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Fintech-Star Peter Großkopf: „Unsere Meetings produzieren Gänsehaut“

·Lesedauer: 6 Min.
„Man muss nicht bei allem der Beste sein, sondern bei überproportional vielen Dingen überdurchschnittlich gut“, sagt der Gründer von Unstoppable Finance, Peter Großkopf.
„Man muss nicht bei allem der Beste sein, sondern bei überproportional vielen Dingen überdurchschnittlich gut“, sagt der Gründer von Unstoppable Finance, Peter Großkopf.

Bitte ein Bitcoin, aber für alle: Der Solarisbank-Mitgründer Peter Großkopf will mit seinem neuen Startup Unstoppable Finance die komplizierte Welt der Decentralized Finance (DeFi) für alle einfacher machen. Dank Blockchain-Technologie ermöglicht DeFi schon seit Längerem die Nutzung von Kryptowährungen ohne den traditionellen Mittelsmann, wie etwa einer Bank oder einem Dienstleister wie Paypal.

Absolut revolutionär in der digitalen Welt, aber zugleich auch absolut unverständlich für den Otto Normalverbraucher. Das realisierte Großkopf, der sowohl bei der Stuttgarter Börse Digital Exchange als auch bei Solarisbank Technischer Leiter war, und machte sich an die Arbeit: Mit einem neuen Team in Berlin tüftelt er gerade an einer App, die das DeFi-Konzept vereinfacht auf das Smartphone bringen und Kryptozahlungen ganz einfach auch für Neulinge ermöglichen soll.

Vor Kurzem sammelte Unstoppable in einer 4,5 Millionen Euro überzeichneten Runde das nötige Startkapital. Hauptgeldgeber war der österreichische VC Speedinvest, der mit Investments in die Krypto-Handelsplattform Bitpanda zuvor schon einen guten Riecher in der DeFi-Welt bewies. Heute verrät uns der 40-jährige Großkopf sein Geheimnis für loyale und motivierte Mitarbeiter und warum ihm und seinen Kollegen montagmorgens regelmäßig die Haare zu Berge stehen.

Peter, wie würdest du deine eigene Arbeitsweise beschreiben?

Ich selber bin tendenziell weniger strukturiert, halte mich aber strikt an einen Prioritätenplan. Das heißt, ich arbeite alles von wichtig nach unwichtig ab. Wenn der Tag dann rum ist, ist das so. So kann es passieren, dass die Antwort auf eine Mail mal ein paar Tage dauern kann. War dann wohl (leider) weniger wichtig, als andere Dinge.
Ich als Einzelperson kann nicht skalieren, deswegen schaffe ich als Führungskraft Verantwortlichkeiten und delegiere Aufgaben. Das sorgt dann auch für Empowerment im Team.

In welchem Bereich könntest du dich noch verändern oder verbessern?

Ich sitze den ganzen Tag in Meetings und Calls. Finde ich aber nicht so schlimm. Es muss Leute geben, die das den ganzen Tag tun, damit andere es nicht tun müssen. Die Anzahl der Meetings mit anderen Teammitgliedern kontinuierlich zu reduzieren und die Teilnehmerzahlen möglichst gering zu halten, ist aber trotzdem ein wichtiges Ziel, an dem ich weiter dranbleibe.

Was machst Du morgens als Erstes im Büro? Und was als Letztes?

Na ja, es gibt ja praktisch keine Büros mehr. Aber ich betrete meinen Arbeitsplatz morgens nie ohne Kaffee und überlege mir als Erstes, was im Laufe des Tages ansteht. Am liebsten starte ich den Tag allerdings mit einer Einheit Sport und höre dabei Tech-Podcasts. Die Kombination aus Inspiration, Wissen, Bewegung und frischer Luft ist das wahre Frühstück der Champions… Als Letztes? Laptop so laut zuklappen, dass es jeder hört.

Wie hat sich deine Arbeitsweise nach der Erfahrung bei der Solarisbank jetzt bei deinem neuen Startup Unstoppable Finance geändert?

Firmenwechsel eignen sich besonders gut, um an sich selbst zu arbeiten. Die Solarisbank war nach meinen knapp 3,5 Jahren dort schon eine riesige Firma mit über 280 Mitarbeitern. Meine Stärke liegt darin, Dinge von Null aufzubauen: Die ersten Mitarbeiter ins Tech-Team holen, eine Firmenkultur formen, der Firma als Vorbild dienen, etc. Ich habe eine bestimmte Vorgehensweise: Ich schaffe als Erstes Verantwortlichkeiten, also Themen, besetze diese mit Leuten, gebe dann Orientierung und übertrage anschließend die Verantwortung. Dieses Verfahren habe ich über die Jahre kontinuierlich verbessert. In Unstoppable Finance kann ich jetzt mein Wissen und meine Erfahrung der Vorjahre bei Solaris, Börse Stuttgart Digital Exchange und noch davor einfließen lassen. Ich denke, ich werde am Ende stolz auf das sein, was wir jetzt gemeinsam schaffen!

Mit welchem digitalen Helfer kommst du oder das Team am besten aus und warum?

Wir sind bei Unstoppable mit einem schlanken Toolset unterwegs. Aktuell ist Notion unser Schweizer Taschenmesser für alles: Die Mischung aus Wissensmanagement, Echtzeit-Kollaboration, externen Freigaben, Vorlagen für alles (inklusive Roadmaps und Projektmanagement) ist einzigartig am Markt. Unser schnellwachsendes Team hat damit ein dynamisches Tool an der Hand, was genau so flexibel ist, wie wir selbst.

Mit welchen dieser digitalen Helfer liegst du eher im Clinch?

Ich bin kein großer Freund von On-Premise-Systemen. Office-Lösungen, Identitätsmanagement, SSO, Infrastruktur: Das gehört alles in die Cloud, wenn es sich datenschutztechnisch machen lässt.

An welchen Arbeitstagen funktioniert euer Team besonders gut? Wie kommt es dazu oder was ist an solchen Tagen anders?

Montagmorgens machen wir unser regelmäßiges Standup-Meeting, in dem wir über die Erfolge der Vorwoche sprechen und uns Ziele für die laufende Woche setzen. Da aktuell viel passiert und wir mit großen Schritten voranschreiten, produzieren diese Meetings bei uns allen Gänsehaut. Das gibt dann auch immer direkten Push für die nächsten Tage.

Was sind deine Hobbies und wie helfen sie dir beim Stress abbauen?

Ich gehe mehrmals in der Woche laufen. Wegen Corona und Homeoffice sind ein Peloton-Bike und Rudern dazugekommen. Die Zeit beim Sport ist die einzige, die ich mit mir selbst verbringe. Ansonsten sind meine Freundin Sonja und ich gerne Verschiedenes: Stand-Up-Paddleboarding, Segelboot fahren, Wandern, Kunst und Kultur genießen. Probates Mittel zum Stressabbau ist auch: Einfach mal für ein paar Minuten die E-Gitarre schnappen und aufdrehen!

Wie motivierst du dein Kollegen, vor allem in harten Zeiten?

Es geht in meinen Augen darum, eine Vision vorzugeben. Leitplanken zu setzen, aber Kollegen darin viel Freiraum zu lassen. Mitarbeiter, die verstehen, warum bestimmte Dinge geschehen und diese aktiv mitgestalten können, sind stets loyal und motiviert. Wenn wir gemeinsam als Team ein Hindernis überwunden haben, feiern wir den Erfolg auch gemeinsam und freuen uns auf die nächsten Herausforderungen.

Und wie schaffst du es, dich selbst zu motivieren?

Das habe ich bereits bei meiner ersten Gründung gelernt: Manchmal muss man einfach die Zähne zusammenbeißen. Man sollte aber immer positiv bleiben und sich nichts anmerken lassen. Sonst steckt es Mitarbeiter und das Umfeld an.

Worin bist du nicht so gut, wie du es gerne wärst?

Meine Lebensphilosophie ist es, nicht bei allem der Beste zu sein, sondern bei überproportional vielen Dingen überdurchschnittlich gut zu sein. Es ist wichtig, bei allem mitreden und eine Richtung vorgeben zu können. Bei allen Spezialthemen verlasse ich mich auf Experten und freue mich, wenn ich in unserer Firma von Leuten umgeben bin, die einzelne Dinge besser können, als ich.

Was ist der beste Rat, den du anderen Gründerinnen und Gründern geben kannst?

Stellt immer Leute ein, die Dinge besser können als ihr. Delegiert viel. Übt euch in Resilienz und Ausdauer. Kein Startup wurde je erfolgreich, weil jemand zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Es ist IMMER viel Arbeit!

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