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Grünen-Chef sorgt mit Aussage zu Twitter für Diskussion

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Sein Twitter-Rückzug war eine seiner weisesten Entscheidungen, sagt der Grünen-Politiker – und bezeichnet die Plattform als „nicht cool“.

Der Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen meint, dass Politiker sich nicht bei Twitter oder Facebook tummeln müssten. Foto: dpa
Der Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen meint, dass Politiker sich nicht bei Twitter oder Facebook tummeln müssten. Foto: dpa

Grünen-Chef Robert Habeck hat seine Entscheidung verteidigt, nach seinem Twitter-Rückzug vor zwei Jahren nicht zu dem sozialen Netzwerk zurückgekehrt zu sein. „Das war eine der weisesten Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe, da rauszugehen“, sagte Habeck in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ am Dienstagabend. Das solle auch so bleiben.

„Es ist ein freies Land, jeder kann bei Twitter sein, wie er will. Aber, meiner Ansicht nach, gibt es keine Pflicht für Politiker, da zu sein.“ Twitter sei nicht das Medium, in dem er seine Argumente so vortragen könne, wie er das wolle. Der Diskurs werde dort nicht so geführt, wie er ihn politisch für notwendig halte. Habeck hatte sich Anfang 2019 von Twitter und Facebook verabschiedet. Auf den

Einwurf von Moderator Lanz, die Politik habe ein Problem mit jungen Leuten, sagte der Grünen-Politiker: „Die jungen Leute sind bei coolen Plattformen, das ist in Deutschland nicht Twitter.“

Twitter-Gemeinde reagiert mit Spott

Auf Twitter sorgten Habecks Aussagen für Ärger und Kritik. „Entschuldige mal Herr Habeck, natürlich sind wir cool!“, schrieb etwa Nutzerin @Waffelsine. @jens_284 fragte: „Pöbelt der #Habeck gerade über uns?“

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der Twitter rege nutzt, widersprach Habeck in der Sendung. „Ich glaube, dass viele junge Leute, die auch kritisch sind und politisch sehr interessiert sind, dass die sich bei Twitter sammeln“, sagte der SPD-Politiker. „Das ist zum Teil ein Diskurs, von dem ich selbst lerne.“

Hintergrund von Habecks Twitter-Rückzug Anfang 2019 war Ärger um Wahlkampf-Tweets und Datendiebstahl. Twitter sei ein „sehr hartes Medium, wo spaltend und polarisierend geredet wird“, hatte er damals zur Begründung gesagt. Das färbe auch auf ihn ab. Zudem seien private Informationen über Twitter verbreitet worden.