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Holpriger Start von Zwangsquarantäne für Einreisen nach England

·Lesedauer: 2 Min.

LONDON (dpa-AFX) - Die neuen Vorgaben zur Zwangsquarantäne nach Einreise in Großbritannien sorgen auch bei den Behörden für Kopfzerbrechen. Grenzbeamte hätten erst am Sonntagabend per E-Mail eine ausführliche Erklärung der neuen Corona-Regeln erhalten und damit nur wenige Stunden vor Inkrafttreten am Montagmorgen, berichtete die Zeitung "The Guardian" am Dienstag. Die Gewerkschaft PCS sprach von einer "Schande". Viele Beamte fühlten sich unvorbereitet und unterbewertet. Ein Regierungssprecher sagte, die Leitlinien seien zugestellt worden und würden regelmäßig aktualisiert.

Seit Montag müssen Rückkehrer, die aus 33 als Hochrisikogebieten deklarierten Ländern nach England einreisen, direkt nach Ankunft in einem Hotel für zehn Tage und elf Nächte in Quarantäne. Aus Europa ist nur Portugal betroffen. Für Unterkunft und Verpflegung werden pro Person 1750 Pfund (rund 2000 Euro) fällig. Die Bestimmung gilt für Briten, Iren und in Großbritannien lebende Bürger - ansonsten gilt aus den Hochrisikogebieten ohnehin ein Einreisestopp.

Wer während des Aufenthalts positiv auf Corona getestet wird, muss länger in Quarantäne bleiben - und dafür bis zu 1200 Pfund zusätzlich zahlen. Das teilte die Regierung aber erst nach Beginn der Hotel-Pflicht mit. Kritik an hohen Kosten wies Premierminister Boris Johnson zurück. "Es ist derzeit ohnehin illegal, zum Urlaub ins Ausland zu reisen", sagte er am Montagabend. "Wir erwarten, dass die Menschen, die aus einem dieser Länder auf der "Roten Liste" einreisen, in der Lage sind, ihre Kosten zu tragen."

Wer aus einem anderen Land, also auch aus Deutschland, einreist, muss sich selbst isolieren. Für alle vorgeschrieben sind aber zwei Corona-Tests nach Einreise.

Im Landesteil Schottland gilt die Hotel-Vorschrift hingegen für alle Einreisenden - mit Ausnahme von Irland. Diese Regelung kam einem Vater und seiner Tochter zugute, die aus den USA über Irland nach Schottland eingereist waren. Sie wurden nach einem Tag im Hotel nach Hause geschickt und müssen sich nun dort isolieren. Die Behörden entschuldigten sich bei der Familie. Die Gesundheitsexpertin Linda Bauld von der Universität Edinburgh kritisierte indessen die Regelung als ineffektiv. "Es macht keinen Sinn, dass die Vorschriften nicht gelten, nur weil sie ein paar Stunden in Irland waren."