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Heißer Inflations-Sommer bringt Notenbanker in Erklärungsnot

·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Den Europäern steht ein teurer Sommer bevor. Er wird die Entschlossenheit der Zentralbanker testen, die Wirtschaft weiter zu stimulieren.

Die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone entlädt sich derzeit in steigender Nachfrage. Bei den Frankfurter Währungshütern schürt das Sorgen, dass eine beschleunigte Inflation über einen längeren Zeitraum hinweg die langfristigen Erwartungen von Unternehmen und Haushalten beeinflussen könnte. Wäre dies der Fall, könnte ein Teufelskreis entstehen, in dem Preisanstiege trotz erhöhter Arbeitslosigkeit zu höheren Lohnforderungen führen, die wiederum weitere Preiserhöhungen nach sich ziehen.

Der steigende Preisdruck könnte auch ein gefundenes Fressen für jene Zentralbanker sein, die ohnehin finden, dass die Geldpolitik schon viel zu lange zu locker war - und damit im Jahresverlauf zu hitzigen Zentralbankratssitzungen führen. Die jüngsten Daten stellen das offizielle Mantra in Frage, dass der Inflationsanstieg vorübergehender Natur sein wird.

“In der Summe führen alle konjunkturellen und strukturellen Faktoren zu einer Trendwende,” sagte Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba in Frankfurt. “Wenn wir bei der deutschen Inflationsrate erstmal bei 3% angekommen sind, dann werden die Gewerkschaften fragen: ‘Und was ist mit den Arbeitnehmern?’”

Die Aussicht auf eine beschleunigte Inflation wurde am Dienstag in einer Reihe von Berichten deutlich, nachdem Produktionsbetriebe im Euroraum die Preise aufgrund steigender Kosten und schrumpfender Lagerbestände so schnell wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr angehoben hatten.

Das wirkt sich auch auf die Konsumenten aus. Das Wachstum der Verbraucherpreise in der Eurozone erreichte zum ersten Mal seit 2018 die Marke von 2% - was technisch gesehen über der Zielmarke der EZB liegt.

Es gibt kaum Anzeichen dafür, dass sich der globale Versorgungsengpass entspannt. Asiatische Hersteller, die Komponenten für einen Großteil der Welt produzieren, haben ihre Aktivitäten im letzten Monat heruntergefahren, als die Staaten mit Virusausbrüchen zu kämpfen hatten.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sagte diese Woche, dass der globale Preisdruck zwar gegen Ende des Jahres nachlassen sollte, jedoch längerfristige “Aufwärtsrisiken” bestünden.

Außerhalb der Eurozone hat die isländische Zentralbank im vergangenen Monat als erste in Westeuropa die Geldpolitik seit der Pandemie gestrafft, indem sie die Zinssätze anhob, um einem Inflationsschub vorzubeugen. Die norwegische Zentralbank hat ebenfalls signalisiert, dass sie in Richtung Straffung geht.

Die Ratsmitglieder der EZB halten daran fest, dass die Versorgungsengpässe überwunden und die Basiseffekte aus den Preissteigerungsraten herausfallen werden. Marktbasierte Kennzahlen deuten darauf hin, dass der Preisanstieg im Euroraum in den kommenden Jahren im Durchschnitt unter dem Zielwert liegen wird.

“Ich wäre sehr, sehr überrascht, wenn Europa einen breit angelegten Preisanstieg bekäme”, sagte Paul Donovan, Chefökonom bei UBS Global Wealth Management. “Sollten die Zentralbanken ihre Politik straffen, weil der Preis von Toilettenpapier plötzlich in die Höhe geschossen ist? Nein, natürlich nicht.”

Die anhaltende Furcht der Zentralbanker ist jedoch eine “Entankerung” der Inflationserwartungen. Das würde sie dazu zwingen, eine Straffung der Geldpolitik in Betracht zu ziehen - keine einfache Entscheidung, wenn die Arbeitslosigkeit über dem Niveau vor der Pandemie liegt und die massiv verschuldeten Regierungen der Eurozone auf niedrige Kreditkosten angewiesen sind.

“Es ist nicht die Zeit, um sich über Inflation Sorgen zu machen”, sagte Angel Gurria, der scheidende Chef der OECD, gegenüber Bloomberg Television in dieser Woche. “Obwohl man sie immer im Hinterkopf behalten sollte.”

Überschrift des Artikels im Original:Europe’s Pricier Summer Is Set to Test Central Bankers’ Resolve

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