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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Draghi steht vor Kabinettsbildung, Dialog Semi emanzipiert sich von Apple, europäische Aktien steigen zu Wochenbeginn, Frankreich zeigt sich staatsinterventionistisch, und Restaurants müssen sich neu erfinden. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Draghi steht vor Kabinettsbildung

Mario Draghi ist auf dem besten Weg, eine neue italienische Regierung zu bilden. Der Ex-EZB-Chef hat einige der größten Parteien zunächst für sich gewinnen können und wird am Montag weitere Gespräche führen. Auch Treffen mit Gewerkschaften und Verbänden stehen an. Wenn alles gut geht, könnte Draghi sein Kabinett noch in dieser Woche vorstellen und dann ans Geldausgeben gehen. Italien soll 200 Milliarden Euro an Pandemie-Hilfe von der EU erhalten, ist aber hinsichtlich der Verwendung zerstritten, was zum Sturz der Regierung Conte beitrug. Der Draghi-Bonus gibt italienischen Bonds nach wie vor Schub und verhalf den Banken des Landes am Montag zu Outperformance gegenüber ihren Eurozonen-Peers. Nur dem Euro will die politische Stabilisierung nichts nützen. Der leidet unter Europas Impf-Desaster.

Dialog Semi emanzipiert sich von Apple

Der Aktienkurs von Dialog Semiconductor schnellte am Montagmorgen auf Xetra um bis zu 18% empor, nachdem sich das Unternehmen mit der japanischen Renesas über die Bedingungen einer Übernahme geeinigt hatte. Der Angebotspreis der Japaner enstpricht laut Dialog einem Aufschlag von 20,3% gegenüber dem Schlusskurs am 5. Februar. Hauck & Aufhäuser hält das für fair, Barclays für angemessen, aber nicht aggressiv. Dialog-CEO Jalal Bagherli könne nun aufatmen, da das Unternehmen seine Abhängigkeit vom Großkunden Apple reduziere, schreibt Bloomberg-Kolumnist Alex Webb. Renesas mache den größten Teil seines Umsatzes mit Automobil- und Industrieanwendungen, also genau dem Geschäft, auf das Dialog abziele, um von der Smartphoneabhängigkeit wegzukommen.

Europäische Aktien steigen zu Wochenbeginn

Globale Aktien erreichten aufgrund von Reflationswetten neue Rekordniveaus, nachdem US-Finanzministerin Janet Yellen auf rasche US-Stimulierungsmaßnahmen drängte und die Coronavirus-Infektionen weltweit abnahmen. Brent-Öl stieg zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr über die Marke von 60 Dollar je Barrel. Die 30-jährige Treasury-Rendite stieg auf den höchsten Stand seit einem Jahr. Der Stoxx Europe 600 Index begann die Woche im grünen Bereich, mit Outperformance italienischer Aktien. “Die Risikostimmung hat sich aufgehellt, da die Vorfreude auf das US-Konjunkturpaket wächst”, sagte Masahiro Ichikawa von Sumitomo Mitsui DS Asset Management. “Obwohl der Umfang des US-Pakets wahrscheinlich reduziert wird, wird der Betrag zur Stützung der US-Wirtschaft immer noch erheblich sein”. In Deutschland stiegen Schaeffler nach Manager-Kommentaren in einer Zeitung.

Frankreich zeigt sich staatsinterventionistisch

Ein französisches Gericht hat Veolia Environnement untersagt, das feindliche Gebot für Suez aufrechtzuerhalten. Veolias Versuch, die Suez-Gremien zu umgehen und die Aktionäre direkt anzusprechen sei unzulässig. Was im Sinne des französischen Finanz- und Wirtschaftsministers Bruno Le Maire war. “Der französische Kapitalismus kann nicht ein Krieg von jedem gegen jeden sein”, sagte dieser in einem Radio-Interview. Ein französisches Phänomen ist auch, dass Aufsichtsräte zuweilen großzügig über die enttäuschende Performance von CEOs hinwegsehen. Frederic Oudea ist nicht nur Chef der Societé Generale, sondern auch ein gut vernetzter Absolvent von Frankreichs elitärer Ecole Nationale d’Administration und “Officier de l’Ordre National du Mérite”. Womöglich erklärt dies, warum der 57-Jährige zum dienstältesten CEO einer europäischen Großbank avancieren konnte, die 75% ihres Wertes verloren hat.

Restaurants müssen sich neu erfinden

Restaurants gehören während der Corona-Pandemie zu den am stärksten betroffenen Branchen. Es wird geschätzt, dass 2,2 Millionen Restaurants weltweit nicht wieder öffnen werden. Besonders akut ist das Problem in den USA, wo auf dem Höhepunkt der Pandemie im April ein Viertel der 20,5 Millionen verlorenen Arbeitsplätze auf das Gaststättengewerbe entfiel. Die überlebende Gastronomie wird neue Geschäftsmodelle entwickeln müssen: mehr Mitnahme, Lieferdienste und Koch-Pakete sowie Nebengeschäfte mit Wein, Spirituosen und Lebensmitteln. Auch das Design muss überdacht werden: Plexiglas und Pflanzgefäße zur Raumtrennung und effektive Belüftung. Letztere scheint für Japans Yakiniku-Restaurants, in denen die Kunden rohe Zutaten wie Rinderschulter, Schweinebauch und Gemüse am Tisch grillen, zu einer Geheimwaffe geworden zu sein. Die Luft in ihnen wechselt angeblich sechsmal häufiger als in normalen Restaurants, ihre Insolvenzrate ist historisch niedrig.

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