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Happy 2020! So lernst du, endlich auch mal Nein zu sagen

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Neues Jahr, neues Glück, aber auch jede Menge Druck, den wir uns vorrangig selbst machen. Mehr Sport, mehr Erfolg, mehr Me-Time – und am besten alles auf einmal! Dabei wissen wir doch eigentlich, dass es die kleinen Schritte sind, die uns dabei helfen, unser Leben langfristig so zu optimieren, dass wir glücklich(er) sind. Im Januar stellen wir täglich Tipps und Tricks vor, die sich ganz einfach in den Alltag integrieren lassen und für gute Laune sorgen. Heute: Wie du es schaffst, deine Grenzen zu wahren, ohne anderen vor den Kopf zu stoßen.

Für Freundschaften ist es enorm wichtig, seine eigenen Grenzen zu kennen und zu wahren. (Bild: Getty Images)

Es gibt Menschen, die sind einfach viel zu gutmütig. Sie sagen immer Ja, egal, wie absurd die Bitte oder das Anliegen auch ist. Der eine möchte zum 20. Mal Geld ausleihen? Logisch! Der andere will, dass man ihm beim Umziehen, Streichen und Küche aufbauen hilft und am besten auch noch das Auto leiht? Aber klar doch! Der dritte nistet sich über Monate auf der Couch im Wohnzimmer ein? Kein Stress!

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Erkennst du dich wieder? Dann wird 2020 das Jahr, indem du sagst: Bis hierhin und nicht weiter! Wir geben dir Tipps, wie du vom ewigen Ja-Sager zum überlegten Nein-Sager wirst. Denn: Psychologen sind sich sicher, dass jede ungewollte Zustimmung die Lebensfreude hemmt und unnötig Energie verbraucht.

Tipp 1: Die Situation analysieren

Generell fällt es uns leichter, Ja als Nein zu sagen. Denn dadurch werden wir gemocht, gelten als guter Freund und hilfsbereiter Zeitgenosse. Ein Nein weckt dagegen negative Assoziationen, man gilt als Egoist oder als knauserig.

Was dir helfen kann, ist die nächste Situation, in der dich ein Freund um etwas bittet, genau zu analysieren. Überlege dir in dem Moment: Warum fällt es mir gerade so schwer, Nein zu sagen? Habe ich Angst vor Ablehnung oder Konsequenzen? Möchte ich gebraucht werden? Wenn dir das klar ist, ist schon einmal viel gewonnen.

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Tipp 2: Um Bedenkzeit bitten

Hast du die Situation analysiert, musst du nicht sofort Ja oder Nein sagen. Denn oft ist es gerade diese Überrumpelungs-Taktik, die uns zu einer schnellen Antwort verleitet, die wir hinterher bereuen. Bitte also die Person um etwas mehr Zeit, um über die Entscheidung nachzudenken. Du kannst zum Beispiel sagen: “Das kann ich jetzt in diesem Moment nicht spontan entscheiden. Gib mir 10 Minuten/eine Stunde/einen Tag, um es zu überdenken. Dann komm ich auf dich zurück.“

Tipp 3: Begründe dein Nein

Bei Menschen, die wie aus der Pistole geschossen “Nein!“ schreien, gehen wir automatisch auf Distanz und reagieren mit Abwehr. Deshalb ist es besser, wenn du dein Nein etwas sanfter verpackst, bevor du deinen Gesprächspartner total verprellst. Dafür musst du natürlich erst einmal wissen, warum dir das Anliegen oder die Bitte missfällt. Kostet es dich zu viel Zeit? Ist es dir unangenehm? Übersteigt es deine Fähigkeiten? Hierbei kann dich auch Tipp 2 mit Bedenkzeit weiterbringen.

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Ist dir der Grund bewusst, kannst du verschiedene Techniken anwenden: Verständnis zeigen, oder sich bedanken sind die gängigsten Methoden. Das kann dann zum Beispiel so aussehen: “Es tut mir wirklich leid, dass die Situation für dich so unangenehm ist, aber ich kann dir da nicht aushelfen.“ Oder auch so: “Dein Lob freut mich wirklich sehr, aber es ändert leider nichts an meinem Zeitplan.“

Die Zeit, die du investierst, um Freunden zu helfen, fehlt dir am Ende selbst. Stell dir die Frage: Möchtest du das wirklich? (Bild: Getty Images)

Tipp 4: Lösungsvorschläge machen

Diese Methode schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Dadurch zeigst du, dass dir die Situation und dein Gesprächspartner nicht egal sind. Gleichzeitig stellst du unmissverständlich klar, dass deine Gutmütigkeit Grenzen hat. Diskutiere verschiedene Ideen mit dem Hilfesuchenden, wie er sein Problem lösen kann.

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Tipp 5: Lass dich nicht rumkriegen

Es gibt Personen, die können ein Nein einfach nicht akzeptieren. Sie versuchen dich mit allen Mitteln umzustimmen, bis du schließlich aus reiner Erschöpfung doch noch Ja sagst. Lass dich nicht unterbuttern! Beharre auf deinem begründeten Nein und wiederhole es – wenn nötig – so lange, bis der andere es verstanden hat. Solltest du merken, dass dein Gesprächspartner wirklich gar keine Ruhe gibt, kannst du auch einfach aufstehen und gehen oder auflegen. Denn damit wird deine Grenze gleich doppelt überschritten.

Die gute Nachricht ist: Mit jedem "Nein" wird es in Zukunft leichter - und irgendwann gelingt es bestimmt auch mit Humor: “Du, ich wünschte, ich könnte. Aber ich mag einfach nicht!”