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Galeria 2.0: Wie sich die Kaufhaus-Kette mit einem neuen Logistik-Netzwerk neu aufstellen will

·Lesedauer: 3 Min.

Ende Oktober geht die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof unter neuem Namen – und mit neuem Konzept – an den Start. Künftig heißen die bekannten Kaufhäuser nur noch Galeria. Der neue Name ist zwar die öffentlichkeitswirksamste Änderung. Jedoch ist er nur ein kleiner Teil einer neuen Gesamtstrategie der Handelskette. Galeria versucht seit Monaten verzweifelt einen Neustart, dafür sind große Umstrukturierungen notwendig.

So wurde nun auch bekannt, dass Galeria auch das Logistiknetzwerk stark ausgedünnt hat. Wie die „Lebensmittelzeitung“ in Bezug auf DVZ berichtet, sind die Warenlager in Neuss, Dietzenbach und Köln mittlerweile geschlossen worden. Zuvor mussten bereits im Zuge der Fusion von Kaufhof und Karstadt die Lager in Stuttgart, Würzburg, Erfurt, Berlin, Hannover und Frechen weichen. Künftig sollen die Galeria-Kaufhäuser nur noch von zwei Zentrallagern in Essen und Unna mit Waren beliefert werden. An dem Essener Standort wird hauptsächlich Mode gelagert, in Unna Hartwaren, Bekleidung und alle Waren, die online versendet werden. An den vier Regionallagern in Hamburg, Berlin, Ettlingen und München wird die transportierte Ware dann umgeschlagen. Betrieben wird die Logistik seit März 2020 von Fiege X Log, einem Joint Venture des Warenhaus-Konzerns mit dem Logistikdienstleister Fiege.

Die Logistik wird trotz weniger Filialen – GKK hat im Zuge massiver Liquiditätsprobleme über 40 Häuser geschlossen – für Galeria künftig deutlich herausfordernder und teurer. Denn ab Herbst will das Unternehmen in vielen Geschäften auch neue Kundenservices anbieten, wie die Paketabholung vor Ort. Alle 131 Häuser des Konzerns sollen zumindest teilweise umgebaut werden, 60 von ihnen vollständig. Für diese Umstrukturierung sind Kosten in Höhe von 600 Millionen Euro eingeplant, verkündete Galeria. Davon sollen rund 100 Millionen Euro in den Onlinehandel fließen, der gleiche Betrag in die Logistik und IT des stationären Geschäfts und rund 400 Millionen in die Modernisierung der Warenhäuser.

Experten glauben nicht an die Rettung Galerias

Ein teurer Neustart, von dem noch nicht klar ist, ob er sich je auszahlen wird. Experten sind seit langem kritisch. "Das ist nun die letzte Chance für GKK, auch wenn ich nicht glaube, dass das neue Konzept das Unternehmen retten kann", sagte etwa der Wirtschaftswissenschaftler Martin Fassnacht bereits im Juli im Gespräch mit Business Insider. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Strategie & Marketing an der WHU Otto Beisheim School of Management. Generell komme die Umgestaltung rund zehn Jahre zu spät, sagt Fassnacht, der den Untergang der Warenhäuser schon seit längerem vorhersagt. "Das Konzept des Warenhauses ist längst überlebt und nicht mehr zeitgemäß, das wird sich auch nicht mehr ändern lassen." Langfristig sieht er trotz der ambitionierten Pläne Müllenbachs keine Perspektive für GKK: "Die neue Strategie hört sich zwar in der Theorie gut an, ist aber meines Erachtens nicht tragfähig, um die aussterbenden Warenhäuser langfristig zu retten."

Mit dem Neustart will der Konzern sich den Herausforderungen stellen, die auf die Innenstädte nach der Pandemie zukommen. Denn Ladenschließungen und der kräftig gewachsene Onlinehandel haben den Druck auf den stationären Einzelhandel zusätzlich verstärkt. Galeria Karstadt Kaufhof selbst hatte sich letztes Jahr in Folge der Pandemie mithilfe eines Schutzschirmverfahrens sanieren müssen. Allein im ersten Lockdown bis Ende September habe der Konzern etwa eine Milliarde Euro verloren, sagte Müllenbach dem „Handelsblatt“. 40 Filialen wurden geschlossen und Gläubiger mussten auf zwei Milliarden Euro verzichten. Der Warenhauskonzern arbeitet seitdem an seinem Neustart, wie das „Handelsblatt“ schreibt. Der Konzern musste dieses Jahr aber mehrmals zusätzliche Staatshilfen beantragen, um die Auswirkungen der Ladenschließungen abzufedern. Den Verlust im zweiten Lockdown könne man an den bewilligten Staatshilfen in Höhe von 460 Millionen Euro ablesen, so Müllenbach. Mitte des Jahres wurde zudem noch über einen zweiten Staatskredit aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes beraten, der laut „Handelsblatt“ zwischen 50 und 100 Millionen Euro betragen soll. Das Geld will Galeria in mehreren Tranchen samt Zinsen bis 2026 zurückzahlen, sagte Müllenbach der „Wirtschaftswoche“.

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