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US-Börsen schließen uneinheitlich – Biontech-Aktie legt um sechs Prozent zu

·Lesedauer: 4 Min.

Starke Einzelhandelsdaten und die Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff stützen die Stimmung an der Wall Street. Die Anleger sorgen sich weiter um die Folgen der Coronakrise.

Die Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff und gute Konjunkturdaten haben die US-Börsen zum Wochenausklang gestützt, aber die Sorgen der Anleger nicht gänzlich beseitigt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte am Freitag 0,4 Prozent zu auf 28.606 Punkte. Der breiter gefasste S & P 500 notierte kaum verändert bei knapp 3484 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,4 Prozent auf 11.671 Punkte. Unter dem Strich verbuchten alle drei Indizes auf die Woche gesehen Verluste.

Der US-Pharmakonzern Pfizer und das Mainzer Biotechunternehmen Biontech kündigten an, bei positiven Studienergebnissen Ende November einen Notfall-Zulassungsantrag für ihren Corona-Impfstoff einzureichen. Die Märkte nahmen diese Nachricht positiv und hoffen offensichtlich darauf, dass das Versprechen eingelöst wird.

Auch die jüngsten Daten zum Einzelhandel stützten die Stimmung. Die Händler setzten im September 1,9 Prozent mehr um als im Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington am Freitag mitteilte. Im August hatte es einen Zuwachs um 0,6 Prozent gegeben.

Die Einzelhandelsumsätze liegen mittlerweile wieder über dem Niveau vom Februar – dem Monat, bevor die Coronakrise im Frühjahr einsetzte. „Die Erholung der US-Wirtschaft vollzieht sich in wichtigen Bereichen viel schneller als nach der großen Finanzkrise“, sagte Jeffrey Schulze, Chefstratege beim Investmenthaus Clearbridge Investments.

Die US-Industrie hat ihre Produktion im September dagegen heruntergefahren. Die Firmen – einschließlich der Versorger – stellten im September 0,6 Prozent weniger her als im Vormonat, wie die Notenbank am Freitag in Washington mitteilte. Dies war der erste Rückgang nach vier Anstiegen in Folge.

Blick auf die Einzelwerte

Gilead: Zweifel an der Wirksamkeit von Remdesivir bei der Behandlung von Corona-Patienten setzen der Pharmafirma zu. Einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge hat das Medikament keinen Einfluss auf die Genesung. Die Aktien fallen um 1,5 Prozent.

Biontech und Pfizer: Das Mainzer Biotechunternehmen und sein US-Partner peilen bei positiven Studienergebnissen mit ihrem Corona-Impfstoff einen Zulassungsantrag Ende November an. Die Aktien von Biontech legten 6,2 Prozent zu, die Aktien von Pfizer notieren zwischenzeitlich 3,8 Prozent stärker.

Boeing: Die europäische Flugaufsicht stellte einem Medienbericht zufolge eine Flugerlaubnis für die Unglücksmaschine 737 Max noch vor dem Jahresende in Aussicht. Boeing habe entsprechende Änderungen vorgenommen, so dass die Maschinen wieder sicher seien, sagte der Exekutivdirektor der Easa, Patrick Ky, der Agentur Bloomberg. Die Aktien legten 1,9 Prozent zu.

Navistar: Die Volkswagen-Nutzfahrzeugtochter Traton steht vor der milliardenschweren Übernahme des US-Lkw-Herstellers Navistar. Traton einigte sich nach eigenen Angaben am Freitag mit dem Management und den Großaktionären von Navistar auf einen Kaufpreis von 44,50 Dollar je Aktie. Noch am Mittwoch hatte Traton 43 Dollar als letztes Angebot bezeichnet und den Amerikanern für dessen Annahme ein Ultimatum bis Freitagabend gestellt. Doch dann wurden sich beide Seiten handelseinig. Navistar-Aktien, die am Mittwoch nach dem Ultimatum eingebrochen waren, stiegen im Handelsverlauf um 22,5 Prozent auf 43,4 Dollar. Traton-Titel notieren 1,6 Prozent fester.

Hertz: Dass Hertz Global Holdings von Finanzinvestoren eine Geldspritze von 1,65 Milliarden US-Dollar erhielt, um sich im laufenden Insolvenzverfahren neu aufzustellen, bescherte der Muttergesellschaft des Autovermieters Hertz ein Kursfeuerwerk. Am Ende stand ein Plus von knapp 143 Prozent auf 2,50 Dollar zu Buche. Von den mehr als 20 Dollar, die die Aktien noch im März vor dem Ausbruch der Coronakrise gekostet hatten, sind sie aber meilenweit entfernt – ganz zu schweigen von den Rekordständen über 50 Dollar aus dem Jahr 2016.

Schlumberger: Derweil sackten die Aktien von Schlumberger um knapp neun Prozent ab. Der Ölfelddienstleister enttäuschte die Anleger mit seiner Umsatzentwicklung im abgelaufenen Quartal. Beim Informationstechnikunternehmen Hewlett Packard Enterprise mussten die Aktionäre trotz eines angehobenen Gewinnausblicks ein Kursminus von gut vier Prozent verkraften.

Nikola: Beim angeschlagenen Elektro-Nutzfahrzeughersteller Nikola stand letztlich ein Kursverlust von rund 16 Prozent zu Buche. Unternehmenschef Mark Russell stieß mit Aussagen in einem Interview, wonach Nikola auch ohne die angestrebte strategische Partnerschaft mit General Motors bestehen könne, auf wenig Begeisterung.