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Für diesen britischen Studentenwohnheimbetreiber zahlt Blackstone 5,5 Milliarden Euro

Britische Studentenwohnheime sind eine lukrative Wette, da es mehr Studierende als verfügbare Betten gibt. Blackstone hat sein Portfolio jetzt erweitert.

Der US-Finanzinvestor Blackstone kauft den britischen Betreiber von Studentenwohnheimen, IQ, für 4,66 Milliarden Pfund (5,54 Milliarden Euro) von Goldman Sachs und dem britischen Wellcome Trust. Die Transaktion sei der größte private Immobilien Deal in Großbritanniens, teilten Goldman und Wellcome mit. Der Deal muss von den Behörden noch genehmigt werden.

„Diese Akquisition ist eine Fortsetzung unserer Strategie, in hochwertige Vermögenswerte und Unternehmen in Großbritannien zu investieren, und ein Beweis für unser langfristiges Vertrauen in Großbritannien“, erklärte James Seppala, Blackstones Leiter für Immobilien in Europa, laut der Nachrichtenagentur Bloomberg.

IQ wurde 2006 mit Wellcome als einem der Gründungsinvestoren gestartet und fusionierte 2016 mit dem Studentenwohnheimgeschäft von Goldman Sachs. Das Unternehmen verwaltet mehr als 28.000 Betten in Großbritannien. Laut der Immobilienberatung Knight Frank ist Großbritannien der zweitgrößte Markt für Studentenunterkünfte außerhalb Nordamerikas. Das Volumen wird auf mehr als 50 Milliarden Pfund geschätzt.

Private-Equity-Unternehmen setzen stark auf Immobilien in Großbritannien. Deren Preise sind nach dem Brexit-Referendum Mitte 2016 hinter anderen westeuropäischen Märkten zurückgeblieben. Eine besonders beliebte Wette sind Studentenwohnheime, da es deutlich mehr Studierende als verfügbare Betten gibt. Zudem hatte die britische Regierung bereits im vergangenen Jahr angekündigt, die Anzahl internationaler Studenten um 30 Prozent zu erhöhen.

Blackstone ist in diesem Bereich besonders umtriebig: IQ ist bereits der dritte Betreiber von Studentenwohnheimen, in den der Vermögensverwalter seit 2006 investiert hat.

Auch in Deutschland wächst das Angebot an privatwirtschaftlich organisierten Studentenwohnungen. Aber: „Derartige Deals wie nun in Großbritannien sind nicht zu erwarten, da es bisher keine derart großen Portfolios gibt. In Summe werden sich durch die zunehmende Institutionalisierung aber mittelfristig größere Portfolios herausbilden“, sagt Konstantin Lüttger, Leiter des Wohninvestment-Bereichs bei CBRE in Deutschland.

Laut Daten des Immobiliendienstleister wurden hierzulande im gesamten Jahr 2019 studentische Apartments im Wert von knapp einer Milliarde Euro gehandelt. CBRE-Konkurrent Savills schätzt den Wert des gesamten Bestandes privater Studentenwohnanlagen in den 30 größten Städten auf 5,9 Milliarden Euro. Außerdem befinden sich Immobilien für 2,8 Milliarden Euro im Bau.