Deutsche Märkte schließen in 6 Stunden 33 Minuten
  • DAX

    15.725,00
    +32,87 (+0,21%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.163,77
    +18,87 (+0,46%)
     
  • Dow Jones 30

    34.792,67
    -323,73 (-0,92%)
     
  • Gold

    1.807,50
    -3,00 (-0,17%)
     
  • EUR/USD

    1,1841
    -0,0001 (-0,01%)
     
  • BTC-EUR

    32.581,55
    +516,04 (+1,61%)
     
  • CMC Crypto 200

    953,20
    +26,43 (+2,85%)
     
  • Öl (Brent)

    67,97
    -0,18 (-0,26%)
     
  • MDAX

    35.533,94
    +48,39 (+0,14%)
     
  • TecDAX

    3.799,54
    +37,66 (+1,00%)
     
  • SDAX

    16.593,63
    -14,96 (-0,09%)
     
  • Nikkei 225

    27.728,12
    +144,04 (+0,52%)
     
  • FTSE 100

    7.127,90
    +4,04 (+0,06%)
     
  • CAC 40

    6.783,44
    +37,21 (+0,55%)
     
  • Nasdaq Compositive

    14.780,53
    +19,24 (+0,13%)
     

Experten: Für viele Unternehmen wird Corona erst jetzt kritisch

·Lesedauer: 2 Min.
„Verluste mit neuen Schulden finanziert“: Die Schließung ist für viel noch nicht abgewendet.
„Verluste mit neuen Schulden finanziert“: Die Schließung ist für viel noch nicht abgewendet.

Deutsche Unternehmen haben die Corona-Krise besser überstanden als die Finanzkrise 2008/09 – aber die Bewährungsprobe steht vielen von ihnen nach Einschätzung von Sanierungsexperten erst noch bevor. „Unternehmen gehen meistens nicht in einer Krise in die Insolvenz, sondern nachher, wenn sie das Geschäft wieder hochfahren“, sagt Daniel Lafrenz von der auf Restrukturierungen spezialisierten Beratungsfirma Alix Partners im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Durch staatliche Hilfsprogramme sei die Verschuldung deutscher Unternehmen um 200 Milliarden Euro gestiegen. „Man hat Verluste mit neuen Schulden finanziert“, erläutert Lafrenz. Zugleich seien weitere 60 Milliarden Euro an Betriebskapital abgeflossen. „Diese Bilanzlöcher muss man erst schließen.“

96 Prozent der Berater, Banker und Anwälte gehen nach einer Umfrage von Alix Partners unter Sanierungsexperten davon aus, dass ihre Kunden in diesem Jahr noch mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen haben. Vielen fehle womöglich die Kraft, die neuen Schulden abzubauen und zugleich Kapital aufzubauen, sagt Lafrenz. Die befürchtete Insolvenzwelle ist in Deutschland in der Corona-Krise bisher weitgehend ausgeblieben. „Nun steht und fällt alles mit der Frage, ob man die Delta-Variante schnell in den Griff bekommt“, sagt Axel Schulte, Co-Chef der Turnaround- und Restrukturierungsberatung bei Alix Partners. „Wenn sie sich durchsetzt, wird es schwieriger - denn unendlich ist die Liquidität nicht.“

Unter Druck kommen dürften neben den Fluggesellschaften auch andere Branchen, die von Geschäftsreisen leben. „Kurze Business-Trips werden auch weiterhin mit Fragezeichen versehen sein“, sagt Lafrenz. Der Tourismus erhole sich dagegen stark. Der Trend zum Homeoffice macht der Immobilienbranche Kopfzerbrechen. „Wir sehen jetzt schon, dass einige Finanzierungen riskant werden“, sagt Schulte. „Man wird weniger Büros brauchen und weniger Einzelhandelsflächen, dafür aber vielleicht mehr Lager – und größere Wohnungen, in denen auch ein Schreibtisch Platz hat.“

56 Prozent der befragten Sanierungsexperten aus Europa und den USA sind sich einig, dass die Unternehmen die Corona-Krise besser bewältigt haben als die Finanzkrise. Doch während fast die Hälfte der Firmenmanager das auf ihre eigenen Eingriffe ins operative Geschäft zurückführt, sieht mehr als die Hälfte der Sanierungsexperten Zugeständnisse von Banken bei Krediten und die umfangreichen Staatshilfen als Grund. „Die Verfügbarkeit staatlicher Mittel war beispiellos – und die Hilfen waren auch wirksam“, betont Schulte. Lafrenz zollt aber auch den Managern Lob: „Die Unternehmen haben nach einer kurzen Phase der Unsicherheit alle Hebel gezogen, die sie ziehen konnten.“ Dank Kurzarbeit sei dabei ein großer Stellenabbau vermieden worden.

Video: OECD-Bericht: 22 Millionen Arbeitslose mehr durch Corona-Pandemie

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.