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Gesetzesreform für mehr Frauen in Führungsposition verzögert sich

BERLIN (dpa-AFX) - Wegen der Coronavirus-Pandemie verzögert sich einem Medienbericht zufolge die geplante Reform eines Gesetzes, das mehr Frauen in Führungspositionen bringen soll. "Unser Gesetzentwurf sollte jetzt eigentlich ins Kabinett kommen", sagte Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) dem "Handelsblatt" (Freitag). "Das verzögert sich allerdings wegen der Bewältigung der Coronakrise, ist aber nur aufgeschoben, nicht aufgehoben."

Seit Anfang 2016 müssen die etwa 100 größten börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen in Deutschland mindestens 30 Prozent der Posten in ihren Kontrollgremien mit Frauen besetzen. Für rund 4000 weitere Firmen sieht das Gesetz vor, sich selbst Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und anderen Führungsgremien zu geben.

Giffey hatte zunächst für Ende vergangenen Jahres eine Verschärfung der Quotenregelung angekündigt, die Vorlage des neuen Gesetzentwurfes war dann auf dieses Jahr verschoben worden. Vorgesehen sind darin früheren Angaben zufolge auch Strafen für Unternehmen, die keine Zielgröße für die Besetzung von Führungspositionen mit Frauen nennen oder als Ziel null Frauen angeben und das nicht begründen.

"Frauen schaffen es trotz all ihrer Talente, exzellenter Ausbildung und ihrem ganzen Einsatz immer noch zu selten in die Führungsetagen", sagte Giffey dem Bericht zufolge. Die Corona-Krise verstärke diese Situation. Die Lösung der Probleme wegen geschlossener Schulen und Kitas bleibt demnach oft an den Frauen hängen.