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Eine Ex-Immobilienmaklerin hat mit 15.000 Dollar dieses Tiny House gebaut

Die Außenansicht von Fishers Tiny House.  - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon
Die Außenansicht von Fishers Tiny House. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon

Die Corona-Pandemie hat viele kreativ gemacht, was ihre Freizeitgestaltung betrifft: Einige Menschen backten im Lockdown, während andere endlich ihre Lieblingsserien komplett durch schauten oder zu Hause Sport machten. Und dann gibt es Stefanie Fisher, die sich selbst ein Tiny House gebaut hat.

Stefanie Fisher mit ihrem Tiny House auf Rädern, das sie „Misty“ genannt hat.  - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon
Stefanie Fisher mit ihrem Tiny House auf Rädern, das sie „Misty“ genannt hat. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon

Fisher, die in Deutschland geboren wurde, aber seit zwei Jahrzehnten in den USA lebt, war Immobilienmaklerin in Vancouver, Washington, als die Pandemie ausbrach. Als sich ihr Geschäft dramatisch verlangsamte, beschloss sie, sich mit einem neuen Projekt zu beschäftigen: Sie wollte ein Tiny House bauen, mit dem sie durch das Land reisen konnte.

„Ich bin ein Menschenfreund; ich brauche den Kontakt zu anderen Menschen – der wurde durch die Pandemie natürlich sehr eingeschränkt. Deshalb kam ich auf die Idee, ein Haus zu bauen, mit dem ich auch reisen kann“, sagte Fisher zu Business Insider. „Der Bau von Misty, meinem winzigen Wagen, war für mich ein Weg, um gesund zu bleiben.“

Anstatt einen fertigen Wohnwagen oder Bus zu kaufen, wollte Fisher alles selbst machen. Als Erstes kaufte sie einen gebrauchten Tiefladeanhänger, auf dem sie ihr Haus bauen wollte. Das war dieser hier:

Der gebrauchte Tiefladeanhänger, den Fisher im April 2020 kaufte. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon
Der gebrauchte Tiefladeanhänger, den Fisher im April 2020 kaufte. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon

„Ursprünglich wollte ich ein Tiny House mit einer Größe von 60 Quadratmeter bauen, aber ich wollte auch wieder reisen. Ein Haus dieser Größe lässt sich nicht gut schleppen, also habe ich es auf ein sogenanntes 'Vardo' verkleinert“, so Fisher. Ein Vardo ist ein traditionelles Wohnwagenhaus der Roma, das in der Regel kunstvoll verziert ist und von Pferden gezogen wird.

„Ich wollte keinen Schulbus oder Van umbauen. Ich wollte die Möglichkeit haben, das Haus mit meinem Auto zu ziehen und es an einem Ort abzustellen, der mir gefällt. So brauche ich mir auch keine Gedanken darüber zu machen, dass ich meinen Stellplatz verlieren könnte, sobald ich mit meinem Auto losfahre, um Lebensmittel oder Wasser zu holen“, fügte sie hinzu.

Obwohl sie ein paar handwerkliche Kenntnisse hatte, war Fisher bei Weitem kein Profi.

Die Wandrahmen auf dem Anhänger.  - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon
Die Wandrahmen auf dem Anhänger. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon

„Ich fing an, im Internet zu diesem Thema zu recherchieren, um mir einen Überblick über den gesamten Bauprozess zu verschaffen und herauszufinden, wo ich anfangen sollte“, sagte Fisher. Sie hatte kein richtiges Design für ihr Tiny House geplant, aber ihre Priorität war es, es so einfach wie möglich zu machen. „Ich wusste nur, dass ich wollte, dass es oben etwas breiter ist als unten, damit es schräg nach außen geht. Außerdem wollte ich ein rundes Dach und einen Schlafboden haben“, fügte sie hinzu.

Nachdem sie die Wandrahmen fertig gebaut hatte, installierte sie die Wände. Um sie vor schlechtem Wetter zu schützen, benutzte sie eine wasserfeste Holzversiegelung.

Fisher bei der Arbeit an ihren Wänden. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon
Fisher bei der Arbeit an ihren Wänden. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon

„Ich hatte Glück, dass ich das Holz kurz vor der Corona-Pandemie gekauft hatte, bevor es so teuer wurde“, sagte Fisher. „Ich habe eine Menge Zedern- und Birkensperrholz bekommen, obwohl ich versucht habe, so wenig Sperrholz wie möglich zu verwenden, um es leicht zu halten.“

Bei der Auswahl der Materialien musste besonders darauf geachtet werden, dass sie für das Klima geeignet sind, sagte sie. Zedernholz zum Beispiel verträgt die Feuchtigkeit des pazifischen Nordwestens sehr gut und war daher ein geeignetes Baumaterial für ihr Projekt.

Fisher sagte, dass jedes Stück Holz, das sie verwendete, sorgfältig gesägt, abgeschliffen und von Hand verleimt oder verschraubt wurde. „Ich glaube, ich habe zwei Liter Leim verbraucht und ich habe nur Schrauben verwendet. Außer für die Fenster habe ich keine Nägel verwendet“, fügte sie hinzu. Da sie mit dem Tiny House reisen und für längere Zeit drin wohnen wollte, musste sie die Wände richtig isolieren.

Die Wände des Hauses sind mit einer Isolierschicht ausgestattet. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon
Die Wände des Hauses sind mit einer Isolierschicht ausgestattet. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon

Fisher baute vier kleine Fenster ein, um den kleinen Raum zu belüften, eines auf jeder Seite des kleinen Hauses. Sie wollte auch, dass das Haus völlig unabhängig von der Stromversorgung ist, also kaufte sie ein tragbares Solarpanel, um Dinge wie ihre LED-Glühbirnen aufzuladen.

„Am Ende habe ich vieles vereinfacht eingebaut, weil es sehr schwierig war, professionelle Hilfe zu finden“, sagt Fisher. „Ich hatte zwei Leute, die mich bei der Installation der Solarpaneele im Stich gelassen haben, also habe ich mich stattdessen für ein tragbares Solarpanel entschieden.“

Bevor sie mit den Schreinerarbeiten begann, zeichnete Fisher sorgfältig ihren idealen Grundriss ein und teilte den Platz für ihren Schlafboden und die Küchenzeile ein.

Fotos vom Innenausbau. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon
Fotos vom Innenausbau. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon

„Als ich jünger war, bin ich in einem kleinen Dodge-Van an der Westküste herumgereist. Deswegen wusste ich, wie begrenzt der Platz sein kann“, sagte sie. Beim Bau der Schränke für das Tiny House habe sie darauf geachtet, genügend Stauraum für alle ihre Gegenstände zu schaffen - einschließlich eines Gewürzregals.

Fisher hat kein Badezimmer in das Haus eingebaut. Stattdessen entschied sie sich für eine spülbare Campingtoilette, weil sie die Feuchtigkeit nicht im Haus haben wollte. Außerdem habe sie eine Außendusche eingerichtet, die aus einem tragbaren Wassererhitzer besteht, an den sie einen Duschkopf anschließen könne, sagte sie. Fisher machte fast die gesamte Arbeit alleine – nur das Metalldach, die Propangasleitungen und die Bremsen wurden professionell eingebaut.

Der Ausbau des Inneren.  - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon
Der Ausbau des Inneren. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon

Gelegentlich kamen auch ihr Sohn oder ein Freund vorbei, um zu helfen, so Fisher. Der schwierigste Teil des Baus war der Epoxy-Guss, den sie an ihrer Arbeitsplatte in der Küche vornahm. Es war das erste Mal, dass sie mit Epoxidharz arbeitete, und am Ende hatte sie ein schreckliches Leck.

„Ich habe versucht, das Leck mit Klebeband zu stopfen, bin unter die Spüle gekrochen und hatte am Ende überall Epoxidharz an mir“, sagte sie. Wegen des Lecks hatte Fisher nicht genug von dem ursprünglich verwendeten Epoxidharz und versuchte, es mit einem anderen Produkt zu mischen, was ein großer Fehler war. „Die ganze Theke wurde grau, und ich musste alles wieder aufstemmen und abschleifen“, fügte sie hinzu. „Es war schrecklich.“

Fisher behielt die ursprüngliche Holzverkleidung an der Außenseite und baute eine ausklappbare Terrasse an, auf der sie sich entspannen und die Natur genießen konnte.

Der Außenbereich des Tiny House. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon
Der Außenbereich des Tiny House. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon

„Ich wollte etwas Wartungsarmes, und ich wollte die Außenseite nicht streichen, weil die Farbe immer abblättert“, sagte Fisher. Trotzdem war ihr Lieblingsteil des Bauprozesses die Entstehung des Grundgerüsts ihres Hauses. „Ich bin außen viel schneller vorangekommen als im Inneren. Das hat zwar auch Spaß gemacht, aber ich glaube, der Bau der Grundstruktur selbst war das Highlight“, fügte sie hinzu.

Fisher begann mit dem Bau ihres Tiny House im April 2020 und schloss den Bau ein Jahr später, im Mai 2021, ab. Sie schätzt, dass sie insgesamt 15.000 US-Dollar (14.788 Euro) ausgegeben hat.

Der fertige Innenbereich. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon
Der fertige Innenbereich. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon

Aufgrund eines Karpaltunnelsyndroms konnte Fisher nur etwa drei Stunden pro Tag an dem Haus arbeiten, sagte sie. „Mein Ziel war es, zu einem Tiny House Festival in San Diego zu fahren, und ich habe es tatsächlich an dem Tag fertiggestellt, an dem ich dorthin aufbrach“, sagte Fisher. „Es war meine erste Reise und ich musste fast 2500 Kilometer zurücklegen – was ziemlich verrückt ist, wenn man das auf der ersten Tour schafft.“ Fisher hat auch einen YouTube-Kanal, auf dem sie Videos über ihre Reisen und ihr Tiny House hochlädt.

Fisher konnte einen Kühlschrank, einen Herd, eine Spüle und sogar eine Memory-Foam-Matratze in voller Größe in dem Tiny House unterbringen.

Der Schlafbereich und die Küche.  - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon
Der Schlafbereich und die Küche. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon

Sie fügte versteckte Schränke in ihre Sitzbänke ein und baute eine ausziehbare Arbeitsplatte ein, die sie auch als Esstisch nutzt. Unter dem Schlafboden gibt es außerdem einen kleinen Raum, in dem sie ihre Kleidung aufbewahrt.

Unter dem Waschbecken bewahrt sie ihre Wasserbehälter auf, darunter Frischwasser und einen Behälter für Haushaltsabwässer. Nach ihren Erfahrungen beim Bau eines Tiny House hat Fisher einige Ratschläge für diejenigen, die in ihre Fußstapfen treten wollen: Habt keine Angst, Fehler zu machen. „Wenn man mit Holz arbeitet, verzeiht es sehr schnell. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass alles korrigiert werden kann“, fügte sie hinzu.

Fisher ist in den vergangenen sechs Monaten mit ihrem Hund Ralphie in ihrem Tiny House herumgereist. In der Zeit haben sie Orte in Washington und Oregon besucht.

Fisher und Ralphie vor ihrem Tiny House „Misty“. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon
Fisher und Ralphie vor ihrem Tiny House „Misty“. - Copyright: Stefanie Fisher/My Tiny Wagon

„Bei den derzeitigen Benzinpreisen bin ich lieber in der Nähe geblieben, als durch das ganze Land zu reisen“, sagte Fisher. Obwohl sie ein Haus in Vancouver besitzt, das sie sich mit fünf Mitbewohnern teilt, sagte Fisher, dass sie in diesem Jahr nicht oft dort gewesen sei.

„Nachdem die Kontaktbeschränkungen aufgehoben wurden, hatte ich den Wunsch, mich wieder sozialer zu engagieren. Also habe ich viele Veranstaltungen besucht und viel ehrenamtlich gearbeitet“, so Fisher. „Ich treffe mich mit anderen Van-Liebhabern und werde eingeladen, irgendwo bei ihnen zu übernachten. Sie sagen dann: 'Wir gehen campen. Willst du mitkommen?' Durch diese Spontanität und die Flexibilität mit meinem Haus auf Rädern kann ich mich einfach treiben lassen.“

Dieser Artikel wurde von Pia Krense aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.