischer Piraten befreit.

Somalia liegt am Horn von Afrika gegenüber vom Jemen. Die Gefahren in der Region haben stark zugenommen. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen greifen seit Beginn des Gaza-Krieges immer wieder Schiffe im Roten Meer an, um sie an einer Durchfahrt in Richtung Israel zu hindern. Für den Welthandel gilt das Rote Meer als einer der wichtigsten Schifffahrtswege, weil es das Mittelmeer über den Suezkanal in Ägypten mit dem Indischen Ozean verbindet. Die indische Marine hatte zuletzt nach den Angriffen ihre Präsenz in der Region verstärkt.