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Fleischangebot hat sich durch Haltungsform-Labels kaum verändert

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Seit April 2019 gibt es für Fleischprodukte Labels, die Auskunft über die Haltungsform der Tiere geben. Doch Fleisch aus besseren Haltungsformen ist nach wie vor Mangelware.

Fresh Raw Meat in package, isolated on white background
(Beispielbild: Getty Images)

Seit mehr als eineinhalb Jahren gibt es bereits ein Label für die Kennzeichnung von Fleischprodukten. Es funktioniert nach einem verständlichen 4-Stufen-Modell und soll Verbrauchern Auskunft geben, wie die Tiere gehalten wurden, von denen das angebotene Fleisch stammt.

Fleischprodukte: Kaum Angebote für Festtagsbraten aus besonders tiergerechter Haltung

Viele Lebensmittelhändler verwenden mittlerweile das freiwillige Kennzeichnungssystem auf ihren Verpackungen. Allerdings sind Produkte mit den besten Haltungsformen (3 und 4) in den Kühltheken der Supermärkte nach wie Mangelware, wie die Verbraucherzentralen bei einem bundesweiten Marktcheck feststellten.

1.767 Produkte im Marktcheck

Die Verbraucherschützer begutachteten 1.767 Produkte. Mit ernüchterndem Ergebnis, denn seit dem Frühjahr 2019 hat sich das Angebot laut der Untersuchung kaum verändert. Der überwiegende Teil des angebotenen Fleisches stammt nach wie vor aus der schlechtesten Haltungsform 1.

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“Mehr als die Hälfte des Frischfleischangebots (51,1 Prozent) – überwiegend Schwein und Rind – ist mit der Haltungsform Stufe 1 gekennzeichnet. Diese Stufe entspricht dem gesetzlichen Mindeststandard. Etwa ein Drittel der Produkte (35,8 Prozent) stammt aus der Haltungsform 2 – meistens Geflügelfleisch. Die Anforderungen hierfür liegen nur wenig über dem Mindeststandard”, so die Verbraucherzentrale.

Kaum Angebote aus besseren Haltungsstandards

Die Produkte aus der besten Haltungsform 4 machten bei der Überprüfung lediglich 10 Prozent des Angebots aus. Fleisch aus der Haltungsform 3 fand sich sogar nur zu knapp 3 Prozent in den Supermärkten.

“Um Verbrauchern wirklich Wahlfreiheit zu bieten, braucht es ein ausreichendes Angebot von Fleisch aller Tierarten aus allen vier Haltungsformen - und daran hapert es immer noch gewaltig”, so die Verbraucherzentrale.

“Staatliches Tierwohlkennzeichen muss schnellstmöglich eingeführt werden”

Auch sei die Haltungskennzeichnung des Handels zwar ein guter Ansatz, aber dennoch keine Garantie, dass es den Tieren wirklich gut ging. Für verlässliche Aussagen zum Tierwohl seien verhaltens- und gesundheitsbezogene Untersuchungen der Tiere auf mögliche Verletzungen sowie Organbefunde nötig. Die müssten nach Ansicht der Verbraucherschützer sowohl in der Tierhaltung als auch am Schlachthof systematisch durchgeführt werden.

Die Verbraucherzentralen fordern nun, dass nachgebessert wird und das seit Jahren angekündigte staatliche Tierwohlkennzeichen schnellstmöglich eingeführt wird. Zudem sei es wichtig, dass die Anforderungen des staatlichen Zeichens deutlich über dem gesetzlichen Mindeststandard liegen, was bei der derzeitigen Kennzeichnung Haltungsform 1 entspricht.

Fazit der Verbraucherzentrale: “Es bleibt noch viel zu tun in Sachen Tierwohl! Die Haltungsbedingungen in der gesamten Nutztierhaltung müssen besser werden. Dazu braucht es ein klares Bekenntnis von Bundesregierung und Bundesländern, für alle Tierarten gesetzliche Mindeststandards sowie Zielwerte für die messbaren Tiergesundheits- und Tierwohlparameter einzuführen und schrittweise verbindlich anzuheben.”

VIDEO: Wegen Corona-Krise: So hat sich das Essverhalten verändert