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Größte Hotelkette schafft Mini-Plastikflaschen ab

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Getty)

Shampoo, Duschgel, Conditioner gibt es in Hotels oft in Mini-Ausführung. Die weltweit größte Hotelkette Marriott schafft die kleinen Plastikflaschen nun ab und trägt dadurch zur Müllvermeidung bei.

Toilettenartikel in Miniaturausführung sind bei Hotelgästen beliebt. Nicht benutzte Fläschchen landen bei der Abreise schon mal gerne im Koffer, denn sie eignen sich perfekt für den nächsten Kurztrip.

Der Marriott-Konzern will die kleinen Plastikflaschen in seinen mehr als 7.000 Häusern in über 130 Ländern nun gänzlich abschaffen. Damit werde eine Initiative erfolgreich fortgeführt, die bereits 2018 ins Leben gerufen wurde, heißt es in einer Mitteilung.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben schon in rund 1.000 Häusern in Nordamerika eine Umstellung vollzogen.

Die winzigen Einweg-Artikel werden durch größere Pumpflaschen ersetzt. Man gehe davon aus, dass die Umstellung in den meisten Hotels bis Dezember 2020 erfolge. Nach der Umstellung des Toilettenartikelprogramms, würden so 500 Millionen winzige Flaschen weniger auf Mülldeponien gelangen, das seien etwa 1,7 Millionen Pfund Plastik.

Plastikmüll kostet laut NABU jedes Jahr 135.000 Meeressäuger und mehr als eine Million Meeresvögel das Leben. (Bild: Getty)

„Dies ist unsere zweite weltweite Initiative zur Reduzierung von Einwegkunststoffen in etwas mehr als einem Jahr. Dies unterstreicht, wie wichtig es unserer Meinung nach ist, kontinuierlich nach Wegen zu suchen, um die Umweltauswirkungen unserer Hotels zu verringern. Für uns hat dies eine enorme Priorität“, sagte Arne Sorenson, President und Chief Executive Officer von Marriott International.

Die neuen großen Pumpflaschen enthalten nach Unternehmensangaben etwa die gleiche Menge wie zehn bis zwölf kleine Einwegflaschen. Im Gegensatz zu den Miniausführungen würden die großen Flaschen dann nicht auf der Mülldeponie landen, sondern recycelt.

Die weltweite Produktion von Plastik ist in den vergangenen 70 Jahren rasant gestiegen. Laut Statista liegt das Produktionsvolumen derzeit jährlich bei 350 Millionen Tonnen. Ein Großteil davon landet in den Meeren und kostet laut Nabu jedes Jahr 135.000 Meeressäuger und mehr als eine Million Meeresvögel das Leben.

Experten schätzen, dass die Ozeane bis 2050 mehr Kunststoffe als Fisch (nach Gewicht) enthalten.

Angesichts der stetig wachsenden Bedrohung durch Plastikmüll, findet derzeit ein Umdenken statt. So erlassen etwa immer mehr Länder Plastiktüten-Verbote, wie kürzlich Island. Auch in Deutschland wird an einem entsprechenden Gesetz gearbeitet.

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