Deutsche Märkte geschlossen

Grüne fordern steuerfreie Boni in Einzelhandel und Gesundheitswesen

Menschen im Einzelhandel und Gesundheitswesen arbeiten in Zeiten der Coronakrise extra hart und sollten mit Steuererleichterungen unterstützt werden, fordern die Grünen.

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, fordert steuerfreie Prämienzahlungen für den Beschäftigte im Einzelhandel und im Gesundheitsbereich. Foto: dpa

Um Beschäftigte im Einzelhandel und im Gesundheitsbereich in der Coronakrise zu stützen, sollten sie aus Sicht der Grünen steuerfreie Prämienzahlungen bekommen können. „Die Menschen im Einzelhandel und im Gesundheitsbereich machen gerade eine für die ganze Gesellschaft wichtigen Job“, sagte die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, der Deutschen Presse-Agentur. „Ihre harte und derzeit auch riskante Arbeit verdient mehr Anerkennung.“ Die Bundesregierung solle Bonuszahlungen im Einzelhandel und im Gesundheitswesen unterstützen und solche Prämienzahlungen während Corona-Krise von der Steuer befreien.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte ebenfalls eine Steuerfreistellung von Sonderzahlungen für Mitarbeiter gefordert. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte am Dienstag bei „Bild live“, sein Ministerium prüfe, ob die Boni bis zu einer gewissen Höhe steuerfrei gestellt werden könnten. Das könne in einem bestimmten Rahmen voraussichtlich schnell und unbürokratisch über die Finanzämter funktionieren.

Göring-Eckardt appellierte aber auch auf den Handel, mit der Zahlung von Prämien nicht auf Finanzminister Scholz zu warten. „Die Supermarktketten machen gerade einen großen Umsatz“, sagte sie. „Bei all den richtigen Rettungspaketen für Wirtschaft und Unternehmen dürfen wir auch die Menschen nicht vergessen, die jeden Tag in dieser Krise ganz persönlich an vorderster Front stehen.“

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil forderte höhere Löhne für Kassierer und Pfleger. „Wir sehen gerade unglaublich viele Heldinnen und Helden des Alltags. Die haben nicht nur warme Worte, sondern langfristig auch bessere Löhne verdient“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). „Wo das möglich ist, sollten jetzt schon höhere Löhne für Kassiererinnen oder Pfleger gezahlt werden. Aber das kann man nicht staatlich verordnen.“