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Fünf Schritte, um trotz hoher Inflation ein höheres Gehalt zu verhandeln

 - Copyright: Eileen Smith
- Copyright: Eileen Smith

Eileen Smith, ehemalige US-Diplomatin und Gründerin von Spokesmith, coacht Führungskräfte und Politikexperten in den Bereichen Rhetorik, Präsenz von Führungskräften und Karriereerfolg. So will sie ihren Klienten dabei helfen, sich von ihrer besten Seite zu zeigen.

Der Arbeitsmarkt boomt derzeit. Viele Unternehmen suchen händeringend nach Arbeitskräften – in den USA wie auch hierzulande. Das bedeutet, dass für euch nun der richtige Zeitpunkt sein könnte, um eine Gehaltserhöhung zu verhandeln.

Das Glück ist mit den Mutigen, wie ein altes Sprichwort besagt. Allerdings solltet ihr nicht unrealistisch hochstapeln, sondern nach einem Kompromiss suchen, mit dem sowohl ihr als auch euer Arbeitgeber zufrieden seid. Konzentriert euch auf den Mehrwert, den ihr dem Unternehmen bietet, recherchiert Gehälter anderer Unternehmen und übt das Gespräch vorab, damit ihr vor eurem Chef oder eurer Chefin sicherer auftretet.

1. Erwähnt nicht die Inflation

Ihr solltet nicht deshalb mehr Geld verlangen, weil eure Lebenshaltungskosten gestiegen sind. Zwar klingt dieser Grund für alle logisch – nur nicht für euren Arbeitgeber.

Denn die Inflation betrifft nicht nur euch, sondern auch alle anderen Mitarbeiter. Sie sagt eurem Arbeitgeber nicht, wieso ausgerechnet ihr eine Gehaltserhöhung erhalten solltet. Außerdem steigen mit einer hohen Inflation auch die Kosten eures Arbeitgebers.

2. Konzentriert euch auf eure Erfolge

Ihr solltet den Fokus eurer Argumentation darauf legen, welchen Mehrwert ihr dem Unternehmen bietet. Verwendet dafür möglichst viele konkrete Daten und Fakten. Wie viel Geld konkret hat euer Erfolg dem Unternehmen eingebracht? Wie viel habt ihr dem Unternehmen eingespart, indem ihr einen ehemals ineffizienten Arbeitsprozess modernisiert habt? Welche Aufgaben erledigt ihr, die eigentlich nicht Teil eurer Stellenbeschreibung sind und für die sonst eine neue Person eingestellt werden müsste?

Wenn ihr euch nicht sicher seid, wie genau ihr einen Mehrwert schafft, solltet ihr euch fragen: „Was gibt mir bei der Arbeit so einen Kick, dass ich mich danach noch Stunden oder Tage lang gut fühle?“ Das sei normalerweise ein Hinweis darauf, wo ihr den größten Mehrwert schafft. Wahrscheinlich schätzt euch euer Unternehmen auch genau für diese Aufgaben am meisten, sagt etwa Catlin O’Shaughnessy Coffrin, Beraterin für Personenmarken und Gründerin von CaptivatingCo.

Es kann unangenehm sein, sich selbst zu loben und die eigenen Erfolge derart hervorzuheben. Oftmals besteht dabei die Angst, eingebildet und angeberisch zu wirken. Coffrin schlägt daher vor, das Gespräch mit den folgenden Sätzen zu beginnen: „Ich würde mich gerne mit Ihnen darüber unterhalten, wo ich den größten Wert für unser Team biete. Meiner Ansicht nach ist das ...“

„Nehmt dies als Grundlage, um euren persönlichen Wert zu besprechen“, sagte sie.

3. Recherchiert ausgiebig

Ich hatte mal eine Kundin, die nicht nur für sich selbst, sondern für das ganze Team ein höheres Gehalt ausgehandelt hat. Sie bewarb sich für einen Job, den sie unbedingt haben wollte, dessen Gehalt jedoch niedriger angesetzt war, als erwartet. Als sie ihren Traumarbeitgeber darauf hinwies, dass das angebotene Gehalt wesentlich niedriger war als bei ähnlichen Organisationen, gab ihr neuer Arbeitgeber ihr, was sie verlangte – und ihren neuen Kollegen gleich mit.

Fragt vor eurem Gespräch jemanden im Unternehmen oder nutzt Online-Ressourcen, um Vergleichsgehälter anderer Arbeitgeber zu recherchieren. „Verwendet beispielsweise Glassdoor, um euch ein Bild von den Gehältern für eure Berufsbezeichnung zu machen. Stellt sicher, dass ihr innerhalb derselben Branche vergleicht – ihr könnt zum Beispiel schlecht das Gehalt des Jobs im Privatsektor mit dem einer gemeinnützigen Organisation vergleichen“, sagt Hadeil Ali, der Stellvertreter Direktor für Diversität und Führung am Center for Strategic and International Studies ist.

Ali rät Fachkräften, die zusätzliche Aufgabenbereiche übernehmen – wie Diversity-, Gerechtigkeits- und Inklusionsarbeit, Mentoring oder Serviceinitiativen – dafür einzutreten, „diese Elemente in ihre Stellenbeschreibung aufzunehmen und sie bei Gehaltsverhandlungen zu nutzen“.

4. Seid flexibel

Zwar boomt der Arbeitsmarkt, allerdings ist die Inflation hoch. Zeigt eurem Gesprächspartner, dass ihr versteht, dass die derzeitigen wirtschaftlichen Unsicherheiten wahrscheinlich das Endergebnis eures Arbeitgebers beeinträchtigen werden. „Zeigt eure Kompromissbereitschaft – euer Chef möchte euch vielleicht wirklich helfen, aber ihm könnten finanziell die Hände gebunden sein. Überlegt euch daher Alternativen zu eurer gewünschten Gehaltserhöhung (und seid auch bereit, diese im Zweifelsfall anzunehmen)“. Dazu rät Mary Shaffran, Leadership Coach und Executive Consultant bei Shaffran Solutions.

Legt euch vor dem Gespräch nicht nur einen gewünschten Bruttobetrag zurecht, sondern auch andere Möglichkeiten der Wertschätzung. Alternativen wie mehr Flexibilität in eurem Arbeitsalltag, zusätzliche Urlaubstage, Weiterbildungsmöglichkeiten oder der Ausblick auf eine Beförderung können teils wertvoller sein als ein höheres Gehalt.

„Training, Mentoring, Coaching und Zertifizierungen können eine gute Investition in die Zukunft sein und euch auf die nächste Stufe eurer Karriereleiter befördern“, sagte Shaffran.

5. Üben, üben, üben

Als Rhetorik-Coach helfe ich Menschen, sich vor großen Menschenmengen oder einem Publikum von ihrer besten Seite zu zeigen. Wie bei jeder anderen Rede auch solltet ihr das Gespräch mit eurem Chef vor dem tatsächlichen Vortrag üben.

Haltet euren Pitch vor einem Freund, um sicherzugehen, dass ihr freundlich und selbstbewusst klingt. Wenn ihr über euren persönlichen Mehrwert sprecht, solltet ihr darauf achten, nicht arrogant zu klingen. Überlegt euch im Voraus, welche kritischen Fragen und negative Reaktionen auf euch zukommen könnten und legt euch Antworten darauf zurecht. Dadurch fühlt ihr euch sicherer.

Dieser Text wurde aus dem Englischen von Anika Faber übersetzt. Das Original findet ihr hier.