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Fahrkarte für 90 Cent und zwei Stunden Verspätung: Ich bin mit dem Zug durch Sri Lanka gereist und würde es wieder tun

Die Autorin Marielle Descalsota auf ihrer Reise durch Sri Lanka. - Copyright: Marielle Descalsota/Business Insider
Die Autorin Marielle Descalsota auf ihrer Reise durch Sri Lanka. - Copyright: Marielle Descalsota/Business Insider

Sri Lanka steht schon seit Jahren auf meiner To-Do-Liste. Die tropfenförmige Insel in Südasien ist bekannt für ihre atemberaubenden Strände, den üppigen Dschungel und die mit Laub bedeckten Berge. Ich erfuhr, dass ich noch zwei Urlaubstage hatte, die ich vor Ende des Monats verbrauchen musste. Deshalb habe ich online nach spontanen Flügen geschaut. Da ich in Singapur lebe, habe ich letztendlich einen Flug von dort in die Hauptstadt Colombo gebucht. Der Flug dauert nur knapp fünf Stunden.

Nachdem ich eine Nacht in Colombo verbracht hatte, machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof von Kollupitiya. Von dort aus fuhr ich in den Süden nach Bentota, einem Ferienort. Dort verbrachte ich zwei Tage, genoss den honigfarbenen Strand und beobachtete Surfer, die bei Sonnenuntergang auf den Wellen ritten.

Meine Pläne für die Reise nach Sri Lanka sahen nicht viel mehr als dies vor, gefolgt von einer Fahrt mit dem Küstenzug, als es an der Zeit war, zurück in den Norden zu fahren. Die Fahrt von Bentota nach Colombo dauerte mit dem Auto fast zwei Stunden. Und mit dem Zug, der unterwegs mehrere Stopps einlegt, würde es fast eine Stunde länger dauern. Aber Sri Lankas Küstenzug ist als einer der schönsten in Asien bekannt, und so musste ich ihn ausprobieren.

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Werft einen Blick darauf, wie es ist, mit dem Küstenzug von Sri Lanka zu fahren.

Meine Reise begann in Aluthgama, einer kleinen Stadt am Meer, die in etwa 64 Kilometer südlich von Colombo liegt

Ein Blick auf einen der Überlandzüge Sri Lankas. Marielle Descalsota/Business Insider
Ein Blick auf einen der Überlandzüge Sri Lankas. Marielle Descalsota/Business Insider

Der Bahnhof von Aluthgama befindet sich direkt auf der Brücke, die die Stadt mit Bentota verbindet. Bentota hat einen eigenen Bahnhof. Jedoch entscheiden sich viele Reisende für den Bahnhof in Aluthgama, da er in der Nähe mehrerer Resorts und Herbergen liegt.

Sri Lankas Eisenbahn erstreckt sich über die meisten Teile des Landes. Eine der berühmtesten ist die Küstenbahn, die einen Blick auf die Südküste und den Indischen Ozean bietet. Insgesamt hat die Strecke eine Länge von fast 970 Meilen (entspricht in etwa 1500 Kilometer). Andere Strecken dauern acht bis zehn Stunden und führen an Sri Lankas malerischen Teeplantagen und ausgedehnten Reisfeldern vorbei.

Ich traf einen einheimischen Tuk-Tuk-Fahrer, Suresh, der mir anbot, mich zum Bahnhof Aluthgama zu bringen. Dieser war etwa 15 Minuten von Bentota entfernt liegt. Suresh, mit seinen dicken, lockigen Haaren und seiner sportlichen Sonnenbrille, entdeckte mich, als ich auf der Suche nach einem Restaurant eine belebte Straße entlangging. Er wurde für ein paar Stunden mein Reiseführer. Suresh berechnete mir nur 200 Sri Lanka-Rupien (ungefähr 60 Cent) für eine Fahrt mit dieser motorisierten Rikscha, die in Ländern wie Sri Lanka, Thailand und Kambodscha sehr beliebt ist.

Wie viele Bahnhöfe in Sri Lanka war auch der in Aluthgama kahl und ähnelte einem Schuppen

Der Bahnhof in Bentota in der südlichen Provinz. Marielle Descalsota/Business Insider
Der Bahnhof in Bentota in der südlichen Provinz. Marielle Descalsota/Business Insider

Es war Trockenzeit in Sri Lanka, so dass die Temperatur an diesem Tag bei 35 Grad Celsius lag. Die Sonne knallte auf die staubigen, sandigen Straßen. Es war so heiß, dass einige Einheimische am Fuß des Bahnhofs Schutz vor der brütenden Sonne suchten. Der Bahnhof war in verschiedenen Gelbtöne gestrichen. An den Wänden der Treppe, die zum Fahrkartenschalter führte, waren bunte Porträts von Einheimischen gemalt.

Die Gleise schlängelten sich durch den dichten Dschungel und die hoch aufragenden Palmen. Direkt daneben befanden sich ein Fußballplatz und eine öffentliche Bibliothek. Im Vergleich zu anderen Zügen, mit denen ich in Asien gefahren bin - darunter ein 13-stündiger Zug durch Thailand und eine zweistündige Fahrt mit der Laos-China-Bahn - wirkte der Bahnhof veraltet. Dennoch schätzte ich den alten Charme, der dadurch vermittelt wurde.

Da ich ohne festen Fahrplan unterwegs war, kaufte ich meine Fahrkarte direkt am Bahnhof

Einheimische warten darauf, in den Zug nach Colombo zu steigen. Marielle Descalsota/Business Insider
Einheimische warten darauf, in den Zug nach Colombo zu steigen. Marielle Descalsota/Business Insider

Damals wusste ich noch nicht, dass man eine Fahrkarte im Voraus kaufen kann. Aber viele Einheimische schienen ihre Fahrkarten direkt vor der Ankunft des Zuges zu kaufen. Ich kam um 15:00 Uhr am Bahnhof an und erfuhr, dass der Schalter erst 30 Minuten später öffnete. Ich wartete schließlich eine Stunde lang.

Zuerst traf ich Manvik, einen örtlichen Geschäftsinhaber, am Bahnhof. Manvik war um die 40, hatte eine Glatze und trug ein kurzärmeliges Hemd und eine Hose. Als Alleinreisender bin ich oft misstrauisch gegenüber übermäßig freundlichen Menschen. Aber ich wurde schnell mit Manvik warm, der mich bei meinem nächsten Besuch in Sri Lanka in sein Fischrestaurant einlud.

Während ich darauf wartete, dass der Tresen geöffnet wird, kam ich mit Kalana ins Gespräch, einem Studenten, der auf dem Heimweg war. Er erzählte mir, dass er an einer Hochschule in Galle, einer Stadt an der Südwestspitze Sri Lankas, Management studiert. Kalana, mit seinem jungenhaften Lächeln und seinen dunklen Haaren, erzählte, dass er jeden Tag mit dem Auto fährt. Dabei sieht er täglich eine Handvoll Touristen.

Ich machte mich schließlich auf den Weg zum Schalter und ergatterte ein Ticket zweiter Klasse nach Colombo Fort. Das Ticket kostete nur 300 Rupien, also etwa 90 Cent. Im Nachhinein betrachtet war dies die beste - und billigste - Art, durch das Land zu reisen. Denn eine Zugreservierung erster Klasse im Internet für dieselbe Strecke kostete 900 Rupien (Entspricht 2,70 Euro), und ein Auto über die lokale App zu mieten, kostet zehnmal so viel.

Als ich in den ersten Waggon des Zuges einstieg, war dieser bereits voll mit Fahrgästen

Der Zug war überfüllt mit Einheimischen, die versuchten, nach Hause zu kommen. Marielle Descalsota/Business Insider
Der Zug war überfüllt mit Einheimischen, die versuchten, nach Hause zu kommen. Marielle Descalsota/Business Insider

Die meisten Passagiere schienen Einheimische zu sein, aber es gab auch eine Handvoll Touristen, die nach Colombo reisten. Der Waggon war mit zwei Reihen schwarzer Ledersitze auf jeder Seite und einem recht geräumigen Gang ausgestattet. Er war spartanisch eingerichtet, mit Oberlichtern und einem winzigen Ventilator, der kaum etwas gegen die Hitze im Zuginneren ausrichtete. Kurz vor der Abfahrt des Zuges verkauften mehrere Verkäufer Paruppu Vadai, einen beliebten lokalen Snack. Dieser ist frittiert und mit Gewürzen wie roten und grünen Chilis, Fenchel und Kreuzkümmel zubereitet wird. Der fettige, ölige Geruch wehte durch den überfüllten Wagen. Andere Verkäufer verkauften Limonaden und in Scheiben geschnittene tropische Früchte wie Guaven und Mangos.

Ich traf eine dreiköpfige Familie aus Barcelona, die seit drei Wochen in Sri Lanka unterwegs war. Sie erzählten, dass sie das Land nur mit dem Zug bereisten und dass Colombo ihre letzte Station war. Wir stellten uns alle am schmalen Eingang des Waggons auf, dicht gedrängt an der Tür, unsere Habseligkeiten fest umklammernd. Ich hatte fast zwei Stunden gewartet, bist der Zug schließlich 16:30 Uhr abfuhr. Aber ich war einfach nur froh, dass er nicht ausgefallen war, wie die Züge in Europa, mit denen ich im Februar unterwegs war.

Die meiste Zeit der Fahrt habe ich auf meinem Koffer gesessen

Die Autorin sitzt auf ihrem Koffer neben der Tür in einem Zug in Sri Lanka. Marielle Descalsota/Business Insider
Die Autorin sitzt auf ihrem Koffer neben der Tür in einem Zug in Sri Lanka. Marielle Descalsota/Business Insider

Ich reise immer mit leichtem Gepäck, wenn ich in Asien bin. Und so bin ich nur mit einem Rucksack und einem sieben Kilogramm schweren Koffer nach Sri Lanka geflogen. Das leichte Gepäck kam mir zugute, denn es machte die Reise bequemer.

Da ich keinen Sitzplatz bekam, setzte ich mich einfach auf meinen Koffer, griff nach allem, was ich finden konnte, und hielt mich fest. Es war eine holprige Fahrt, bei der eine Frau sogar auf mich fiel und mich und mein Gepäck fast gegen die offene Tür schob. Trotzdem empfand ich den Platz an der Tür als den besten im Zug, denn die Meeresbrise war erfrischend.

Die Aussicht auf die Küste war unglaublich

Der beste Teil der Zugfahrt war die atemberaubende Küste Sri Lankas. Marielle Descalsota/Business Insider
Der beste Teil der Zugfahrt war die atemberaubende Küste Sri Lankas. Marielle Descalsota/Business Insider

Ich saß direkt an der Tür und hatte einen Blick auf die Küste und das Meer in der ersten Reihe. Das Rumpeln des Zuges und das Rauschen der mächtigen Wellen waren der perfekte Soundtrack zu dieser malerischen Fahrt. Es dämmerte, und das helle Orange der Sonne beleuchtete das glitzernde, metallisch blaue Wasser. Der Zug fuhr auch an mehreren Dörfern vorbei, in denen die Menschen in Häusern mit Blechdächern direkt am Strand lebten. In der Nähe von Colombo war der Zug so nah am Wasser, dass ich sehen konnte, wie die Wellen auf den Sand schlugen.

Die Fahrt verging viel schneller, als ich erwartet hatte: In kürzester Zeit erreichte ich Colombo Fort

Colombo Fort ist der Hauptbahnhof der Hauptstadt Sri Lankas. Marielle Descalsota/Business Insider
Colombo Fort ist der Hauptbahnhof der Hauptstadt Sri Lankas. Marielle Descalsota/Business Insider

Der Zug kam früher als geplant an, gegen 18:45 Uhr. Colombo Fort ist einer der größten Bahnhöfe in Sri Lanka. Der 1908 erbaute Bahnhof wird täglich von über 200.000 Fahrgästen genutzt. Auf mehreren Bildschirmen wurden die fahrplanmäßigen Strecken angezeigt - etwas, das ich in dem Dutzend anderer Bahnhöfe, an denen ich unterwegs vorbeikam, nicht gesehen hatte.

Es herrschte reges Treiben: Hunderte von Fahrgästen stiegen in die Züge ein und aus, und das Personal belud sie mit mehreren Einkaufswagen mit Lebensmitteln. Dennoch war es ruhig und weit entfernt von der Hektik und dem Chaos, das ich vor ein paar Jahren im Hauptbahnhof von Bangkok erlebt hatte.

Ich bin bisher in acht Ländern mit dem Zug gereist, und die Küstenbahn in Sri Lanka ist mein Favori.

Colombo Fort ist der Hauptbahnhof der Hauptstadt Sri Lankas. Marielle Descalsota/Business Insider
Colombo Fort ist der Hauptbahnhof der Hauptstadt Sri Lankas. Marielle Descalsota/Business Insider

Obwohl meine Reise nach Sri Lanka in letzter Minute stattfand, wurde sie zu einem denkwürdigen Erlebnis. Nicht nur die Aussicht von der Bahn aus war spektakulär, sondern auch die Einheimischen waren unglaublich hilfsbereit und gastfreundlich. Und während ich in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatte, zum ersten Mal alleine in ein Land zu reisen, war es in Sri Lanka ganz einfach.

Das Reisen fühlte sich abenteuerlich und gleichzeitig sicher an. Ich plane bereits meine nächste Reise nach Sri Lanka am Ende des Jahres und kann es kaum erwarten, die Strecke von Kandy nach Ella zu fahren, die durch das zentrale Hochland des Landes führt. Ich würde diese Fahrt auch gerne noch einmal machen.

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