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Experten trauen Dax weitere Gewinne zu - Rückschlagsgefahr im zweiten Halbjahr

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz historisch hoher Bewertungen sehen Fachleute kurzfristig noch Spielraum für weitere Kursgewinne des Dax <DE0008469008>. So rechnet Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank dank des anhaltend guten Umfeldes mit moderat steigenden oder zumindest stabilen Kursen des bereits rekordhohen deutschen Leitindex: "Der Notausgang Zinsmarkt bliebt zugemauert", sagte der Experte am Freitag auf der digital abgehaltenen Anlegermesse Invest. Denn selbst wenn die Kapitalmarktzinsen wie zuletzt zu Anfang des Jahres etwas ansteigen sollten, würden die Renditen real, also unter Berücksichtigung der Preissteigerungen, von einer etwas höheren Inflation aufgezehrt.

Doch andererseits dürften die Preise laut Halver auch nicht so stark steigen, dass die Notenbanken sich zum Einlenken genötigt sehen müssten. "Die Inflation ist kein Damoklesschwert, sondern ein stumpfes Buttermesser." Angesichts der konjunkturellen Probleme in der Eurozone könne es sich zum Beispiel die Europäische Zentralbank aktuell nicht leisten, die geldpolitischen Schrauben stark anzuziehen.

Vor diesem Hintergrund könnte der Dax dem Baader-Bank-Experten zufolge in einem Jahr, also im April 2022, durchaus die Marke von 16 000 Punkten geknackt haben - falls die Unternehmensgewinne bis dahin tatsächlich wie erwartet recht stabil bleiben.

Allerdings könnten die Kurse in diesem Zeitraum auch stark schwanken, wenn etwa die Debatte um Steuererhöhungen in den USA wieder Fahrt aufnehmen sollte. Zudem sei zu beachten, dass in den Kursen bereits einiges an Konjunkturhoffnung berücksichtigt sei.

Halver rechnet gleichwohl weiter damit, dass die jüngste Branchenrotation hin zu High-Tech-Werten und konjunktursensiblen Aktien erst einmal anhält. Auch der Trend hin zum ökologisch und sozial verantwortbaren Investieren bleibe auf der Agenda: "Das Thema Nachhaltigkeit hat durch Joe Biden richtig Schmackes bekommen."

Erst am Donnerstag hat der US-Präsident die großen Industrieländer aufgerufen, mehr gegen den Klimawandel zu unternehmen. Für die Finanzierung müsse eine noch nie da gewesene Geldsumme mobilisiert werden, sagte Biden und stellte einen internationalen Finanzplan in Aussicht. Daran sollten sich nicht nur die Regierungen, sondern auch Unternehmen beteiligen.

Mit Blick auf die Bundestagswahl im September sagte Halver, dass die Börsianer unter allen derzeit wahrscheinlichen Kombinationen wohl am ehesten mit einer schwarz-grünen oder grün-schwarzen Koalition leben könnten. Voraussetzung dafür sei aber, dass die neue Regierung tatsächlich Entscheidungen trifft, welche die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands erhöhen. Dann könne man auch mit Klimaschutz Geld verdienen, wobei hierzulande Werte aus der zweiten oder dritten Börsenreihe besonders aussichtsreich seien.

Eine ebenfalls mögliche Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP birgt laut Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, Konfliktpotenzial mit Blick auf die Parteiprogramme von Grünen und FDP. Schließlich wollten die Liberalen Steuern senken, während die Ökopartei Steuererhöhungen anpeile.

Der Dax indes könnte Krämer zufolge bis zur Jahresmitte durchaus noch etwas Schub erhalten. Wenn bei den Impfungen gegen das Coronavirus jetzt Gas gegeben werde und der Lockdown vielleicht schon Ende Mai ende, dürfte sich die Wirtschaft kräftig erholen. Dann würden die Menschen auch wieder deutlich mehr konsumieren: "Die Bürger sitzen auf hohen Corona-Ersparnissen", sagte der Experte.

Ab der Jahresmitte aber werden laut Krämer Rückschläge am Aktienmarkt wahrscheinlicher. Denn dann könnte den Anlegern verstärkt bewusst werden, dass die Bewertungen in Erwartung weiterhin sehr niedriger Zinsen bereits deutlich über dem historischen Durchschnitt lägen. Schließlich stiegen die Geldmengen in den USA und in Europa aktuell viel zu stark, weil die Notenbanken mit ihren Anleihekäufen zur Stützung der Wirtschaft immer näher an die Politik herangerückt seien.

Doch auch der Commerzbank-Experte glaubt, dass daraus in diesem und dem nächsten Jahr wohl erst einmal keine ernsthaften Inflationsgefahren in Form stark steigender Zinsen für die Anleger erwachsen dürften.