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Flugzeug-Prototyp: So könnte effizientes Fliegen in Zukunft möglich sein

·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Noch handelt es sich bei der Celera 500L um einen Prototypen. Aber der sechssitzige Jet könnte Fliegen in Zukunft weitaus ressourcensparender ermöglichen.

Otto Aviation möchte 2025 einen Privatjet anbieten, der besonders günstig im Betrieb ist.
Wer exklusiv und gleichzeitg sparsam fliegen möchte, kann das vielleicht bald mit der Celera 500L. (Symbolbild: gettyimages)

Nicht nur günstiger, sondern auch energiesparender fliegen: Daran tüftelt das US-Unternehmen Otto Aviation seit Jahren. Mit der Celera 500L könnte dieses Vorhaben in wenigen Jahren aufgehen. Noch handelt es sich bei dem Flugzeug aber um einen Prototypen, der vor allem viel verspricht.

Sechs Sitze, Toilette und Cockpit für zwei

Hinter der Entwicklung der Celera 500L steht William M. Otto. Der Ingenieur arbeitete einst, so schreibt es die Flug Revue, als leitender Wissenschaftler in der Avionikentwicklung des B-1-Bombers.

Bereits im Jahr 1974 machte er sich jedoch selbstständig und arbeitete unter anderem als Flugunfallermittler. Dabei kam er auf mehrere Millionen Flugkilometer pro Jahr – und die Idee, ein eigenes Flugzeug zu entwickeln, das pro Sitz so günstig wie ein Linienflug und so komfortabel und schnell wie ein Business Jet sein soll.

Vor 13 Jahren gründete er deshalb die Otto Aviation Group. Die steht nun kurz davor, den Plan Ottos mit der Celera 500L in die Serienreife zu bringen. Dabei handelt es sich um ein sechssitziges propellerbetriebenes Kleinstflugzeug. An Bord gibt es außerdem eine Toilettenkabine, davor befindet sich das zweisitzige Cockpit.

Form ermöglicht Fliegen ohne turbulente Strömungen

Das Besondere an der Celera 500L ist ihre Form: Sie erinnert an einen Torpedo und ermöglicht damit einen weitaus geringeren Luftwiderstand – der Hersteller spricht von einer Verbesserung um 59 Prozent verglichen mit konventionellen und vergleichbar kleinen Flugzeugen.

Die Form ermöglicht es dabei, dass die Luft in parallelen Schichten an dem Flugzeug entlangströmt und keine turbulenten Strömungen entstehen. In der Aerodynamik wird von "laminarer Strömung" gesprochen, die weder abreißt noch verwirbelt und damit sehr ruhiges und widerstandsarmes Fortbewegen ermöglicht. Allerdings können kleinste Unebenheiten, Vereisungen an der Außenhaut oder sogar Insekten, die laminare Strömung verhindern.

Außenhaut muss sauber sein

Wenn die Außenhaut allerdings komplett glatt ist, verbraucht die Celera 500L sehr wenig Treibstoff mit dem Kolbenmotor im Heck, der mit Diesel oder Kerosin befüllt werden kann. 

Im Interview mit CNN sagte Otto kürzlich dazu: "Unser Flugzeug ist achtmal effizienter als vergleichbare jetbetriebene Flugzeuge." Das wirke sich einerseits auf die Emissionen aus, die pro Sitz gerechnet 80 Prozent geringer als bei Business Jets und 40 Prozent geringer als bei den effizientesten Verkehrsflugzeugen ausfielen. Damit wäre das Flugzeug schon jetzt 30 Prozent sauberer als es Vorschriften der US-Luftfahrbehörde für das Jahr 2031 vorschreiben.

Gleichzeitig würde sich die Effizienz auch bei den Kosten bemerkbar machen: Demnach würde die Celera 500L durchschnittlich pro Stunde Betrieb 328 US-Dollar kosten (umgerechnet rund 280 Euro). Vergleichbare Jets kosteten laut Otto Aviation ungefähr das Sechsfache. Die Sparsamkeit soll zudem keinen Einfluss auf die Reichweite haben: Bis zu 8.300 Kilometer verspricht der Hersteller, bei Reisegeschwindigkeiten von über 700 Kilometern pro Stunde.

Preisschild: Fünf Millionen US-Dollar

Auch wenn sein Flugzeug noch nicht in Serie gegangen ist, plant Otto bereits die nächsten Schritte. CNN sagte er, dass der Kolbenmotor in Zukunft durch einen Wasserstoff- oder Elektroantrieb ersetzt werden könnte und damit weitestgehend emissionsfreies Fliegen möglich sei. 

Den Serienverkauf plant der Ingenieur ab 2025, bislang hat sein Prototyp rund 50 Testflüge überstanden. Allerdings noch mit geringen Geschwindigkeiten und nur in niedriger Flughöhe. Bislang handelt es sich bei den Daten also weitestgehend um ideale Berechnungen. Ob sich alle Versprechungen auch umsetzen lassen, werden die kommenden Jahre zeigen. Den Preis taxiert Otto aber schon jetzt auf rund fünf Millionen US-Dollar (etwa 4,3 Millionen Euro) pro Flugzeug.

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