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Fuhrunternehmen locken in den USA LKW-Fahrer mit Jahresgehältern von 100.000 Dollar — doch Experten zweifeln an der Wirkung

Schon seit Monaten fehlen weltweit LKW-Fahrerinnen und -Fahrer. - Copyright: Mint Images / Getty Images
Schon seit Monaten fehlen weltweit LKW-Fahrerinnen und -Fahrer. - Copyright: Mint Images / Getty Images

Nicht nur in Deutschland plagt ein drohender Fahrermangel die Lastwagen-Branche. In den USA fehlen nach Angaben der American Trucking Association bereits jetzt 80.000 Fernfahrer, bis zum Jahr 2030 könnte sich die Anzahl sogar verdoppeln. Das berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ).

Fuhrunternehmen in den USA wollen nun mit Hilfe von Lohnerhöhungen der aktuellen Fluktuation im Fernfahrsektor entgegenwirken. Die Hoffnung: Mehr Geld sorgt dafür, dass sich auch künftig Fahrer für das Arbeitsfeld entscheiden – trotz langer Arbeitszeiten, Abwesenheit von der Familie und des oftmals stressigen und ungesunden Lebensstils.

Laut einer Umfrage der American Trucking Association, bei der Hunderttausende Fahrer großer Fuhrunternehmen und Konzerne Angaben zu ihren Einkünften gemacht haben, stieg das Durchschnittsgehalt im Jahr 2021 um elf Prozent an. Damit liege es derzeit bei rund 70.000 US-Dollar, so die „FAZ“. Umgerechnet sind das rund 69.000 Euro.

Einige der befragten Fahrer waren bei der US-amerikanischen Supermarktkette Walmart angestellt. Diese habe Anfang dieses Jahres angekündigt, ihren Fahrern im ersten Jahr 110.000 Dollar (rund 108.000 Euro) bezahlen zu wollen. Zum Vergleich: So viel verdienen in den USA im Schnitt Finanzanalysten und -berater. Dabei seien jedoch in der gesamten Trucking-Branche Jahresgehälter von rund 100.000 Dollar (98.000 Euro) keine Seltenheit mehr.

Experten haben Zweifel an der Wirkkraft der Lohnerhöhungen

Einige Experten bezweifeln jedoch, dass die Lohnerhöhungen ihren gewünschten Zweck erfüllen. Laut dem Logistikforscher David Correll kämen diese oftmals nämlich nur kaum merklich bei den Arbeitnehmern an, die in der Regel nicht pauschal, sondern nach gefahrener Meile bezahlt werden. Gemäß den gängigen Regularien dürfen Lastwagenfahrer innerhalb von 24 Stunden maximal elf Stunden auf der Straße verbringen.

Correll fand jedoch heraus, dass viele Fahrer oftmals nur 6,5 Stunden täglich hinter dem Steuer säßen und die restliche Zeit warteten, um abgefertigt zu werden. „Ich glaube, dass Amerikas Lastwagenfahrer chronisch unterbeschäftigt sind“, äußerte der Forscher laut „FAZ“ im Zuge einer Anhörung im Kongress. Dies hat zur Folge, dass Fahrer im Schnitt deutlich weniger verdienen als von den Unternehmen angepriesen. Anstatt die Löhne anzuheben, schlägt der Forscher also vor, zunächst die Effizienz der Arbeitsabläufe zu verbessern, beispielsweise mit Hilfe von intelligenteren Logistik-Programmen.

af