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Holcim-Chef nicht beunruhigt von rekordhohen Energiekosten

ZUG (dpa-AFX) -Trotz der rekordhohen Energiekosten zeigt sich Holcim CH0012214059-Chef Jan Jenisch nicht beunruhigt. "Wir haben eine gute Situation: Wir haben teilweise langfristige Energieverträge und Quellen für alternative Energie", sagte Jenisch am Freitag. Das Unternehmen habe den Einsatz alternativer Energien ausgebaut. "Wir sind bei der Energie abgesichert." Gleichzeitig habe der Konkurrent von Heidelberg Materials (vormals Heidelbergcement) die Preise erhöht, "sodass wir auch im letzten Quartal nicht beunruhigt sind. Wir haben die Kosten unter Kontrolle." Auch im dritten Quartal habe der Konzern die Preise erhöhen können.

Die stärkste Region sei im Sommerquartal Nordamerika gewesen. "Unsere Produktion ist praktisch ausverkauft. Und wir sehen keine Anzeichen einer Verlangsamung. Wir haben volle Auftragsbücher bis ins nächste Jahr", sagte Jenisch. Auch in Lateinamerika sei die Nachfrage gut.

Europa laufe "nicht so schlecht". Die Nachfrage sei zwar um etwa 5 Prozent gesunken. "Das erschreckt uns nicht", sagte der Manager. Denn die Preise und die Resultate seien auf einem guten Niveau.

In Asien sei die Lage in allen Schlüsselmärkten gut, mit Ausnahme von China und Indien. In China gebe es immer noch Lockdowns. "Deshalb sind wir mit Umsatz und wiederkehrendem Betriebsergebnis nicht zufrieden", sagte Jenisch.

Noch extremer war die Situation in Indien, wo Holcim sein Geschäft Ende August für einen Milliardenbetrag verkauft hat. In Indien seien die Kosten noch stärker gestiegen als anderswo, weil alternative Energien nicht so verbreitet seien und Holcim dort stärker von traditionellen Energien abhängig gewesen sei, sagte der Firmenlenker. Das habe auf die Profitabilität geschlagen.

Insgesamt sei das Management zuversichtlich, dass Holcim im Gesamtjahr 2022 neue Rekordresultate erzielen werde, sagte Jenisch. "Unsere Auftragsbücher sind stark. Deshalb haben wir unsere Ziele fürs Gesamtjahr 2022 erhöht. Und das hört nicht im Januar auf."

Vor allem in Nord- und Lateinamerika seien die Auftragsbücher stark. "Das geht im nächsten Jahr weiter", sagte Jenisch. In Europa schwäche sich der Markt etwas ab, aber die Preise seien immer noch gut. "Wir haben viele ökonomische Unsicherheiten für die nächsten Monate, aber für Holcim haben wir einen guten Plan."

Beim Verfahren in Frankreich um Terrorfinanzierung der damaligen Lafarge im syrischen Bürgerkrieg habe Holcim eine Kaution von 30 Millionen Euro stellen müssen. Das Verfahren sei noch in der Untersuchungsphase. Einen Zeitplan für einen Abschluss des Verfahrens gebe es nicht. Holcim kooperiere vollständig mit den Behörden.